Modernste Process-Mining-Technologie steigert die Resilienz

Digitale Transparenz für die Supply Chain


Trevor Miles
Digitale Transparenz für die Supply Chain: Modernste Process-Mining-Technologie steigert die ResilienzKolumne

Supply Chain Transparenz hat für Unternehmen größte Priorität. Dies bestätigte jüngst auch eine Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Consulting-Unternehmens PwC. Denn das Risiko für das Gesamtgeschäft, das von Ausfällen oder Verzögerungen in der Lieferkette ausstrahlt, ist enorm. Solche Risiken rechtzeitig zu erkennen, ist daher der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg. Gerade in Zeiten von COVID-19 mussten das bereits viele Unternehmen schmerzhaft erfahren. Doch wie kann es Managern gelingen, stets zu wissen, was in der Lieferkette vor sich geht? Und wie können Entscheider diese Erkenntnisse nutzen, um die Ausfallrisiken zu minimieren? Agile Prozessoptimierung mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und modernster Process-Mining-Technologie ist die Antwort.

Vorteile von Supply-Chain-Transparenz: Kundenzufriedenheit, Umsatzsteigerung, Resilienz

Eine transparente Lieferkette ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Unternehmen langfristig am Markt bestehen können. Denn sie trägt beispielsweise dazu bei, mögliche Lieferengpässe von Zulieferern frühzeitig zu erkennen, bevor die eigene Fertigung ins Stocken gerät. Und sie hilft dabei, die eigenen Lagerbestände zu verwalten. Letztendlich ist eine transparente Supply Chain auch die Grundlage für Kundenzufriedenheit. Denn sie ermöglicht es Unternehmen, ihre Kunden jederzeit über den aktuellen Status von Bestellungen auf dem Laufenden zu halten, sowie Probleme bei der Einhaltung von Lieferversprechen rechtzeitig kommunizieren zu können.

Unternehmen, die auf eine digitale Supply Chain setzen, sind ihren Wettbewerbern entscheidend voraus. Die eingangs genannte PwC-Studie zeigt das deutlich: 84 Prozent der Digital Champions, sprich der Unternehmen, die bereits einen sehr hohen Anteil ihrer Supply Chain digitalisiert haben und mit KI und anderen Technologien optimieren, können ihre Kunden pünktlich beliefern. Im Gegensatz dazu gelingt das nur 12 Prozent der sogenannten Digitalen Novizen, deren digitale Lieferkette noch in den Kinderschuhen steckt. Reinhard Geissbauer, Partner und globaler Leiter für Digital Operations bei PwC, sagt: "Auffällig ist, dass die Digital Champions schon sehr weit sind bei der Nutzung aller interner und externer Daten zur Steuerung der Supply Chain. Sie greifen mehr und mehr auch auf unstrukturierte externe Daten zurück, etwa aus IoT- und Social-Media-Anwendungen sowie auf externe Kundendaten."

Auch die aktuelle, Covid-19 bedingte Lage hat Unternehmen gezeigt, dass Lieferketten extrem transparent und anpassungsfähig sein müssen. Enorme Nachfrageschwankungen von einem Tag auf den nächsten waren zu Beginn von COVID-19 an der Tagesordnung: Verzeichneten Hersteller von medizinischen Produkten, Toilettenpapier oder Hefe auf einmal eine sehr starke Nachfrage, ging der Bedarf an Teilen für die Automobilproduktion gegen Null. Nach ein paar Wochen des Mangels, entwickelte sich aber beispielsweise das Toilettenpapier zum Ladenhüter. In solch einer Situation sind transparente, flexible und resiliente Lieferketten gefragt. Denn das hilft den Verantwortlichen sehr schnell zu verstehen, was sich in den bisherigen Abläufen ändern muss und sie können innerhalb kürzester Zeit auf die veränderten Bedingungen reagieren.

Der Weg zu einer transparenten und agilen Supply Chain

Allzu oft ist die größte Herausforderung für eine belastbare Lieferkette die Lücke, die zwischen Planung und Realität klafft – ausgelöst durch Abteilungssilos und veraltete, ungenaue Daten.

