Ifo World Economic Survey (WES)

Wirtschaftsklima für Euroraum trübt sich weiter ein


Ifo World Economic Survey (WES): Wirtschaftsklima für Euroraum trübt sich weiter einNews

Der ifo Index für die Wirtschaft im Euroraum hat im ersten Quartal 2016 um weitere drei Indexpunkte nachgegeben. Er fiel auf 118,9 Punkte, liegt damit aber weiterhin deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage war nur etwas weniger günstig als im Vorquartal. Auch die positiven Erwartungen trübten sich leicht ein. Die Erholung im Euroraum wird sich nur verlangsamt fortsetzen.

In Griechenland und Finnland wurde die aktuelle Lage am negativsten beurteilt. Aber auch in Frankreich, Italien und Zypern bleibt die derzeitige Situation angespannt. In Spanien, Portugal und Österreich stellte sich die Lage nur wenig besser dar; allerdings waren für Österreich die Einschätzungen deutlich weniger negativ als im Vorquartal. Die kräftigste Erholung fand in Irland statt: die aktuelle Situation beurteilten die befragten Experten mittlerweile als sehr gut. In Deutschland gilt die Wirtschaftslage als gut, wenn auch die Urteile im Vergleich zum Vorquartal etwas weniger günstig ausfielen. In allen anderen Euroländern berichteten die WES-Experten von einer zufriedenstellenden wirtschaftlichen Situation.

Die wirtschaftlichen Aussichten für das kommende halbe Jahr bleiben nahezu überall positiv. In Österreich, Frankreich, den Niederlanden, Estland und Lettland hellten sich die Erwartungen auf. In den übrigen Ländern ist der Ausblick unverändert oder etwas weniger positiv. Lediglich für Griechenland, Portugal und Spanien sind die WES-Experten leicht pessimistisch.

Für 2016 rechnen die Experten mit einem Anstieg der durchschnittlichen Inflationsrate auf 1,0 Prozent im Euroraum. Mittelfristig (2021) liegen die Inflationserwartungen im Schnitt unverändert bei 1,9 Prozent. Auch wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro weiterhin als leicht überbewertet angesehen wird, ist nach Ansicht der WES-Experten in den nächsten sechs Monaten mit einer weiteren Dollaraufwertung zu rechnen.

ifo Wirtschaftsklima für den Euroraum

ifo Konjunkturuhr: Euroraum

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Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion /04.02.2016 11:11
+++ EU-Kommission sieht höhere Risiken für Eurozone-Wachstum +++

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum des Euroraums in diesem Jahr leicht gesenkt. Zudem sieht die Behörde wegen der Turbulenzen auf globaler Ebene die Wachstumsaussichten im Währungsblock getrübt. "Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass das Wachstum hinter den Vorhersagen zurückbleibt, was in erster Linie externen Faktoren geschuldet ist", heißt es in der Winterprognose der Brüsseler Behörde.

Die Kommission rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums 2016 um 1,7 Prozent steigen wird. In ihrer Herbstprognose hatte sie 1,8 Prozent Wachstum vorausgesagt. Für das Jahr 2017 bestätigte die Kommission ihre Wachstumsprognose von 1,9 Prozent.

Die wirtschaftliche Erholung geht in Europa in das vierte Jahr, und nach Einschätzung der Behörde setzt sich das moderate, überwiegend vom Konsum getragene Wachstum fort.

Deutschland traut die Kommission 2016 noch ein Wachstum von 1,8 (zuvor: 1,9) Prozent zu. Die Prognose für 2017 wurde ebenfalls leicht auf 1,8 (1,9) Prozent reduziert.

Die Wachstumsprognose für Frankreich 2016 senkte die Kommission auf 1,3 (1,4) Prozent, für 2017 beließ sie die Prognose bei 1,7 Prozent.

Die jährliche Inflation im Währungsgebiet lag gegen Ende 2015 nur geringfügig über null, was vor allem am weiteren Rückgang der Ölpreise lag. Die Kommission erwartet, dass der Preisdruck auch in der ersten Jahreshälfte sehr gering ausfallen und in der zweiten Jahreshälfte langsam anziehen wird, wenn sich die Auswirkungen des drastischen Ölpreisverfalls abschwächen.

Für das Gesamtjahr 2016 sagt die Kommission im Euroraum eine Inflationsrate von nur 0,5 Prozent voraus, was teilweise auch im niedrigen Lohnanstieg begründet liegt. Damit wurde die bisherige Prognose halbiert. Danach dürfte sich die Inflation allmählich erholen und 2017 auf 1,5 Prozent steigen, da höhere Löhne, eine gesteigerte Binnennachfrage und ein leichter Anstieg der Ölpreise den Preisdruck erhöhen sollten.
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