Die deutsche Wirtschaft befindet sich nicht in einer akuten Schockphase, sondern in einer zähen Anpassungsperiode. Genau darin liegt die besondere Relevanz der aktuellen Default Study 2026 von Creditreform Rating. Die Studie beschreibt kein spektakuläres Krisenszenario mit abrupten Verwerfungen, sondern eine breit angelegte, strukturell getriebene Verschlechterung der Risikolage. Für Risikomanager ist das bedeutsam, weil solche Phasen häufig gefährlicher sind als kurzfristige Ausnahmezustände: Sie verändern Portfolios schleichend, erhöhen die Zahl latenter Problemengagements und unterminieren die Aussagekraft vergangenheitsbezogener Stabilitätsannahmen.
Nach Angaben von Creditreform Rating stieg die empirische Ausfallrate deutscher Unternehmen im Jahr 2025 auf 1,88 Prozent. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg auf 2,08 Prozent erwartet. Damit würde die Zwei-Prozent-Marke erstmals seit der globalen Finanzkrise wieder überschritten. Die entscheidende Botschaft lautet also nicht nur: Das Risiko steigt. Sie lautet vielmehr: Das Kreditrisiko normalisiert sich nicht auf das Niveau der 2010er Jahre zurück, sondern auf ein höheres Plateau. Genau dieses Plateau ist für die Praxis des Risikomanagements relevanter als der bloße Jahreswert.
Makroökonomischer Hintergrund: Stagnation statt Erholung
Das konjunkturelle Umfeld liefert die erste Erklärung für diese Entwicklung. Die Studie beschreibt für das Jahr 2025 ein reales BIP-Wachstum von lediglich 0,2 Prozent. Damit wurde zwar eine erneute Rezession vermieden, von einer tragfähigen Erholung kann jedoch keine Rede sein. Getragen wurde die leichte Expansion vor allem durch privaten Konsum und staatliche Ausgaben.
Industrieproduktion, Investitionen und Teile des Außenhandels blieben dagegen schwach. Für Risikomanager ist das ein klassisches Warnsignal: Wenn eine Volkswirtschaft nicht aus eigener investiver Dynamik wächst, sondern vor allem über Konsum und fiskalische Stützung stabilisiert wird, ist die Resilienz der Unternehmenslandschaft begrenzt.
Hinzu kommen strukturelle Belastungsfaktoren, die in der Studie ausdrücklich benannt werden: hohe Energie- und Lohnkosten, geopolitische Unsicherheiten sowie eine gedämpfte Investitionsbereitschaft. Der Arbeitsmarkt zeigt erste Abschwächungstendenzen, offene Stellen gehen zurück und Banken halten an restriktiven Kreditvergabestandards fest. In der Kombination entsteht ein Umfeld, in dem Unternehmen nicht flächendeckend kollabieren, aber zunehmend unter Margendruck, Refinanzierungsstress und sinkender Planungssicherheit leiden. Aus Risikosicht verschiebt sich damit die Aufmerksamkeit von singulären Insolvenzfällen hin zu der Frage, welche Teilsegmente besonders sensitiv auf anhaltende Finanzierungskosten und Nachfrageschwäche reagieren.
Warum die empirische Ausfallrate mehr zeigt als die Insolvenzstatistik
Die Aussagekraft der Studie beruht wesentlich auf ihrer Definition des Ausfallereignisses. Creditreform Rating verwendet eine Basel-III/IV-konforme, bankennahe Definition. Ein Ausfall liegt demnach nicht nur bei eröffneten Insolvenzverfahren vor, sondern auch bei weiteren harten Negativmerkmalen oder bei einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Die Untersuchung erfasst damit mehr als juristisch sichtbare Insolvenzen. Sie bildet vielmehr die ökonomische Vorstufe des Kreditausfalls ab und ist daher für Banken, Versicherer, Investoren und Risikomanager besonders relevant.
