Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach den Worten von EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger dafür sorgen, dass die anstehende Prüfung der Banken des Euroraums hart ausfällt. Lautenschläger lobte die Fortschritte der Institute bei der Eigenkapitalausstattung, sah aber noch regulatorischen Handlungsbedarf bei der Eigenkapitalmessung anhand einer ungewichteten Quote und bei der langfristigen Liquiditätsausstattung.
"Ich halte es für immens wichtig, dass wir einen harten Asset Quality Review und einen harten Stresstest durchführen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen werden", sagte Lautenschläger bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt. Die EZB werde aus den Prüfergebnissen die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen und gehe davon aus, dass die nationalen Regierungen für eine finanzielle Absicherung für den Fall sorgten, dass sich Finanzbedarf ergebe.
Die ehemalige Bundesbank-Vizepräsidentin und Chefin der Bankenaufsicht BaFin sagte, verglichen mit 2009 hätten zumindest die deutschen Banken ihr Kapitalausstattung verachtfacht bis verzehnfacht. Zudem habe das Kapital eine höhere Qualität.
Wie schon während ihrer Zeit bei der Bundesbank äußerte sich die EZB-Direktorin kritisch zu einer ungewichteten Messung der Eigenkapitalausstattung. Sie habe sich sehr dafür eingesetzt, dass dieses Instrument zunächst beobachte werde, und sie sei sehr dafür, dass bei einer Leverage Ratio nicht Äpfel mit Autos verglichen würden. Dabei bezog sie sich auf unterschiedliche Bilanzierungsstandards, die die Bilanzen schwer vergleichbar machen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich zur Einführung einer Leverage Ratio in jüngster Zeit wiederholt positiv geäußert.
Lautenschläger räumte aber ein, dass auch der risikogewichtete Aufsichtsansatz seine Schwächen hat. Er gebe den Banken einen großen Bewertungsspielraum, weil diese dabei eigene Modelle verwenden dürfte. "Bei der Prüfung dieser Modelle haben wir noch Arbeit vor uns", sagte sie.
Wie viel Eigenkapital eine Bank vorhalten muss, wird gemäß den Regeln von Basel III am Risiko der ausgereichten Kredite gemessen. Die Leverage Ratio dagegen setzt einfach die Kredite und andere Aktiva ins Verhältnis zur gesamten Bilanzsumme. Deutsche Banken haben sich erst kürzlich in einer Stellungnahme für die Bankenaufsicht EBA ablehnend zu diesem Instrument geäußert.
Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, äußerte sich in der Podiumsdiskussion erneut in diesem Sinne. "Wir sollten uns den risikogewichteten Ansatz als Maß aller Dinge bewahren", sagte er.
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