Wirtschaftskriminalität in Handels- und Konsumgüterunternehmen


Redaktion RiskNET
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Studien zur Wirtschaftskriminalität zeigen immer wieder deutlich auf, dass kein Wirtschaftszweig von Straftaten verschont bleibt. Der Handel war allerdings - basierend auf der Studie "Wirtschaftskriminalität", die PricewaterhouseCoopers (PwC) gemeinsam mit der Universität Halle-Wittenberg veröffentlich hat - mit 60 Prozent der betroffenen Unternehmen die am stärksten belastete Branche.

Beispielsweise summieren sich nach einer vom EuroHandelsinstitut (EHI) und dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) gemeinsam durchgeführten Erhebung im Einzelhandel allein die Inventurdifferenzen auf jährlich circa vier Milliarden Euro.

Häufig sind die eigenen Mitarbeiter die Täter

Neben der externen Gefahr durch Ladendiebe entsteht ein nicht unerheblicher Teil der wirtschaftlichen Schädigungen durch wirtschaftskriminelle Handlungen der eigenen Mitarbeiter. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Ergebnissen der Studie "Wirtschaftskriminalität 2005", nach der sowohl national als auch international etwa die Hälfte der Täter aus dem eigenen Unternehmen stammt. Das Spektrum der möglichen Verfehlungen ist vielfältig und reicht vom einfachen Griff in die Kasse bis hin zur Etablierung langjähriger hochkomplexer und korrupter Netzwerke, etwa im Einkauf. Wegen dieser latenten Gefahren sollten straffe interne Kontrollsysteme etabliert werden. Dabei sollten neben Einkauf, Lagerung und Verkauf der gehandelten Güter auch die sonstigen Vermögensgegenstände und Investitionen des Unternehmens beachtet werden. Vorsichtshalber sollte auch ohne einen konkreten Verdachtsfall das interne Kontrollsystem einer Schwachstellenanalyse unterzogen werden.

Bei Verdachtsmomenten schnell und entschlossen vorgehen

Korruption, Unterschlagung, Untreue, Diebstahl oder andere wirtschaftskriminelle Handlungen erfordern schnelles, diskretes und vor allem entschlossenes Vorgehen. Unklare Sachverhalte, negative Publicity, Imageschäden und nicht zuletzt ein in der Regel hoher finanzieller Schaden münden sehr schnell in einer Krisensituation für die betroffenen Handelsunternehmen, der sie kaum gewachsen sind. Ein konstruktives Krisen- und Konfliktmanagement sowie eine umfassende Sachverhaltsaufklärung sind unerlässlich, um dem Ernstfall zu begegnen.

Im Schadensfall Hilfe bei externen Dritten suchen

Sollte sich der Verdacht auf dolose Handlungen erhärten, gilt es in der Praxis möglichst schnell Konten zu sperren, große Datenmengen zu analysieren, gerichtsverwertbare Beweise zu sammeln und zu dokumentieren. Das sind Aufgaben, die vom betroffenen Unternehmen häufig nicht zu bewältigen sind. Daher empfiehlt es sich in vielen Fällen, externe Spezialisten einzuschalten. Erschwert wird die Aufklärung zudem dadurch, dass sich Wirtschaftskriminalität oft als ein komplexes internationales Phänomen darstellt. Immer häufiger operieren die Täter in internationalen Netzwerken, um Zahlungsflüsse zu verschleiern oder große Warenmengen ins Ausland zu verschieben.

 

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