Methodisch wichtig ist zudem die Breite der Datenbasis. Die Studie stützt sich auf eine Vollerhebung des deutschen Unternehmenssektors beziehungsweise auf eine sehr breit angelegte Datengrundlage mit rund 2,35 Millionen wirtschaftsaktiven Unternehmen. Dadurch entstehen empirische Ausfallraten statt modellbasierter Schätzungen. Für das Risikomanagement bedeutet das: Die präsentierten Quoten sind keine theoretischen Annahmen über künftige Verluste, sondern verdichtete Beobachtungen realer Zahlungsausfälle und Krisensignale. Sie eignen sich damit sowohl für die Kalibrierung makroökonomischer Frühwarnsysteme als auch für Benchmarking-Zwecke in Portfolios, Branchen-Heatmaps und Limitprozessen.
Langfristiger Verlauf: Die Normalisierung ist real – und sie ist breit
Die langfristige Entwicklung der empirischen Ausfallrate zeigt eine markante Bewegung. Nach den hohen Werten der frühen 2000er Jahre und der Finanzkrise fiel die Quote über viele Jahre, unterbrochen von einzelnen zyklischen Schwankungen. Besonders auffällig ist das pandemiebedingte Tief der Jahre 2020 und 2021. Damals sanken die beobachteten Ausfallraten auf ungewöhnlich niedrige Niveaus. Diese Phase war allerdings kein Ausdruck dauerhaft robuster Unternehmensbilanzen, sondern wesentlich das Ergebnis umfangreicher staatlicher Stützungsmaßnahmen, moratorienähnlicher Effekte und temporär abgefederter Kreditrisiken.
Aus diesem Blickwinkel ist der aktuelle Anstieg nicht als Ausreißer zu interpretieren, sondern als Rückkehr des ökonomisch wirksamen Risikos in die Daten. Bemerkenswert ist jedoch, dass das Niveau inzwischen nicht nur wieder das Vorkrisenumfeld erreicht hat, sondern darüber liegt. Mit 1,88 Prozent im Jahr 2025 liegt die Ausfallrate klar über dem Wert von 2019. Zugleich verlangsamt sich die Dynamik des Anstiegs leicht. Das ist keine Entwarnung, sondern spricht für eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Für Risikomanager folgt daraus eine doppelte Konsequenz: Einerseits nehmen pauschale Portfoliobelastungen zu, andererseits wird die Differenzierung nach Sektoren, Größenklassen und Lebenszyklusphasen wichtiger, weil in einem erhöhten Risikoplateau Selektionsfehler stärker ins Gewicht fallen.
Abb. 01: Empirische Ausfallrate deutscher Unternehmen [Quelle: Creditreform Economic Research (2026): Default Study 2026].
Größe zählt: Warum vor allem kleine und mittlere Unternehmen exponiert sind
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die ausgeprägte Risikodivergenz nach Unternehmensgröße. Besonders betroffen sind kleine und mittelgroße Unternehmen. In der Umsatzklasse zwischen 500.000 Euro und 2 Millionen Euro wurde 2025 eine Ausfallquote von 2,06 Prozent gemessen. Damit überschreitet dieses Segment erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder die Zwei-Prozent-Marke. Auch im klassischen Mittelstandssegment zwischen 10 und 50 Millionen Euro Umsatz steigt das Risiko weiter. Dagegen bleiben große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 250 Millionen Euro vergleichsweise robust; ihre Ausfallquote liegt mit 0,36 Prozent deutlich niedriger.
Für das Risikomanagement ist diese Spreizung hoch relevant. Kleine Unternehmen verfügen in der Regel über geringere Finanzierungsspielräume, schwächere Diversifikation, dünnere Liquiditätspuffer und eine höhere Sensitivität gegenüber Nachfragerückgängen oder Kostenanstiegen. Gleichzeitig können schon kleine operative Störungen die Kapitaldienstfähigkeit beeinträchtigen. In Portfolien mit hohem KMU-Anteil sollte deshalb nicht nur auf klassische Ausfallwahrscheinlichkeiten geschaut werden. Erforderlich ist eine engere Verbindung von Bonitätsanalyse, Liquiditätsmonitoring, Covenants, Zahlungsdaten und qualitativen Frühindikatoren wie Auftragslage, Working-Capital-Spannungen oder Wechsel in der Lieferantenstruktur. Die Studie legt nahe, dass sich das Kreditrisiko im Mittelstand nicht als Randphänomen, sondern als systematischer Belastungsfaktor etabliert.
