Der Unfall des Chefs als Existenzfrage für Unternehmen


Durch einen Unfall wird der Firmenchef von einer Sekunde auf die andere aus dem Arbeitsleben gerissen. Eine menschliche Katastrophe – und für kleine und mittelständische Unternehmen eine Existenzfrage. Für 17 Prozent der Betriebe besteht nach einem entsprechenden Vorfall ein sehr hohes Risiko, lediglich drei Prozent sind vorbildlich abgesichert, wie erste Ergebnisse einer Studie von Unternehmerplan Gesellschaft für Unternehmensentwicklung mbH in München zeigen. Dazu der Appell von TÜV SÜD: Ein systematisches Risikomanagement nutzen, um sich für alle Eventualitäten zu rüsten.

Wenn aufgrund mangelnder Vollmachten und Informationen in der Buchführung plötzlich Löcher klaffen, Rechnungen nicht oder nur unvollständig gestellt und gezahlt werden und langjährige Kunden und Lieferanten abspringen, dann stehen kleine und mittelständische Unternehmen schnell vor dem Aus. Die Unternehmerplan GmbH fand heraus, dass 70 Prozent der Betriebe mit sehr hohen Risiken weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen. Nur 15 Prozent aller befragten Unternehmer verfügen über einen schriftlichen Notfallplan. Die Hälfte der Unternehmensleiter gab an, keine erbrechtliche Regelung getroffen zu haben. Dies sind erste Ergebnisse einer Studie, die in Zusammenarbeit mit TÜV SÜD Management Service entsteht. Die Befragung im Rahmen des Unternehmer-Barometers geht weiter.

Kommunikation als Knackpunkt

„Der überraschende Ausfall des Chefs kann jede Firma treffen. So etwas passiert viel häufiger als man denkt“, warnt Prof. Dr. Josef Scherer, Professor für Wirtschaftsprivatrecht und Unternehmensrecht an der Fachhochschule Deggendorf. Doch offensichtlich scheuen sich viele Unternehmen, Informationen über Eigentum, Kapital, Aufsicht und Führung zu teilen und Verantwortung zu delegieren. Die ersten Ergebnisse des Unternehmer-Barometers unterstreichen dies. Nur 35 Prozent der Firmen mit sehr hoher Risikobewertung weisen eine gute Kommunikation auf. Insgesamt würde sich bei 17 Prozent aller befragten Betriebe ein sehr hohes Risiko beim plötzlichen Ausfall des Unternehmers ergeben. Lediglich drei Prozent der Firmen sind vorbildlich für den Notfall abgesichert.

Unternehmenssteuerung durch Risikomanagement

Ist die Nachfolge im Unternehmen durch geeignete Prozesse gesichert? Sind Vertretungsvollmachten und Befugnisse aller Art vorhanden? Ist die Belegschaft in der Lage, die Geschäfte ordnungsgemäß ohne den Chef fortzuführen? TÜV SÜD-Experte Miller empfiehlt, diese Fragen mittels Risikomanagement anzugehen. Prof. Dr. Josef Scherer unterstreicht: „Natürlich ist Risikomanagement ein wesentliches Mittel zur Frühaufklärung, Früherkennung und Frühwarnung, ob es nun um strategische Risiken, Ertrags- und Liquiditätsrisiken geht, die allesamt Auslöser von Insolvenzen sein können. Es ist aber auch hilfreich als sinnvolles Instrument zur Unternehmenssteuerung!“

Wie geht es weiter, wenn der Unternehmensgründer in den Ruhestand geht? Wie bleibt das Tagesgeschäft am Laufen, wenn der Chef unerwartet ausfällt? Betriebe, die sich ausführlich und wirksam mit diesen Fragen auseinander setzen, können sich das mit Brief und Siegel bestätigen lassen. Das „Unternehmer-Zertifikat“ von TÜV SÜD dokumentiert, dass die wirksame Unternehmensführung auch im Falle der Fälle gewährleistet ist.

Die Studie können Sie hier herunterladen:

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