Forderungsmanagement: Zahlungsausfälle vermeiden - Außenstände eintreiben


Rezension

Ein Auftrag wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Auslieferung wurde termingerecht vollzogen und dem Kunden in Rechnung gestellt. In nicht wenigen Geschäftsbeziehungen fangen dann die Probleme erst an. Es stellt sich heraus, dass der Geschäftspartner Zahlungsschwierigkeiten hat  und die Ware nicht bezahlen kann. Normale Vorgehensweise zum eintreiben der Forderungen ist das Erstellen der Mahnung. Ist auch der Mahnungsprozeß erfolglos, so bleibt nur noch das Einleiten des Gerichtlichen Mahnverfahrens in der Hoffnung, mit dieser Maßnahme die offenen Beträge noch beitreiben zu können.

Ziel des Forderungsmanagement ist, dass bereits vor der Auftragsannahme geklärt ist, ob der Kunde in der Lage ist, die Lieferung zu bezahlen. Diese Aspekte thematisiert der Autor in seinem Buch, wobei die Schwerpunkte der Erörterungen "auf die Stadien vor der Entstehung der Forderungen" (S.7) liegen. Denn hier sind in der Praxis die meisten Fehlerquellen des Forderungsausfalls zu suchen.  Basis für das Forderungsmanagement sind die Grundüberlegungen was unter einem Forderungsmanagement zu verstehen ist. Die Prozesskette wird in die Kategorien Identifikation, Bewertung und Selektion unterteilt und den Kategorien ordnet der Autor mögliche Methoden / Techniken zu, die zur Anwendung kommen können.

Der Prozess einer effizienten Forderungssteuerung beginnt bei der Vertragsanbahnung. Dem schließen sich Fragen zur Vertragsgestaltung bis hin zu der Frage der Forderungseintreibung an. Dabei stehen Aspekte im Vordergrund wie: Unterschiede der Rechtspersönlichkeiten, welche Datenquellen für die Bonitätsprüfung stehen zur Verfügung, welche Erkenntnisse werden durch die Bilanzanalyse gewonnen, welche Optionen der Forderungsabsicherung bestehen. Das Thema Vertragsgestaltung ist ein Schwerpunktthema in diesem Buch, wobei sowohl auf die nationale als auch auf die internationale Vertragsgestaltung eingegangen wird.

Letzte Möglichkeit zur Eintreibung der offenen Forderungen besteht in der Durchsetzung von Forderungen in der Individualvollstreckung. Der Autor geht sowohl auf die nationale Gesetzgebung als auch auf die EU Regelung ein. Dass auch länderübergreifend innerhalb der EU das Verfahren der Durchsetzung der Forderungseintreibung unbestrittener Forderungen harmonisiert und vereinfacht wurde, zeigt die Neuregelung der europäischen Zwangsvollstreckung. Dabei sind die verfahrensrechtlichen Mindestvorschriften an Voraussetzungen geknüpft, die zu beachten sind.     

Der Autor gibt Hinweise, was ein optimiertes Forderungsmanagement beinhalten muss. Das Buch vermittelt Anregungen, was zu einem Forderungsmanagement gehört. Bei der Risikoanalyse werden Methoden / Techniken wie Sensivitätsanalysen oder Delphi-Methode erwähnt (S.29). Leider fehlt die nähere Beschreibung, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist und wie diese Techniken anzuwenden sind. Leider erfährt der Leser nicht, wie ein Forderungsmanagement organisatorisch und systemtechnisch in das Unternehmen einzubinden ist. 

Rezension von Christoph Tigges


Details zur Publikation

Autor: Anton Huber
Seitenanzahl: 304
Verlag: mi-Fachbuch
Erscheinungsort: Heidelberg
Erscheinungsdatum: 2005

RiskNET Rating:

Praxisbezug
Inhalt
Verständlichkeit

sehr gut Gesamtbewertung

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