Branchensicht: Zyklische Sektoren bleiben die Hotspots
Auch branchenseitig zeigt sich eine klare Musterbildung. Die höchsten Ausfallraten verzeichnet 2025 erneut der Bereich Verkehr und Logistik mit 3,58 Prozent. Dahinter folgt das Baugewerbe mit 2,37 Prozent. Ebenfalls erhöht bleiben konsumnahe Dienstleistungen, Groß- und Einzelhandel sowie unternehmensnahe Dienstleistungen. Selbst dort, wo die Niveaus niedriger sind, liegen die Quoten überwiegend über dem Vorkrisenjahr 2019. Die Risikoverschlechterung ist also nicht mehr auf wenige Problembranchen begrenzt, sondern breit in der Wirtschaftsstruktur angelegt.
Für Risikomanager lässt sich daraus mehr ableiten als eine bloße Branchenrangliste. Verkehr und Logistik stehen beispielhaft für Geschäftsmodelle mit hoher Kostenvolatilität, engem Margenkorridor und starker Abhängigkeit von Konjunktur, Energiepreisen und Auslastung. Das Baugewerbe wiederum reagiert besonders sensibel auf Zinsniveau, Investitionszurückhaltung, Projektverschiebungen und Preisunsicherheit entlang der Wertschöpfungskette. Konsumnahe Dienstleistungen und Handel leiden unter einer fragilen Binnennachfrage und anhaltendem Margendruck. Wer Branchenrisiken beurteilt, sollte deshalb weniger nach historischen Durchschnittsausfällen und stärker nach strukturellen Verwundbarkeiten differenzieren: Preissetzungsmacht, Kapitalintensität, Refinanzierungsbedarf, Vertragslaufzeiten, Fixkostenquote und Lieferkettenabhängigkeit gewinnen an Gewicht.
Abb. 02: Ausfallraten nach Wirtschaftszweig [Quelle: Creditreform Economic Research (2026): Default Study 2026].
Regionale Muster: Keine reine Geografie, sondern Wirtschaftsstruktur
Die regionale Auswertung bestätigt, dass das Ausfallgeschehen zwar räumlich unterscheidbar, aber nicht primär geografisch erklärbar ist. Berlin weist 2025 mit 3,04 Prozent die höchste Ausfallquote auf, gefolgt von Bremen mit 2,54 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 2,16 Prozent. Am unteren Ende liegen ostdeutsche Flächenländer wie Thüringen, Sachsen oder Bayern-nahe Vergleichswerte im niedrigen Bereich von rund 1,2 bis 1,6 Prozent. Gleichwohl steigen die Risiken nahezu überall.
Die Studie betont ausdrücklich, dass regionale Unterschiede vor allem die jeweilige Wirtschaftsstruktur widerspiegeln. Für das Risikomanagement bedeutet das: Regionale Heatmaps sind nur dann aussagekräftig, wenn sie mit Branchen- und Unternehmensgrößeneffekten verknüpft werden. Eine Regionalquote ist kein autonomer Risikotreiber, sondern häufig das Resultat von Branchenschwerpunkten, Urbanitätsfaktoren, Dienstleistungsdichte, Immobilien- und Bausegmenten oder dem Anteil junger Unternehmen. In der Praxis empfiehlt sich daher eine mehrdimensionale Portfoliobetrachtung, bei der Region nicht isoliert, sondern als Interaktionsmerkmal modelliert wird. Genau dadurch lassen sich Fehlsteuerungen vermeiden, etwa wenn ein geografisch diversifiziertes Portfolio in Wahrheit stark auf dieselben konjunktursensiblen Branchen konzentriert ist.
