Volkswirtschaftliche Analyse

Elektromobilität mit Risiken und Nebenwirkungen


Redaktion RiskNET
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Das Aufkommen des Elektroautos stellt die deutsche Volkswirtschaft nach Einschätzung von Natixis vor einige Herausforderungen. Volkswirt Dirk Schumacher weist auf das Risiko hin, dass im Rahmen einer zunehmenden Elektrifizierung Teile der Wertschöpfung ins Ausland abwandern könnten. Während die Wertschöpfung bei der Motorherstellung bis 2025 um durchschnittlich 1.500 Euro fallen dürfte, ist beispielsweise für die Batteriefertigung mit einer um 4.800 Euro höheren Wertschöpfung zu rechnen und beim Elektromotor mit einem Zuwachs von immerhin 800 Euro.

Schumacher schreibt in seiner Studie: "Nach dieser Schätzung wird die Wertschöpfung bei der Herstellung eines durchschnittlichen Autos höher sein als die bei der Herstellung eines Autos mit Verbrennungsmotor. Anders ausgedrückt, führt die Elektrifizierung selbst nicht per se zu einer geringeren Wertschöpfung, obwohl negative Beschäftigungseffekte zu erwarten sind, weil die Batteriefertigung weniger arbeitsintensiv ist."

Die eigentliche Herausforderung für die deutsche Autoindustrie und für Deutschland besteht laut Schumacher darin, dass Batterien derzeit überwiegend außerhalb Europas hergestellt werden. In einer fünfstufigen Wertschöpfungskette (Lithiumproduktion, Produktion des Kathodenmaterials, Produktion der Batteriezelle, Produktion des Fahrzeugs, Verkauf des Fahrzeugs) hat Europa erst ab der vierten Stufe einen signifikanten Anteil.

Zumindest unter den gegenwärtigen Umständen würde die weitere Elektrifizierung des Autos zu einem deutlichen Abfluss von Wertschöpfung nach Asien führen. Der Natixis-Volkswirt hat auf Basis von Zahlen des Ifo-Instituts ausgerechnet, welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen es für Deutschland hätte, wenn ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr gebaut würden.

Demnach würde die Wertschöpfung des Autosektors insgesamt um 33 Milliarden Euro sinken. Für die gesamte Volkswirtschaft käme es zu einem Rückgang um 48 Milliarden Euro, entsprechend 2 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung und zu einem Verlust von mehr als 500.000 Arbeitsplätzen.

Allerdings berücksichtigt dieses Szenario weder mögliche ausgleichende Effekte durch eine höhere Produktion von Elektroautos, noch die Möglichkeit, dass ein größerer Teil der Batteriefertigung in Europa stattfindet. Fraglich ist, wie schnell die nächste Generation Speichertechnologie entwickelt werden kann, ob die deutsche Autoindustrie vielleicht die Lithiumtechnolgie einfach überspringt und welche Hilfe sie dabei von der Regierung erhält.

"Auch wenn es schwer ist, das Ausmaß des negativen Einflusses der Elektrifizierung abzuschätzen, ist doch klar, dass sie für die deutsche Volkswirtschaft in den nächsten Jahren ein ständiger Gegenwind sein wird", urteilt der Natixis-Volkswirt. 

[ Bildquelle: Adobe Stock ]
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