Rezension

On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs

The Euro Trap

Sandra Swoboda [Westfälische Wilhelms-Universität Münster]

Hans-Werner Sinn: The Euro Trap. On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs, 416 Seiten, Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN: 978-0-19-870213-9

Das neue Buch "The Euro Trap" von Hans-Werner Sinn sollte ursprünglich die englische Übersetzung des Buches "Die Target-Falle" sein, welches bereits zwei Jahre zuvor in deutscher Sprache erschienen ist. Das Ergebnis ist jedoch ein Buch, das mehr Informationen liefert als die deutsche Fassung. So passte Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München, das Buch den aktuellen Entwicklungen in der Eurokrise an.

In seinem Buch stellt der Autor die Geschichte des Euros dar, indem er zuerst auf die hohen Erwartungen an den Euro  eingeht. Hierbei betont Sinn neben den ökonomischen Zielen des Euros auch die politischen Zielsetzungen. Anschließend zeigt Sinn die Rettungsmaßnahmen auf, die als Konsequenz der Eurokrise von der Europäischen Zentralbank und den Euroländern ergriffen wurden. Der Autor sieht alle Staaten, die den Euro als Währung eingeführt haben, in der Euro-Falle: Zum einen befinden sich die südlichen Länder, wie Griechenland, in der Euro-Falle, da die Einführung des Euros zu einer  Konvergenz der Zinsen in den Nord- und Südländern führte, sodass die Zinsen in den südlichen Ländern sanken. Es kam zu einer inflationären Kreditblase in diesen Ländern. Als Konsequenz büßten die südlichen Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit ein. Zum anderen sind ebenfalls die Nordländer, zu denen Deutschland zählt, in der Euro-Falle, da sie sich in der "Haftungsspirale" befinden und für die Schulden der Südländer haften müssen. Hierbei verdeutlicht Sinn, dass die durchgeführten Rettungsmaßnahmen nicht geeignet sind, um das Problem der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit in den südlichen Ländern zu beheben.

Stattdessen plädiert er für eine Überarbeitung der Regeln in der Eurozone und schlägt Alternativen zur aktuellen Währungsunion vor. Hierfür zieht er einen Vergleich zu den USA, wo jeder Bundesstaat selbst für seine Schulden haften muss, sodass es zu keiner Vergemeinschaftung der Schulden kommt. Gleichzeitig wurden in den USA härtere Budgetrestriktionen eingeführt. Zudem schlägt Sinn eine offene Währungsunion vor, die ebenfalls den Austritt mit Wiedereintrittsoption vorsieht. So sollten die Südländer, die unter der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit leiden, temporär aus der Eurozone austreten. Die daraus folgende Abwertung ihrer Währungen würde es diesen Ländern erleichtern eine neue fiskalische Ordnung herzustellen und ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder zu gewinnen.

Sinn gibt einen Einblick die Eurokrise, der durch zahlreiche Grafiken untermauert wird. Diese stammen aus der deutschen Fassung, wurden jedoch mit Daten aus dem Jahr 2013 aktualisiert. Die detaillierten Ausführungen umfassen alle relevanten Fakten zur Eurokrise, dennoch ist das Buch einfach zu lesen. Interessant ist dieses Buch sowohl für Wirtschaftsstudenten als auch für Ökonomen aus allen Bereichen sowie für Investmentbanker und andere Vertreter der weltweiten Bankenindustrie.



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