Der griechische Patient wird in den kommenden Jahren noch viel mehr Geld zum Überleben brauchen. Die chronische Rezession wird bis 2020 große Löcher in den maroden Haushalt reißen, so dass Griechenland bis dahin zusätzlich 30 Milliarden Euro von den internationalen Geldgebern benötigen wird, wie verschiedene Insider Dow Jones Newswires bestätigten. Sie gehören der griechischen Regierung und der Troika-Mission an, die das Land gerade unter die Lupe genommen hat.
Für die Fachleute ergibt sich daraus die Folge, dass die staatlichen Gläubiger des Landes - also an erster Stelle die Europäische Zentralbank - einen Schuldenschnitt zustimmen müssen, wenn das Land in der Eurozone bleiben soll. Zusätzlich brauche es aber trotzdem weitere Notkredite, um Athen über Wasser zu halten. "Der Schuldenverzicht der privaten Gläubiger hat nicht ausgereicht", sagte eine der Personen. Ohne zusätzliche massive Hilfe werde das Land am Ende des Jahrzehnts die vereinbarte Verschuldungsrate um 30 Milliarden Euro überschreiten.
Die Einschätzung der Experten deckt sich mit der Haltung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Fonds erwartet auch einen zweiten Schuldenschnitt und hat ausgeschlossen, mehr Kapital als bisher zugesagt nach Athen zu überweisen. Bei der EZB, in Deutschland und Finnland ist der Widerstand gegen einen Haircut bei der Zentralbank groß. Die Regierungen in Berlin und Helsinki verlangen zuerst von den Griechen selbst mehr Initiative bei dem vom Wege abgekommenen Reformkurs.
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