Abb. 03: Ausfallraten nach Bundesland [Quelle: Creditreform Economic Research (2026): Default Study 2026].
Unternehmensalter als Frühwarnsignal
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf das Unternehmensalter. Die höchste Ausfallquote entfällt 2025 auf Unternehmen im Alter von zwei bis fünf Jahren; sie liegt bei 3,66 Prozent. Auch sehr junge Unternehmen unter zwei Jahren weisen mit 2,55 Prozent ein hohes Niveau auf. Selbst in der Gruppe der fünf- bis zehnjährigen Unternehmen steigt die Quote auf 2,81 Prozent. Erst bei Unternehmen mit mindestens zehn Jahren Historie sinkt die Ausfallrate auf 1,12 Prozent, bleibt aber ebenfalls erhöht.
Für Risikomanager ist dies ein starkes Argument dafür, Lebenszyklusrisiken systematischer in Rating- und Monitoringprozesse einzubauen. Junge Unternehmen reagieren meist sensibler auf externe Schocks, weil Skalierung, Marktposition, Kundenbasis und Kapitalstruktur noch nicht gefestigt sind. Gerade in Phasen schwachen Wachstums und restriktiver Kreditvergabe steigen die Anforderungen an Working Capital, Zahlungsdisziplin und Ertragsstabilität. Das bedeutet nicht, dass junge Unternehmen grundsätzlich unattraktiv wären. Es bedeutet aber, dass ihre Risikotreiber andere sind: weniger etablierte Cashflows, stärkere Abhängigkeit von Einzelfinanzierungen, höhere Anfälligkeit für operative Anlaufprobleme und geringere Krisenpuffer. Ein professionelles Risikomanagement muss diese Unterschiede in Limitierungen, Pricing, Frühwarnschwellen und Szenarioanalysen sichtbar machen.
Prognose 2026: Das Überschreiten der Zwei-Prozent-Marke ist mehr als eine Zahl
Die Prognose von 2,08 Prozent für 2026 markiert einen symbolischen und praktischen Wendepunkt. Symbolisch, weil damit ein Wert erreicht würde, der seit der globalen Finanzkrise nicht mehr beobachtet wurde. Praktisch, weil viele Risikomodelle, Budgets und Erwartungswerte noch immer auf Annahmen beruhen, die von deutlich niedrigeren Default-Quoten ausgehen. Wenn sich das Ausfallgeschehen auf einem erhöhten Plateau stabilisiert, müssen Risikokosten, Eigenkapitalunterlegung, Pricing und Portfoliosteuerung angepasst werden.
Zwar erwartet Creditreform Rating für 2026 und 2027 eine moderate konjunkturelle Erholung mit realem BIP-Wachstum von 1,1 beziehungsweise 1,5 Prozent. Doch die Studie verweist zugleich auf erhebliche Unsicherheiten: schwache Industrieaufträge, volatile Produktionsdaten, geopolitische Risiken im Nahen Osten sowie die Gefahr erneuter Belastungen über Energiepreise, Inflation und Lieferketten. Aus Risikooptik ist das entscheidend. Nicht jede makroökonomische Erholung senkt automatisch die Ausfallraten. Oft wirken Kreditrisiken mit Zeitverzug, weil Unternehmen zunächst Reserven aufbrauchen, Anschlussfinanzierungen verteuern oder Restrukturierungen erst verspätet sichtbar werden. Deshalb sollten Risikomanager das Basisszenario einer moderaten Erholung nicht mit einem Basisszenario sinkender Defaults verwechseln.
Abb. 04: Prognose für die empirische Ausfallrate [Quelle: Creditreform Economic Research (2026): Default Study 2026].
