Treasury gewinnt an Bedeutung

Währungs- und Rohstoffrisikomanagement liefert Wertbeitrag


Währungs- und Rohstoffrisikomanagement liefert Wertbeitrag News

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) können sich Treasury-Abteilungen als Gewinner der Wirtschaftskrise fühlen. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung ist die Aufmerksamkeit im Vorstand für das Treasury nach Einschätzung von 80 Prozent der rund 600 weltweit befragten Treasurer gestiegen.

Finanziell schlägt sich die höhere Wertschätzung allerdings nur in wenigen Fällen nieder: So verfügen der Studie zufolge nur 20 Prozent der Finanzabteilungen über ein größeres Budget als vor der Krise. Zwar setze sich in den Unternehmen zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Treasurer weit mehr ist als ein "Kassenwart". Allerdings fehlten oft die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen, um wichtigen Aufgaben bei der Kontrolle von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen nachkommen zu können. Durchschnittlich seien im Treasury einer deutschen Unternehmenszentrale nur fünf Mitarbeiter beschäftigt. Das Jahresbudget belaufe sich bei mehr als der Hälfte der Befragten auf weniger als eine Million Euro. Mit ihren beschränkten Mitteln müssten die Abteilungen aber häufig komplexe, großvolumige Finanztransaktionen organisieren: Gut 60 Prozent der 330 befragten Unternehmen sind in mehr als zehn Ländern aktiv und zwei Drittel der Gesellschaften erwirtschaften Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro.

Als wenig überraschend darf das Ergebnis der Studie gelten, dass im Zuge der Finanzkrise das Risikomanagement einen höheren Stellenwert erhalten hat. Zunächst habe die Finanzkrise bei zahlreichen Treasury-Abteilungen über alle Branchen hinweg Schwächen im Finanzrisikomanagement offengelegt: So wurde vor der Krise die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz im Bankensektor als so niedrig eingestuft, dass 22 Prozent der befragten Treasurer überhaupt keine Überwachung von derartigen Kreditrisiken vorgenommen haben. Nachdem die ersten Banken in Schwierigkeiten geraten waren, stuften allerdings 82 Prozent der Treasurer  die Bedeutung eines wirksamen Kreditrisikomanagements als "hoch" oder zumindest "mittel" ein. Auch klassische Risikomanagementgebiete im Corporate Treasury haben der Studie zufolge an Bedeutung gewonnen – wobei dies insbesondere für das Währungs- und Rohstoffrisikomanagement gelte. So sehen mit Abstand die meisten Treasurer im Bereich Risikomanagement in den nächsten fünf Jahren das größte Potenzial zur Erhöhung des Wertbeitrags im Unternehmen.

Eine weitere Konsequenz der Finanzkrise ist die erhöhte Aufmerksamkeit für das Cash Management. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, haben 40 Prozent der befragten Treasurer die Barmittel erhöht, während nur 25 Prozent ihre liquiden Mittel reduzierten. Zudem setzen mittlerweile 41 Prozent der Unternehmen auf ein globales Cash-Pooling, um die Liquidität der Regional- und Landesgesellschaften im Konzern zu konzentrieren. Vor der Krise gab es eine derartige Zentralisierung nur bei 28 Prozent der Befragten. Auch bei der langfristigen Finanzierung gehen Treasurer neue Wege. Zwar bleiben Bankdarlehen die wichtigste Fremdkapitalquelle, ihre Bedeutung ist jedoch leicht rückläufig. Hierbei dürfte eine wichtige Rolle spielen, dass 63 Prozent der Unternehmen während der Krise deutlich schwerer langfristige Finanzierungszusagen ihrer Banken erhielten. Fünf Prozent der Treasurer gaben sogar an, dass Langfristdarlehen in dieser Phase "überhaupt nicht" zu haben waren.

Die Studie steht auf der PwC-Website unter www.pwc.de/de/treasury2010 zum kostenlosen Download zur Verfügung.


[Bildquelle: iStockPhoto]

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