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Ifo World Economic Survey

Ifo-Wirtschaftsklima für Euroraum kippt

Redaktion RiskNET

Ifo World Economic Survey: Ifo-Wirtschaftsklima für Euroraum kippt

Die Stimmung der Konjunkturexperten im Euroraum kippt. Das Ifo-Wirtschaftsklima fiel nach den Ergebnissen des Ifo World Economic Survey (WES) vom ersten Quartal 2019 von plus 6,6 auf minus 11,1 Punkte und liegt somit zum ersten Mal seit 2014 wieder unter null. Die befragten Experten beurteilten die aktuelle Lage und die künftige Entwicklung pessimistischer. "Das Tempo des Wirtschaftswachstums im Euroraum dürfte sich verlangsamen", erklärte das Ifo-Institut.

Die Experten in Frankreich und Belgien haben ihre Einschätzung am stärksten nach unten korrigiert. Die Konjunkturerwartungen in Frankreich sind regelrecht abgestürzt. Auch die Lagebewertung ist gesunken, jedoch in geringerem Maße. In Belgien verschlechterten sich Lage und Erwartungen deutlich.

In Italien trübte sich die Lagebeurteilung erneut ein und liegt somit am tiefsten von allen Euroländern. Hingegen haben sich die Erwartungen der Experten in Italien nicht mehr verschlechtert, sondern stagnieren auf einem sehr niedrigen Niveau. In Spanien fielen die Indikatoren vergleichsweise wenig. Auch Deutschland kann sich dem Abwärtstrend nicht entziehen.

Die Experten sind zunehmend pessimistisch mit Blick auf die künftigen Exporte, die Investitionen und den privaten Konsum. Sie erwarten eine Inflation von 1,7 Prozent im Jahr 2019. Die kurz- und langfristigen Zinsen dürften in den nächsten sechs Monaten langsamer steigen. Zudem gehen die Experten davon aus, dass die Aktienkurse in der nahen Zukunft sinken werden.

Seit 1989 befragt das Ifo Institut im vierteljährlichen Turnus Experten aus einer Vielzahl von Ländern zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten in ihrem jeweiligen Beobachtungsgebiet. Die Ergebnisse für den Euroraum basieren im Januar 2019 auf den Meldungen von 411 Experten.

ifo Wirtschaftsklima Euroraum

ifo Wirtschaftsklima für Länder Euroraum

ifo Konjunkturuhr Euroraum [Salden]

 

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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