Hedgefonds fordert 1680 Prozent Rendite

Argentinien ist zahlungsunfähig


Argentinien ist zahlungsunfähig News

Die Verhandlungen zwischen Argentinien und unnachgiebigen Anleihegläubigern sind gescheitert. Wie ein vom Gericht bestellter Mediator mitteilte, endeten die Gespräche am Mittwoch ergebnislos. Damit steht das Land unmittelbar vor der zweiten Staatspleite in 13 Jahren. Das wäre die zweite Staatspleite seit dem Jahr 2001.

Vertreter der argentinischen Regierung und Gläubiger unter Leitung des US-Hedgefonds NML Capital, der zu Elliott Management Corp gehört, hatten am Dienstag und Mittwoch stundenlang in New York versucht, einen Schuldendeal auszuhandeln. 1,5 Milliarden US-Dollar hatten sie als Rückzahlung für die Anleihenschuld gefordert. Der US-Hedgefond der Elliott-Gruppe hatte Forderungen von 1,3 Milliarden US-Dollar angemeldet. Umgerechnet entspricht das einer Rendite von 1.680 Prozent auf ihre ursprüngliche Investition in Argentinien. Da die Rendite immer auch das Risiko widerspiegelt, kann man sich ausrechnen, wie die Gläubiger das Ausfallrisiko von Argentinien eingeschätzt haben. Denn es gilt die einfache Logik: Je höher die (rechnerische) Rendite, umso höher ist auch das Risiko der Emittenten (Bonitätsrisiko).

Bis Mitternacht US-Zeit hatte Argentinien Zeit, sich mit den Gläubigern auf einen Pakt zu einigen oder in Kauf zu nehmen, eine fällige Zinszahlung auf restrukturierte Staatsanleihen nicht leisten zu können.

J.P. Morgan könnte Altgläubiger Argentiniens auszahlen

Nach der Staatspleite Argentiniens zeichnet sich eine mögliche Lösung des Streits zwischen dem südamerikanischen Land und den Altgläubigern ab. Ein Informant berichtet, die US-Bank J.P. Morgan Chase könne dazu die ausgefallenen argentinischen Schulden aufkaufen. Darüber liefen derzeit Verhandlungen. Der Kauf der Altschulden sei aber nur eine von vielen Möglichkeiten, betonte der Informant. Die Gespräche zwischen der Bank und den Argentinien-Gläubigern seien noch im Fluss.

Die argentinische Presse hatte bereits berichtet, dass Privatbanken dem Land dabei helfen könnten, die kleine Gruppe von Hedgefonds auszuzahlen. Diese Fonds hatten sich nicht an einem früheren Schuldenschnitt beteiligt und stattdessen die Auszahlung der vollen Summe gefordert. Nachdem sie vor einem Gericht in den USA Recht bekamen und am Mittwoch eine Einigung mit Argentinien nicht gelang, rutschte das Land Donnerstag in die teilweise Staatspleite. Es ist bereits das zweite Mal in 13 Jahren, dass das Land seine Schulden nicht bedient.

Der Wirtschaftsminister Argentiniens, Axel Kicillof, hatte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch bereits angedeutet, dass es eine Lösung in dem Streit unter Zuhilfenahme des Privatsektors geben könnte.

Eine Handvoll US-Banken hatte bereits früher im Jahr den Verkauf der Anleihen vorgeschlagen, um eine Einigung zwischen Argentinien und den Altgläubigern herbeizuführen. Das Land hatte diese Vorschläge jedoch abgelehnt. Es ist nicht klar, wie ernsthaft diese Vorschläge überhaupt geprüft wurden.

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Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion /05.08.2014 18:18
+++ Pollack bleibt Mediator bei Argentinien-Verhandlungen +++

Ein US-Gericht hat die Forderung von Argentinien abgelehnt, den Mediator für die Verhandlungen des Landes mit den Altgläubigern abzulösen. Die Anwälte Argentiniens hatten am Freitag einen entsprechenden Antrag gegen den vom Gericht eingesetzten Vermittler Daniel Pollack eingereicht, der eine Lösung im Streit zwischen dem südamerikanischen Staat und Hedgefonds suchen soll, die auf eine vollständige Rückzahlung von Staatsanleihen nach der Staatspleite 2001 bestehen.

Richter Thomas Griesa betonte in seiner Begründung die Notwendigkeit, am Verhandlungstisch zu bleiben, um den Konflikt beizulegen. Argentinien hatte dem Vermittler vorgeworfen, zu stark auf Seiten der Hedgefonds zu stehen. Die Verhandlungen waren am vergangenen Mittwoch gescheitert, sollen aber auf Anordnung von Richter Griesa demnächst wieder aufgenommen werden.
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