Solvency II lässt Bedarf an Rückversicherung steigen


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Ausländische Gesellschaften werden nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in den nächsten Jahren den Wettbewerb für die deutschen Rückversicherer beim Geschäft mit Lebens-Erstversicherern auf ihrem Heimatmarkt verschärfen. In ihrem Bericht "Global Reinsurance Highlights" verweist S&P auf die gestiegenen Kapitalanforderungen für deutsche Lebens-Erstversicherer, die sich aus der europaweiten Regulation des Versicherungsmarktes ergeben. Auch zählen sinkendes Marktvolumen in den USA und in Großbritannien zu den Gründen, dass ausländische Lebens-Rückversicherer verstärkt in das Geschäft in Europas größter Volkswirtschaft einsteigen wollen. Traditionell haben Unternehmen wie die Münchener Rück, die Hannover Rück, GE Frankona oder Revios einen starken Halt in ihrem deutschen Heimatmarkt. "Sie dominieren den Markt angesichts langer Beziehungen (mit Lebensversicherern) seit vielen Jahrzehnten", schreiben die Analysten von S&P. "Aber es gibt Anzeichen, dass das Kartell brechen könnte", schreiben die Analysten und verweisen auf die höheren Anforderungen an die Kapitalausstattung und Diversifikation bei den Lebensversicherern angesichts der bevorstehenden Einführung der Eigenkapitalvorschriften Solvency II 2010.

Bröckelt das Rückversicherungskartell?

Der äußerst fragmentierte deutsche Markt mit rund 120 Lebens-Erstversicherern zählt eine Hand voll großer Unternehmen wie die Allianz Lebensversicherungs AG, AMB Generali, die deutsche Tochter der italienischen Assicurazioni Generali SpA; und die Erstversicherungsgruppe Ergo der Münchener Rück. Die Mehrzahl der deutschen Lebensversicherer sind allerdings kleine Unternehmen, etwa wie Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit oder Gesellschaften des öffentlichen Sektors. Die Einführung der Solvency-II-Regeln werde angesichts der höheren Kapitalforderungen einerseits den Bedarf der Erstversicherer an mehr Rückversicherung steigen lassen, schreiben die Analysten von S&P.

Solvency II als Haupttreiber

Andererseits könnten die neuen Kapitalanforderungen den Markteintritt neuer Unternehmen beschleunigen, da die Erstversicherer bestrebt sind, ihre Risiken auf mehrere Rückversicherer zu verteilen, prognostizieren die S&P-Analysten. Zudem könnten  deutsche (Lebens Erstversicherungs-) Unternehmen künftig benachteiligt werden, wenn sie nur einem oder zwei Rückversicherern vertrauen. Dadurch könnte sich neuen Unternehmen auf dem deutschen Markt eine Chance bieten,  schreiben die Analysten. Gleichzeitig veranlasst das seit Jahren rückläufige Marktvolumen in den USA und in Großbritannien die Lebenrücksversicherer nach neuen Märkten zu suchen, heißt es in dem Bericht weiter. "Plötzlich werden Kontinental-Europa und besonders Deutschland als attraktive Möglichkeiten gesehen, mit Solvency II als Haupttreiber", schreibt S&P.

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