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Geldpolitik gefährdet Geschäftsmodell der Banken

Deutliche Risiken für Finanzmarktstabilität

Redaktion RiskNET

Deutliche Risiken für Finanzmarktstabilität

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt aus Sicht des deutschen Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung das Geschäftsmodell der Banken grundsätzlich in Frage. Insgesamt sehen die Wirtschaftsforscher in ihrem Jahresgutachten deutliche Risiken für die Finanzmarktstabilität.

Die Marktturbulenzen, die speziell die in jüngster Zeit speziell Bankenpapiere belastet haben, sind aus Sicht des Sachverständigenrats vermutlich keine reinen Übertreibungen gewesen. Tatsächlich gibt es aus Sicht der Experten eine Reihe von Faktoren, die die Profitabilität der Finanzinstitute beeinträchtigten, und die die Verluste zumindest teilweise erklären können.

Neben den mittelfristigen Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik zählt der Sachverständigenrat dazu auch kurzfristig Kreditrisiken aus dem Ölgeschäft.

Die im Vergleich zum Jahresende 2015 nach unten verschobenen Zinsstrukturkurven in den USA und in der Eurozone deuten nach Ansicht der Ökonomen auf eine länger andauernde Niedrigzinsphase im Euroraum und eine langsamere Straffung der US-Geldpolitik hin. Das führt wegen der flacheren Zinsstrukturkurve zu tendenziell sinkenden Gewinnen der Banken und damit letztlich zu einer "zunehmenden Aushöhlung des Geschäftsmodells".

Kritisch äußert sich der Sachverständigenrat zu den nachrangigen Schuldtiteln der Banken. Die Kursverluste bei diesen Papieren, insbesondere bei den sogenannten Coco-Bonds, und der Anstieg der Risikoprämien im Februar, zeigten die "Gefahr destabilisierender Preisspiralen in Krisenzeiten". Dies wecke Zweifel, ob die Widerstandsfähigkeit der Banken über diese Finanzierungsinstrumente tatsächlich erhöht werden könne.

Positiv mache sich die lockere EZB-Politik und die dadurch günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen dagegen bei der Kreditvergabe bemerkbar, heißt es im Jahresgutachten. Die Kredithürde des ifo-Instituts weise auf die großzügige Vergabepolitik der Banken hin. Zudem verzeichneten die Banken seit einiger Zeit spürbare Zuwächse im Buchkreditgeschäft mit den privaten Haushalten, vornehmlich durch Hypotheken. Der Sachverständigenrat rechnet für dieses und kommendes Jahr mit anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen als Folge der lockeren Geldpolitik.

[ Bildquelle: © M. Schuppich - Fotolia.com ]


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