Implikationen für die Praxis des Risikomanagements
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus konkret? Erstens steigt die Bedeutung granularer Portfoliosteuerung. In einem Umfeld breit erhöhter, aber heterogener Risiken reichen sektorale Pauschalurteile nicht aus. Gefragt sind Segmentierungen nach Unternehmensgröße, Alter, Branche, Region und Refinanzierungsprofil. Zweitens gewinnen Frühindikatoren an Bedeutung. Zahlungsstörungen, Covenant-Verletzungen, sinkende Auftragseingänge, Working-Capital-Ausweitungen, verspätete Abschlüsse oder auffällige Veränderungen im Debitorenverhalten müssen schneller in Risikoprozesse überführt werden.
Drittens sollten Szenarioanalysen stärker auf Persistenz statt nur auf Schockereignisse ausgerichtet werden. Die aktuelle Lage ist kein kurzer Stress, sondern eher eine verlängerte Belastungsphase mit begrenzter Wachstumsdynamik. Dafür müssen Stresstests andere Fragen stellen: Wie wirken zwei bis drei Jahre hoher Finanzierungskosten? Welche Segmente reagieren auf eine weitere Verschärfung der Kreditstandards? Wo entstehen Kumulationseffekte aus Baukrise, Konsumschwäche und geopolitischer Unsicherheit? Viertens sollte die Risikokommunikation gegenüber Vorstand, Kreditkomitee und Vertrieb geschärft werden. Ein erhöhtes Ausfallplateau verlangt weder Alarmismus noch Routine, sondern nüchterne Selektion. Genau darin liegt die Managementaufgabe: Risiken früher differenzieren, schwache Signale ernster nehmen und gute Risiken trotz eines schwierigeren Umfelds nicht pauschal aussortieren.
Fazit: 2026 ist kein Ausnahmejahr, sondern ein Signaljahr
Die Creditreform Default Study 2026 liefert für Risikomanager einen klaren Befund. Deutschlands Unternehmenssektor befindet sich in einer Phase fragiler Stabilisierung, in der sich das Ausfallgeschehen auf erhöhtem Niveau verfestigt. Die empirische Ausfallrate steigt, aber nicht explosionsartig. Gerade deshalb ist die Entwicklung ernst zu nehmen. Sie signalisiert eine strukturelle Anpassung nach dem künstlich gedämpften Pandemietief, verbunden mit schwachem Wachstum, hohen Finanzierungskosten und selektiver Kreditvergabe.
Die operative Schlussfolgerung lautet: 2026 sollte weniger als Krisenjahr denn als Signaljahr verstanden werden. Wer seine Risikomodelle, Portfoliosteuerung und Frühwarnsysteme jetzt auf ein dauerhaft höheres Default-Umfeld ausrichtet, erhöht die Robustheit der eigenen Entscheidungen. Wer dagegen auf eine rasche Rückkehr zur alten Niedrigrisikowelt setzt, riskiert Fehlkalibrierungen bei Pricing, Limitierung und Risikotragfähigkeit. Die Studie zeigt damit nicht nur, wo die Ausfallraten heute stehen. Sie zeigt, wie das Risikomanagement seine Perspektive ändern muss: weg von der Ausnahmebetrachtung, hin zu einer dauerhaft differenzierten Steuerung in einem anspruchsvolleren Unternehmensumfeld.
Fragen für das nächste Kredit- oder Risikokomitee
1. Welche Portfolioteile kombinieren hohe KMU-Quote, zyklische Branchenexponierung und jungen Unternehmensbestand?
2. Wo wurden Frühwarnindikatoren zuletzt zwar beobachtet, aber nicht in Pricing, Limitierung oder Besicherung übersetzt?
3. Welche Engagements sind besonders sensibel gegenüber zwei weiteren Jahren restriktiver Kreditstandards und erhöhter Realzinsen?
4. In welchen Regionen spiegeln sich Branchenkonzentrationen stärker wider als die geografische Diversifikation vermuten lässt?
5. Welche Segmente sollten im Monitoring enger getaktet werden, etwa über Zahlungsdaten, Covenant-Trigger oder Liquiditätsindikatoren?
6. Welche Annahmen in Szenarioanalysen, Risikobudgets und Erwartungswerten beruhen noch implizit auf dem Niedrigrisiko-Regime der Vorjahre?




