Anforderungen an ein innerbetriebliches Kontrollsystem

Tax Compliance


Redaktion RiskNET
Rezension

Umgangssprachlich könnte man auch von "Steuerehrlichkeit" sprechen. Doch bei "Tax Compliance" geht es um noch mehr. Grundsätzlich steht dahinter die Verpflichtung aller Bürger und Unternehmen, die geltenden Steuergesetze zu achten und steuerliche Pflichten zu erfüllen. Aus Sicht eines Unternehmens bezeichnet Tax Compliance allgemein die "Einführung und Pflege eines Systems zur Sicherstellung der steuerlichen Rechtsbefolgung im Interesse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter, ohne dass eine Rechtspflicht zur Einrichtung eines solchen Systems besteht". Aus der Perspektive der Finanzverwaltung soll ein Tax Compliance Management – als ein innerbetriebliches Kontrollsystem – vor allem strukturelle Anreize dafür bieten, dass die Steuerpflichtigen ohne unmittelbaren hoheitlichen Zwang an der Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten mitwirken.

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) definiert ein Tax Compliance Management System wie folgt: "Ein Tax Compliance Management System (Tax CMS) ist ein abgegrenzter Teilbereich eines Compliance Management Systems […], dessen Zweck die vollständige und zeitgerechte Erfüllung steuerlicher Pflichten ist."

Zunächst soll die Einführung eines funktionsfähigen Tax Compliance Management Systems sicherstellen, dass alle relevanten Steuergesetze eingehalten und alle steuerlichen Pflichten, wie die fristgerechte und korrekte Abgabe von Voranmeldungen und Erklärungen, erfüllt werden. Insbesondere können hierdurch auch finanzielle (beispielsweise in Form von Säumnis- oder Verspätungszuschlägen) als auch strafrechtliche Risiken reduziert bzw. komplett vermieden werden. Außerdem liefert ein solches System Indizien für eine "Enthaftung der Organe". Allerdings, darauf weisen die Autoren in ihrem kompakten Büchlein hin, bietet ein Tax Compliance Management System keine Garantie für eine "Straffreiheit". Vielmehr kann ein solches System lediglich helfen, steuerliche Fehler aufzudecken und zu vermeiden, so dass es gar nicht zu einem steuerstrafrechtlichen oder bußgeldrechtlichen Verfahren kommen kann.

Aber wie muss ein internes Kontrollsystem aussehen, damit es die Anforderungen der Finanzverwaltung erfüllt?

Der kompakte Band zeigt auf rund 140 Seiten, welche Abläufe und Strukturen in Unternehmen eingeführt werden müssen, damit steuerrelevante Sachverhalte einer angemessenen Kontrolle unterliegen. Dabei geht es beispielsweise um Instrumente zur Überprüfung der Einhaltung von Fristen oder der Verfahrensdokumentation, damit komplexe steuerliche Entscheidungen auch später nachvollziehbar sind.

Das Buch ist in vier Hauptblöcke geteilt. Im ersten Teil wird in das Thema "Tax Compliance" allgemein eingeführt. Der zweite Block beschäftigt sich mit der allgemeinen Umsetzung in der Praxis. Der dritte Teil enthält Checklisten, die auch über einen Onlinezugang im Internet heruntergeladen werden können. Der abschließende vierte Block enthält "Hinweise der Bundessteuerberaterkammer für ein steuerliches innerbetriebliches Kontrollsystem".

Fazit: Das Buch liefert eine kompakte Hilfestellung für die Einführung eines Tax Compliance Management Systems in der Praxis. Besonders wertvoll sind hierbei die zahlreichen Checklisten sowie Vorlagen für beispielsweise eine "Tax Compliance Richtlinie".

 

[ Bildquelle: Schäffer Poeschel Verlag ]

Details zur Publikation

Autor: Magnus Hindersmann/Gregor Nöcker
Auflage: 1. Auflage
Seitenanzahl: 147
Verlag: Schäffer Poeschel Verlag
Erscheinungsort: Stuttgart
Erscheinungsdatum: 2019

RiskNET Rating:

sehr gut Praxisbezug
sehr gut Inhalt
sehr gut Verständlichkeit

sehr gut Gesamtbewertung

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