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Havarie der "Viking Sky"

Größere Schiffe führen zur Risikokonzentration

Redaktion RiskNET

Havarie der "Viking Sky": Größere Schiffe führen zur Risikokonzentration

Das havarierte Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" ist mittlerweile ohne weitere Zwischenfälle in einen norwegischen Hafen eingefahren. Das Passagierschiff war am Samstagnachmittag wegen Problemen mit dem Antrieb in einem gefährlichen Abschnitt der zentralen Westküste Norwegens in Seenot geraten. Nach Reedereiangaben waren 915 Passagiere und 458 Besatzungsmitglieder an Bord des 227 Meter langen Schiffes. Die meisten Fahrgäste sind Behördenangaben zufolge Briten und Amerikaner. Auch zwei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit zählten zu den Passagieren.

Anbei finden Sie einige relevante Informationen und Statistiken des Schifffahrtversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), die im Zusammenhang mit der Evakuierung der Viking Sky von Interesse sind. Generell sei angemerkt, dass Schiffsverluste in den letzten zehn Jahren um mehr als ein Drittel (38 Prozent) zurückgegangen sind, was auf ein verbessertes Schiffsdesign, neue Technologie und Fortschritte im Bereich Risikomanagement und Sicherheit zurückzuführen ist. Es kommt jedoch weiterhin zu Unglücken, wie das Beispiel der "Viking Sky" zeigt.

Schadenfälle in der Schifffahrt:

  • In ihrer jüngsten "Safety And Shipping Review" hat die AGCS insgesamt 25.967 Schiffsunglücke zwischen Januar 2008 und Dezember 2017 analysiert. Von diesen Vorfällen wurde etwa ein Drittel (8.532) durch Maschinenschäden oder -ausfälle verursacht, wie es beispielsweise bei dem Motorausfall der Viking Sky der Fall war. Maschinenbruch ist die häufigste Ursache für Schiffsunfälle in den letzten zehn Jahren, noch vor der Kollision mit anderen Schiffen (3.787 Vorfälle) oder Auf Grund laufen/Strandung (3.740).
  • Weltweit wurden im Jahr 2017 insgesamt 2.712 Schiffsunfälle gemeldet. Das ist ein leichter Anstieg um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl ist vor allem getrieben durch einen Anstieg an Maschinenschäden/ Störfälle, die in diesem Jahr über 40% der Vorfälle verursachten.
  • Mit 101 gemeldeten Vorfällen rangierten isländische und norwegische Gewässer 2017 auf dem zehnten Platz der Gefahrengebiete weltweit (basierend auf Schiffen mit 100 Bruttotonnen oder mehr); das ist ein Anstieg von 23 Prozent im Jahresvergleich. Mit 1.060 gemeldeten Vorfällen in den zurückliegenden zehn Jahren rangierte die Region zudem auf dem siebten Platz der risikoreichsten Gewässer weltweit für diesen Zeitraum.
  • Weltweit gab es 2017 insgesamt 375 Schiffsunfälle mit Passagierschiffen (Fähren, Kreuzfahrtschiffe etc.). Das ist etwas weniger als im Vorjahr. Zwischen 2008 und 2017 gab es insgesamt 3.513 Schiffsunfälle mit Passagierschiffen, womit es der dritthäufigste Schiffstyp ist, der an Schiffsunfällen beteiligt ist – nach Frachtschiffen und Massengutfrachtern.

Trends: Steigende Kosten für Maschinenausfälle

  • Maschinenausfall/-bruch (einschließlich Motorschaden) ist laut der AGCS-Analyse nach wie vor eine der Hauptursachen für Schäden in der Schiffsversicherung, sowohl wertmäßig als auch in der Frequenz.
  • Basierend auf der Analyse von mehr als 230.000 Schadensfällen in der weltweiten Transport-versicherung zwischen Juli 2013 und Juli 2018 lassen sich 12 Prozent des gesamten Schadenvolumens darauf zurückführen (über 1 Mrd. Euro). Maschinenausfälle sind damit die drittteuerste Ursache für Schäden nach den Ursachen "Schiffbruch/Kollision" und "Feuer/Explosion".
  • Dies ist ein Trend, der sich in naher Zukunft wahrscheinlich nicht ändern wird. Tatsächlich haben die Schäden für Maschinenausfälle zugenommen, was auf die steigenden Reparaturkosten und die Folgen immer größerer Schiffe zurückzuführen ist.
  • Die Qualität der Wartung und der Einhaltung der Herstellerrichtlinien bereiten ebenso Sorgen in der Branche wie die Qualität von Komponenten und Ersatzteilen. Dies geschieht in einer Phase, in der Schäden durch Maschinenausfall aufgrund höherer Reparaturkosten und steigender Ersatzteilkosten ohnehin immer teurer werden.

Trends: Wetter

  • Schlechtes Wetter ist für die Schifffahrt und deren Sicherheit weiterhin eine Herausforderung. Im Jahr 2017 war es bei 21 der 94 als "Totalschäden" gemeldeten Schiffe die Ursache – rund 22 Prozent.

Trends: Große Schiffe

  • Da Schiffe an Größe zunehmen, sind Kosten für die Gesamtschäden überproportional gestiegen. Dies relativiert gleichzeitige Verbesserungen bei Sicherheit und Risikomanagement. In vielerlei Hinsicht sind solche Schiffe sicherer, die Häufigkeit der Verluste geht stetig zurück. Die Kosten pro Vorfall sind jedoch gestiegen, was zu einem großen Teil auf die Kosten für Schäden an großen Schiffen zurückzuführen ist.
  • Größere Schiffe bedeuten eine weitaus größere Risikokonzentration – es stehen größere Werte an Bord auf dem Spiel und die Gefährdungen in den Häfen steigen. Auch die Krisenreaktion auf Brände, Kollisionen oder auf Grund laufen ist bei großen Schiffen sehr viel komplexer und teurer.
[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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