  • Empfehlung 1: Aufbrechen der Silo-Struktur
    Komplexe Lieferketten sind oft durch Abteilungssilos geprägt. Dies verhindert einen umfassenden Einblick in die Abläufe der Supply Chain. Zusätzlich zu dieser Silo-Struktur verfolgt jede Abteilung eigene Ziele. Die übergeordnete Zielsetzung, wie zum Beispiel die Optimierung des Perfect Order Index oder der Cash-to-Cash-Time, wird dabei allzu oft aus den Augen verloren. Die Folge sind Zielkonflikte. Und diese kosten Zeit und Geld.
  • Empfehlung 2: Daten in Echtzeit
    Eine Bewertung der aktuellen Lage in Echtzeit ist erforderlich, um den wahren Nutzen einer transparenten Supply Chain zu erhalten. Die Basis dafür ist eine präzise Datengrundlage. Was jedoch so einfach klingt, ist in Realität eine große Hürde für viele IT-Anwendungen.

Schließen der Lücke zwischen Planung und Realität

Die Operational App für Materialmanagement in der Supply Chain von Celonis kann Unternehmen helfen, die Transparenz und Resilienz ihrer Supply Chain zu verbessern.

Basis dafür sind Prozessdaten, sprich Daten mit einem Zeitstempel, einer Aktivität und Case-ID. Dank Echtzeit-Datenkonnektivität werden sie aus herkömmlichen Quellsystemen, wie SAP oder Salesforce ohne zeitliche Verzögerung extrahiert und analysiert. In Kombination mit künstlicher Intelligenz und Automatisierung zielt die Technologie darauf, Reibungsverluste in den Prozessen aufzudecken und intelligente Maßnahmen zu ergreifen, um die Geschäftsabläufe in Hinblick auf ihre strategischen Ziele zu optimieren. So gelingt es dann auch, die Lücke zwischen Planung und Realität zu schließen.

Ausfallrisiko minimieren – Gefahren fürs Gesamtgeschäft erkennen

In der Praxis bedeutet dies, dass das Risiko für das Gesamtgeschäft, das von Ausfällen oder Verzögerungen in der Lieferkette in hohem Maße beeinflusst wird, deutlich minimiert werden kann.

Unternehmen können ihre Lieferkette mithilfe von der Celonis Operational App für Materialmanagement in der Supply Chain stets an ihren aktuellen strategischen Zielen ausrichten. Ist anfangs vielleicht die Reduzierung des Umsatzrisikos eine große Herausforderung, kann bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit auf die Optimierung des Materialmanagements umgestellt werden.

Rollenbasierte Dashboards helfen dabei, alle Ebenen vom Management bis hin zum Lagermitarbeiter, einzubeziehen. Im Hintergrund spürt Process Mining die am meisten gefährdeten Regionen und Materialgruppen auf, indem der Bestand mit Kundenbestellungen abgeglichen wird. Daraufhin identifiziert die Software die mit dem Bestand verbundenen spezifischen Lieferanten und deckt die Lücke in den Planungsannahmen auf – zum Beispiel in Form ungenauer und zu niedriger Vorlaufzeiten, die zu durchgängig verspäteten Bestellungen und niedrigen Beständen führen. Um dieses Problem zu adressieren, generiert Process Mining genauere Vorlaufzeiten und schätzt die Wahrscheinlichkeit einer pünktlichen Lieferung für jede einzelne Bestellung ab. So können Supply-Chain-Manager die ihnen verfügbaren Möglichkeiten datenbasiert abwägen. Die gewählte Vorlaufzeit im ERP-System wird automatisch aktualisiert, so dass die laufende Planung genauere Vorlaufzeiten widerspiegelt und gewährleistet, dass die richtigen Materialmengen auf Lager sind. Um für eine bessere Auftragserfüllung zu sorgen, empfiehlt die Process-Mining-Software schließlich eine Bestandsneuverteilung zwischen den Standorten. So wird sichergestellt, dass alles genau dort ist, wo es benötigt wird.

Egal, ob es um die Optimierung des Working Capitals, des Umsatzrisikos oder der Rentabilität geht – die Operational App für Materialmanagement in der Supply Chain von Celonis spürt mithilfe von Process Mining Störfaktoren über Abteilungsgrenzen hinweg auf, verbessert Planungsannahmen und leitet sofortige Maßnahmen zur Zielerreichung auf jeder Unternehmensebene ein. Damit sind Unternehmen nicht nur in der Lage, die Abläufe ihrer Supply Chain in Echtzeit zu verfolgen, sondern sie können auch schnell auf unternehmerische Herausforderungen reagieren – je nach Situation.

Autor:

Trevor Miles
, Principle, Supply Chain and Manufacturing Solutions beim führenden Anbieter von Process-Mining- und Process-Excellence-Software Celonis, verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Supply Chain. Stationen führten ihn von PwC und SAP zum Münchner Einhorn.

 

[ Bildquelle: Adobe Stock / TMLsPhotoG ]
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