Weniger Kreditrisiken - mehr Eventrisiken bei Schweizer Unternehmen


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Das "Kredithandbuch Schweizer Unternehmen 2006" untersucht die Entwicklung der Kreditprofile von größeren Schweizer Unternehmen und ist als Orientierungshilfe für Anleger, die in CHF-Obligationen investieren, konzipiert. Die aktuellste Ausgabe zeigt auf, dass die Ratings der analysierten Unternehmen mehrheitlich auf hohem Niveau stabil blieben. Dank erfreulicher Rahmenbedingungen und erfolgreicher Kosteneinsparungsprogramme konnte eine Mehrheit der untersuchten Unternehmen ihr Kreditprofil stärken. Diese Entwicklung wurde auch 2005 durch stark ansteigende Rohstoffpreise und eine weiterhin aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik gebremst. Insgesamt rechnen die Analysten der Credit Suisse für die kommenden zwölf Monate mit stabilen Ratings bei gleichzeitiger Zunahme der Event-Risiken bei einzelnen Unternehmen. Entsprechend dürften die Kredit-Spreads tendenziell tief bleiben, wobei jedoch mit deutlicheren Spread-Ausweitungen bei einzelnen Unternehmen zu rechnen ist.

Ratings der Schweizer Unternehmen mehrheitlich auf hohem Niveau stabil

Das "Kredithandbuch Schweizer Unternehmen 2006" basiert auf den Unternehmensergebnissen des Jahres 2005 und des ersten Quartals 2006. Insgesamt wurden 47 Schweizer Unternehmen analysiert, von denen nur wenige durch Rating-Agenturen eingestuft werden. In der aktuellen Studie wurden Arbonia Forster Group, Edipress und PSP Swiss Property neu miteingeschlossen. Die Publikation gibt einen Überblick über die Bonität der am Kapitalmarkt vertretenen größeren Schweizer Firmen. Nach einem vordefinierten Prozess wurden die Strategie, das Geschäftsprofil und das Finanzprofil des jeweiligen Unternehmens analysiert und zudem ein Ausblick erstellt. Bei der Analyse des Finanzprofils wurden neu die von den Unternehmen publizierten Zahlen zusätzlich mit nicht in der Bilanz enthaltenen Verbindlichkeiten (sogenannten "Off-Balance-Sheet-Items") ergänzt, um ein möglichst vollständiges Bild der Bonitätssituation zu erhalten. Zudem wird der Unternehmensstrategie und dem Geschäftsprofil eine grosse Bedeutung beigemessen, womit die Publikation nicht nur für den Anleiheninvestor zur wertvollen Orientierungshilfe wird, sondern auch für andere Investorengruppen lesenswert ist. Neben bonitätsrelevanten Angaben enthält die Studie aber auch Informationen, die von allgemeinem Interesse sind, wie zum Beispiel Charakteristiken, Trends und Aussichten ausgewählter Branchen sowie Entwicklungen am Schweizer Anleihenmarkt.

Gute Rahmenbedingungen, Effizienzprogramme und Zurückhaltung bei Investitionen unterstützten die Kreditprofile

Die im Vergleich zum Vorjahr deutliche Konjunkturerhohlung in Kombination mit nach wie vor historisch tiefen Zinssätzen, aber auch die in den letzten 18 Monaten tendenziell freundliche Stimmung an den Finanzmärkten, bildeten gute Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen. Zudem wirkte sich der während 2005 erstarkte US-Dollar positiv auf die in den Dollarraum exportierenden Firmen aus. Auch 2005 verfolgte eine Mehrheit der Unternehmen Effizenz- und Strukturprogramme, welche sich mehrheitlich in Kosteneinsparungen und teilweise höheren Margen niederschlugen. Zudem war eine gewisse Zurückhaltung bei Investitionen und Akquisitionen zu verzeichnen, was sich erfreulich auf die Bilanzen auswirkte. Die Nischenstrategie diverser Schweizer Konzerne war auch 2005 erfolgreich.

Hohe Rohstoffpreise und eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik wirkten sich negativ auf die Kreditprofile aus

Die 2005 auf breiter Front weiter gestiegenen Rohstoffpreise (insbesondere Industriemetalle, Energie, Öl und Transportkosten) erzeugten einen unterschiedlich ausfallenden Aufwärtsdruck bei den Rohmaterial- und Verarbeitungskosten der betroffenen Unternehmen. Die Effizienz- und Kosteneinsparungsprogramme vermochten diese Tendenz nicht immer auszugleichen, was sich vereinzelt in deutlich schlechteren Margen niederschlug. Bereits 2004 war insgesamt eine aktionärsfreundlichere Ausschüttungspolitik zu verzeichnen (sei es in Form höherer Dividenden oder Nennwertrückzahlungen). Diese Entwicklung hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. Zudem war in einigen Branchen (insbesondere im Einzelhandel) ein Druck auf die Absatzpreise mit entsprechendem Effekt auf die Margen feststellbar.

Anhaltende Stabilität der Ratings zu erwarten

Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Bonitätsspezialisten der Credit Suisse mit mehrheitlich stabilen Ratings. Der bessere Wirtschaftsverlauf dürfte zwar zu höheren Umsätzen führen, das kompetitive Umfeld in den meisten Absatzmärkten der Unternehmen jedoch die Weitergabe gestiegener Rohstoffpreise an die Kunden erschweren und die Margen belasten. Dennoch ist zu erwarten, dass die Gewinne in den meisten Fällen mindestens das Vorjahresniveau erreichen. Die Bonitätsspezialisten der Credit Suisse erwarten eine Fortsetzung der aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik. Gleichzeitig schließen sie nach Jahren der Restrukturierung vereinzelte grössere Akquisitionen nicht aus. Deshalb sind in einigen Fällen Ratingherabstufungen zu erwarten. Die Bonitäts-Spreads haben sich 2005 erneut über alle Investment-Grade-Ratingkategorien verengt. Dies unter anderem auf Grund weiterhin tiefer Renditen für Staatsanleihen bei gleichzeitig hohem Risikoappetit der Investoren. Eine Fortsetzung dieses Trends in den nächsten zwölf Monaten ist jedoch nicht zu erwarten. Obschon die Credit Suisse nicht mit einer starken allgemeinen Erweiterung der Bonitätsprämien bei CHF-Obligationen rechnet, dürften sich die Kredit-Spreads einzelner Schuldner basierend auf gestiegenen Event-Risiken unter Umständen merklich erhöhen.

 

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