Die Risiken für die Finanzstabilität sind im Mai und Juni nach einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) gestiegen. Neben der Besorgnis über die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft, der Angst vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone und den Unwägbarkeiten über den spanischen Bankensektors sieht der Währungsfonds auch die "fiskalische Klippe" in den USA und einen Streit über die Schuldenobergrenze als latente Gefahren für die Finanzstabilität. Der IWF warnt vor "großen finanziellen Risiken" und fordert in einem Update seines "Global Financial Stability Report" die verantwortlichen Akteure zum Handeln auf.
In Südeuropa seien die Zinskosten für die Staaten inmitten einer "Erosion der Investorenbasis" steil gestiegen. Ein erhöhter Marktdruck und gestiegene Finanzierungskosten drohten den Zugang zu Krediten in der europäischen Peripherie weiter einzuschränken, schreiben die IWF-Experten.
Die Beschlüsse auf dem jüngsten EU-Gipfeltreffen seien bedeutende Schritte gewesen, um die akute Krise anzupacken. Nun sei jedoch die zeitgerechte Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen eine Priorität, zusammen mit Fortschritten bei der Fiskal- und Bankenunion. Der Europäischen Zentralbank (EZB) empfahl der IWF, ihre unterstützende Geld- und Liquiditätspolitik fortzusetzen.
Die Unsicherheit über die Qualität der Bankbilanzen müsse schnell beseitigt werden, mit Kapitalspritzen und Restrukturierungen, wenn nötig. Die Maßnahmen, die zur Stabilisierung der Banken beschlossen worden seien, hätten noch nicht dazu geführt, das Vertrauen der Marktakteure wiederherzustellen.
Da sich auch in den Schwellenländern die Wachstumsaussichten abgeschwächt hätten, seien diese Länder anfälliger für Ansteckungsgefahren der Eurokrise geworden. Noch vor wenigen Monaten seien diese Länder sehr besorgt über einen zu starken Kapitalzufluss gewesen. Diese Sorgen seien nun zurücktreten, was sich unter anderem an der starken Abwertung des brasilianischen Real oder der indischen Rupie ablesen lasse.
[Bild oben: © Sergej Khackimullin - Fotolia.com]






Kommentare zu diesem Beitrag
Vielleicht geht uns ja endlich ein Licht auf und es ändert sich am Ende alles zum Besseren.
Vielleicht versteht man ja am Ende, daß Profitgier schlußendlich allen schadet... Wobei, viele, die die Kriese ausgelöst haben profitieren ja durch die Rettungspake wieder ... ;-(