News

Governance

"Blinder Fleck" im Kampf gegen Terrorismus?

Redaktion RiskNET

"Blinder Fleck" im Kampf gegen Terrorismus?

Die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland fordert Antikorruptionsmaßnahmen als Grundlage zur Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität. Politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger müssen Korruption als wesentlichen unterstützenden Faktor für Terrorismus und Organisierte Kriminalität begreifen.

Dazu Peter Conze, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland: "Korruptionsbekämpfung ist eine Querschnittsaufgabe. Die deutsche Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik muss Korruption als Kerndes Problems und nicht als Randerscheinung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität behandeln."

Bei der Beschaffung von illegalen Pässen, Flugtickets oder der Schmuggel von Waren: Solche Aktivitäten zur Unterstützung terroristischer und krimineller Aktivitäten wären ohne Korruption unmöglich. Um dies zu unterbinden, müssen Grenz- und Zollbehörden gestärkt und die internationale polizeiliche Zusammenarbeit verbessert werden. Um die Finanzierungsquellen offenzulegen, bedarf es mehr Transparenz der weltweiten Finanzströme.

Der gegenwärtige Koalitionsvertrag betont zwar die Bedeutung des Kampfes gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Maßnahmen müssen allerdings über eine Stärkung des Zolls hinausgehen. Um den Aktivitäten von Kriminellen und Terroristen einen Riegel vorzuschieben, muss das Aufspüren von Geldern aus illegalen Geschäften erleichtert werden. Noch immer ist es zu leicht, die wirtschaftlich Berechtigten von Bankkonten und Unternehmen zu verschleiern.

Korruption schwächt die staatliche Handlungsfähigkeit und untergräbt die Legitimation der staatlichen Organe. Die Folge sind geschwächte Sicherheitsbehörden und eine Bevölkerung, die das Vertrauen in den Staat verloren hat – ein Nährboden für Terrororganisationen und kriminelle Gruppen. Die deutsche Außen- Entwicklungs- und Sicherheitspolitik muss hier ihrer Verantwortung gerecht werden.

Im Vorfeld der Münchener Sicherheitskonferenz hat Transparency Deutschland mit Louise Shelley, Leiterin des Terrorism, Transnational Crime and Corruption Center (TraCCC) der George Mason University in Washington ein Diskussionspapier erarbeitet.

Download Positionspapier

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Themenverwandte Artikel

Nur noch vier Länder A1: Wenig grün, viel rot auf der Risikoweltkarte News

Nur noch vier Länder A1

Wenig grün, viel rot auf der Risikoweltkarte

Redaktion RiskNET

Norwegen, die Niederlande, die Schweiz und Luxemburg. Das sind die vier verbliebenen Länder in der Kategorie A1 beim internationalen Kreditversicherer…

Zahlreiche Risiken überschatten Wachstumsausblick News

Szenarioanalyse

Zahlreiche Risiken überschatten Wachstumsausblick

Redaktion RiskNET

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen für die größten Länder der Eurozone für dieses und das nächste Jahr weitgehend bestätigt, sieht den…

Deutlich mehr Verdachtsmeldungen zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung News

Verdachtsfälle steigen

Risiko Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Redaktion RiskNET

Bei der zentralen deutschen Meldestelle für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind auch im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr Verdachtsfälle…

News

Risikoanalyse

Handelsbarrieren bremsen Export

Redaktion RiskNET

Die schwindende Konjunkturzuversicht in führenden Industrienationen drückt die Nachfrage nach deutschen Exportgütern, warnt der Deutsche Industrie-…

Risikotransfer von Cyberrisiken in der Schifffahrt News

Cyber-Versicherung

Risikotransfer von Cyberrisiken in der Schifffahrt

Redaktion RiskNET

Cyberangriffe entwickeln sich für die Schifffahrtsbranche zu einer Ernst zunehmenden Bedrohung. Reedereien können sich nun auch im deutschen Markt…