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Frühindikatoren senden stärkere Signale

Redaktion RiskNET

Konjunktur: Frühindikatoren senden stärkere Signale

Die Frühindikatoren der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) senden stärkere Signale für eine Wachstumsverstärkung in einer Reihe von Mitgliedsstaaten. Solche Signale gebe es für Deutschland, die USA, Kanada, Frankreich und Japan, erklärte die OECD in ihrem monatlichen Bericht für November. In Großbritannien gebe es erste vorsichtige Anzeichen für eine höhere Dynamik.

Trotz dieser Hinweise verharrte der Frühindikator für den gesamten OECD-Raum bei 99,8 Punkten. Für die Eurozone wird ein Anstieg auf 100,4 von 100,3 Zählern ausgewiesen, für Deutschland steigt der Indikator ebenfalls auf 100,4 von 100,3 Punkten. Für die USA meldet die OECD einen Anstieg auf 99,3 von 99,2 Zählern und für Japan auf 99,9 von 99,8 Punkten. Der Indikator für China, ein Land, das nicht der OECD angehört, legt auf 99,6 von 99,3 Zählern zu.

Die OECD ist eine von 35 Industriestaaten betriebene Denkfabrik. Ihr Frühindikator dient dazu, sehr früh Anzeichen für konjunkturelle Wenden festzustellen. Die OECD spricht davon, dass Wendepunkte relativ zum Trend sechs bis neun Monate vor der Änderung antizipiert werden sollen.

Moderater Aufschwung im Euroraum setzt sich fort

Parallel gehen auch Wirtschaftsforscher aus drei europäischen Staaten davon aus, dass sich der moderate Aufschwung im Euroraum fortsetzt. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum im vierten Quartal 2016 wohl um 0,4 Prozent gestiegen ist, dürfte es mit derselben Wachstumsrate auch in den ersten beiden Quartalen 2017 expandieren, erklärten die drei Forschungsinstitute ifo, Insee und Istat aus Deutschland, Frankreich und Italien.

Haupttreiber dieses moderaten Aufschwungs werde ein stetes Wachstum des privaten und öffentlichen Konsums sein. Mit steigender Beschäftigung und höheren Nominallöhnen dürften die verfügbaren Einkommen weiter zunehmen, trotz eines stärkeren Preisauftriebs, der die Zugewinne über die Zeit abschmelzen lässt.

Zudem sei angesichts der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen mit einer etwas dynamischeren Entwicklung der Investitionen zu rechnen. Die weltweite wirtschaftliche Erholung der fortgeschrittenen Volkswirtschaften und der Schwellenländer dürfte ferner die externe Nachfrage beleben.

Die Inflation dürfte in den kommenden Quartalen anziehen. Im Prognosezeitraum dürften sich die Inflationsraten auf 0,7 Prozent im vierten Quartal 2016 und 1,5 Prozent im ersten und zweiten Quartal 2017 deutlich erhöhen. Dieser Preisauftrieb rühre von der Energiekomponente her, die nicht mehr dämpfend wirke, seitdem sich die Energiepreise wieder normalisiert haben.

Wegen der Ungewissheit über die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der neuen US-Regierung sowie der Unklarheit über die Brexit-Umsetzung und der Konsequenzen des Referendums in Italien verbleibe die politische Unsicherheit auf hohem Niveau. Sie dürfte sich aufgrund der anstehenden Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden im Prognosezeitraum nicht maßgeblich verringern. "All diese Ereignisse könnten sich negativ auf die Investitionsbereitschaft im Euroraum auswirken", warnten die Forscher.

[ Bildquelle: © Petrovich12 - Fotolia.com ]


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