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Human Factor Risk

Fehlende Prävention für 62 Prozent der Risikoeintritte verantwortlich

Redaktion RiskNET

Human Factor Risk: Fehlende Prävention für 62 Prozent der Risikoeintritte verantwortlich

Die Auswirkungen von Anlagenausfällen sind mittlerweile sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch der Schwere von Versicherungsschäden vergleichbar mit Brandkatastrophen. Das geht aus einer Analyse der Großschäden hervor, die im Jahr 2018 an FM Global, einen der weltweit größten Industriesachversicherer, gemeldet wurden. Als Großschaden gelten dabei alle Schadeneintritte höher als drei Millionen US-Dollar, die nicht auf Naturkatastrophen zurückzuführen sind. Von den 232 Großschäden, die im letzten Jahr bei FM Global versichert waren, wurden 65 durch Anlagenausfälle ausgelöst. Diese verursachten 28 Prozent der im Jahr 2018 von FM Global verzeichneten und in Dollar bezifferten Gesamtschäden.

Die FM-Global-Risikoanalysten zeigen auf, dass viele dieser Schäden durch Anlagenausfälle im vergangenen Jahr hätten verhindert werden können. Allerdings nehmen viele Unternehmen angesichts einer florierenden Wirtschaft ihre Anlagen nicht für präventive Instandhaltungsmaßnahmen außer Betrieb. Vielmehr gehen sie in vielen Fällen ein Risiko ein, das sie teuer zu stehen kommen kann, statt auf konservativere Strategien zu setzen. Weitere wichtige Ergebnisse der Großschaden-Analyse von 2018:

  • 62 Prozent der Schäden durch Anlagenausfälle waren auf eine unzureichende Instandhaltung zurückzuführen, was letztlich drei Viertel der geleisteten Schadenzahlungen ausmachte.
  • 25 Prozent der Schäden durch Anlagenausfälle traten nach Reparaturen oder während der Inbetriebnahme auf.
  • Bei fast der Hälfte aller Schäden durch Anlagenausfälle spielten Auswirkungen durch menschliche Faktoren eine wichtige Rolle.
  • Der Schulungsstand von Bedienern war bei 43 Prozent der Anlagenschäden relevant. Daraus geht klar hervor, dass verbesserte Schulungs- und Wissenstransferprozesse benötigt werden, da mit demographischen Veränderungen erhebliche Personalfluktuationen in der Branche einhergehen.

In den letzten fünf Jahren stieg die Anzahl der von Anlagenausfällen verursachten Schäden, besonders in der Zellstoff- und Papier-, der Chemie-, der Stromversorgungs- und der Bergbaubranche.

Zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2019 wird FM Global seinen Service rund um die industriellen Steuerungssysteme erweitern. Dadurch fallen in Zukunft auch die Software und die Hardware, mit denen die Industriesysteme der Kunden gesteuert werden, sowie Cybersicherheit unter die technische Schadenverhütung. Im April 2019 kündigte FM Global den Plan an, 60 erfahrene Ingenieure einzustellen, die sich speziell damit befassen werden, Kunden bei der Vermeidung von Schäden im Zusammenhang mit Anlagenausfällen zu unterstützen. Sobald diese zusätzlichen Ingenieure eingestellt sind, wird FM Global mehr als 250 Ingenieure beschäftigen, die ausschließlich für wichtige Anlagen wie Kessel, Turbinen, Generatoren, Transformatoren, Chemikalienbehälter, Kompressoren sowie Zellstoff- und Papierverarbeitungsmaschinen zuständig sind.

 

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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