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Szenarioanalyse

Zahlreiche Risiken überschatten Wachstumsausblick

Redaktion RiskNET

Zahlreiche Risiken überschatten Wachstumsausblick

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen für die größten Länder der Eurozone für dieses und das nächste Jahr weitgehend bestätigt, sieht den Wachstumsausblick für die ganze Region aber von zahlreichen Risiken überschattet. In ihrer Sommerprognose hielt die Behörde an ihrer Wachstumsprognose für das Bruttosozialprodukt (BIP) des Euroraums von 1,2 Prozent in diesem Jahr fest. Für 2020 wurde die BIP-Prognose leicht auf 1,4 (Winterprognose: 1,5) Prozent gesenkt.

Externe Faktoren wie die weltweiten Handelsspannungen und erhebliche politische Unsicherheit "belasten nach wie vor das Unternehmervertrauen im verarbeitenden Gewerbe, das von der Entwicklung des Welthandels am stärksten abhängig ist, und dürfte die Wachstumsaussichten für das verbleibende Jahr schwächen", erklärte die Kommission. Die Inflation im gemeinsamen Währungsraum sieht die Kommission 2019 und 2020 bei jeweils 1,3 (1,4) Prozent.

Die BIP-Prognose für Deutschland von 0,5 Prozent für dieses Jahr wurde bestätigt, für 2020 allerdings leicht auf 1,4 (1,5) Prozent gesenkt. Frankreich wird in diesem Jahr ein Wachstum von 1,3 (1,3) Prozent zugetraut, für 2020 wurde die Prognose ebenfalls auf 1,4 (1,5) reduziert. Sehr schwach sind weiter die Wachstumsaussichten für Italien; die Brüsseler Behörde erwartet für 2019 weiter nur 0,1 (0,1) Prozent und für 2020 lediglich 0,7 (0,7) Prozent.

Zu den Risiken, die die Konjunktur im Euroraum bedrohen, sagte der für den Euro zuständige Vizepräsident der Kommission, Valdis Dombrovskis: "Eine anhaltende Schwäche im verarbeitenden Gewerbe, die auf handelspolitische Spannungen und politische Ungewissheit zurückzuführen ist, stellt die Widerstandsfähigkeit unserer Volkswirtschaften auf die Probe. In der Binnenperspektive birgt ein Brexit ohne Abkommen nach wie vor erhebliche Risiken."

Die Risiken, mit denen die weltweiten Wirtschaftsaussichten behaftet seien, blieben stark miteinander verknüpft und wiesen hauptsächlich nach unten, so die EU-Kommission. "Wenn sich die wirtschaftspolitische Konfrontation zwischen den USA und China ausweitet, könnte sich bei der mit großen Unsicherheiten verbundenen US-Handelspolitik der derzeitige Abwärtstrend im Welthandel und im verarbeitenden Gewerbe weltweit fortsetzen und auf andere Regionen und Sektoren durchschlagen."

Ein solches Szenario würde sich negativ auf die Weltwirtschaft auswirken und könnte auch zu Störungen am Finanzmarkt führen, warnte die Kommission. Zusätzlich bildeten Spannungen im Nahen und Mittleren Osten das Potenzial für erhebliche Ölpreissteigerungen.

 

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