Studie

Umfrage

KMU bewerten DSGVO kritisch

Redaktion RiskNET

KMU bewerten DSGVO kritisch

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die von der EU erlassene neue Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO. Sie regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen und stellt eine Vereinheitlichung der bislang unterschiedlichen nationalen Gesetze und Richtlinien dar. Ihr Ziel ist es, einerseits den Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union sicherzustellen und andererseits den freien Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes zu gewährleisten.

Seit Wochen werden Erforderlichkeit, Sinn und Umsetzbarkeit der neuen DSGVO in Wirtschaft und Medien kontrovers diskutiert. Da die Personalleiter – als Verantwortliche für Umsetzung und Einhaltung – in besonderer Weise von der DSGVO betroffen sind, hat die Randstad ifo Personalleiterbefragung kurz vor dem Inkrafttreten der Verordnung rund 1 000 deutsche Personalleiter zu diesem Thema befragt.

In der Gesamtschau zeigen die Befragungsergebnisse, dass die Personalleiter die neue DSGVO überwiegend kritisch sehen: Für 76% der Befragungsteilnehmer überwiegen die negativen Aspekte. Dabei spielt es praktisch keine Rolle, in welchem Wirtschaftssektor die Unternehmen angesiedelt sind, da die Unterschiede sehr gering ausfallen. Besonders problematisch scheint die neue DSGVO vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen zu sein. Wie nachfolgende Abbildung zeigt, ist der Anteil, der die DSGVO kritisch bewertet, unter den kleineren Unternehmen (bis maximal 249 Beschäftigte) um bis zu knapp 10 Prozent höher als unter den großen Unternehmen (mehr als 250 Beschäftigte). Wie die Kommentare widerspiegeln, bewegt die kleinen und mittelständischen Unternehmen vor allem auch die Angst vor der bereits anlaufenden Abmahn-Maschinerie wegen (angeblicher) Verstöße gegen die DSGVO.

Insgesamt am häufigsten wird der Aufwand, den die Umsetzung der DSGVO-Richtlinien mit sich bringt, als negativer Punkt genannt (67 Prozent). Zum einen sind hier die zum Teil nicht unerheblichen Kosten der Umsetzung zu nennen: 40 Prozent geben an, dass sie die Umstellung zwischen 1 000 und 10 000 Euro kostet, weitere 39 Prozent beziffern die Kosten sogar auf bis zu 50 000 Euro. 9 Prozent schätzen die Kosten auf 50 000 bis 100 000 Euro, 5 Prozent auf über 100 000 Euro. Darüber hinaus erzeugen die Umstellung und die neuen Dokumentationsvorschriften auch einen enormen Arbeitsaufwand. Darüber hinaus werden von vielen Personalleitern die Sinnhaftigkeit sowie die zu hohe Komplexität der DSGVO-Vorschriften bemängelt (4 bzw. 6 Prozent).

Wenngleich auch für den Großteil der Unternehmen die negativen Aspekte die positiven überwiegen, so können die Personalleiter der neuen DSGVO aber durchaus auch Gutes abgewinnen. Für knapp ein Viertel der Unternehmen – hierunter vor allem die größeren – überwiegen sogar die positiven Aspekte. Was die Sektoren angeht, sehen die Dienstleister am meisten positive Seiten an der DSGVO (26 Prozent), gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (24 Prozent). Am seltensten überwiegen für die Händler die positiven Aspekte (21 Prozent). Auf die Frage, was sie an der DSGVO inhaltlich positiv finden, wird am häufigsten der verbesserte Schutz von Daten genannt (30 Prozent). 22 Prozent empfinden es zudem als vorteilhaft, dass die neue DSGVO zu einer Sensibilisierung im Umgang mit personenbezogenen Daten und für das Thema Datenschutz insgesamt führen dürfte. Außerdem wird häufig die Vereinheitlichung der Regeln innerhalb der EU genannt (5 Prozent). Weitere 5 Prozent bewerten es als Mehrwert, dass die DSGVO sie zu einer Überprüfung der bestehenden Prozesse sowie ggf. zur Erarbeitung transparenter Prozesse veranlasst. Einige Unternehmen erwarten durch den erweiterten Datenschutz zudem Wettbewerbsvorteile gegenüber außerhalb der EU ansässigen Unternehmen, die weniger Datenschutz und -sicherheit anbieten.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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