Deutsche Bank Securities muss 6,5 Mio USD Strafe zahlen

Risikofaktor intransparente Berichterstattung


Risikofaktor intransparente Berichterstattung: Deutsche Bank Securities muss 6,5 Mio USD Strafe zahlen News

Die Deutsche Bank ist in den USA wegen intransparenter Berichterstattung mit einer Geldstrafe belegt worden. Die zuständige US-Regulierungsbehörde Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) verhängte eine Geldstrafe von 6,5 Millionen US-Dollar gegen Deutsche Bank Securities in den USA, weil diese im Zusammenhang mit einem Leihprogramm das Kapital der Bank teilweise als zu hoch ausgewiesen und zugleich nicht genügend Geld für Kundenrücklagen zurückgestellt haben soll.

Dabei hat die Deutsche Bank Securities in den USA die Deutsche Bank AG London angewiesen, Kunden in den USA - vorwiegend Hedgefonds - Geld sowie Sicherheiten zu leihen, wie die FINRA ausführte. Aus den Büchern der Deutsche Bank Securities, die die FINRA im Jahr 2009 geprüft habe, sei hervorgegangen, dass Deutsche Bank Securities der Deutsche Bank AG London 9,4 Milliarden Dollar schuldet.

Allerdings habe die Bank nicht darlegen können, welcher Teil dieser 9,4 Milliarden auf Leihen der Kunden zurückging, und welcher Teil dem Eigenhandel der Deutsche Bank AG London zuzuschreiben war, monierte die Regulierungsbehörde.

Die Bank sei verpflichtet, das Vermögen der Kunden zu schützen. Dies könne jedoch nicht gewährleistet werden, wenn Kundengelder nicht eindeutig vom selbstverdienten Geld der Bank abgegrenzt würden, so die Argumentation der FINRA. Zudem seien auch Kundenrücklagen - vergleichbar mit der Einlagensicherung - falsch berechnet worden.

Interne Dokumente belasten Deutsche Bank in Kirch-Prozess

Auch bei der Auseinandersetzung um den Schadenersatzprozess zwischen der Kirch-Gruppe und der Deutschen Bank drohen der Bank weiterer Schadensersatzzahlungen. Laut einem Zeitungsbericht werden im Streit um das Kirch-Medienimperium die Deutsche Bank und ihr Ex-Chef Rolf Breuer durch interne Dokumente belastet. Den Unterlagen zufolge gab es Anfang 2002 in der Bank ein Geheimprojekt mit Namen "Barolo", bei dem es darum ging, den Film- und TV-Konzern des Magnaten Leo Kirch aufzuspalten, wie die Süddeutsche Zeitung ohne Angabe von Quellen berichtet. Große Teile wie die Formel 1 und die Anteile am Springer-Verlag sollten demnach unter Mitwirkung der Bank verkauft werden, um ein Überleben der finanziell angeschlagenen Kirch-Gruppe zu ermöglichen. Daran hätte die Bank gut verdient.

In dem Schadensersatzprozess, den der 2011 verstorbene Kirch gegen die Bank begonnen hatte und der von seinen Erben fortgesetzt wird, hatten Breuer und die Bank allerdings behauptet, sie hätten nie vorgehabt, Kirchs Mediengruppe zu zerschlagen, um daran zu verdienen. Deshalb gebe es keine Schadensersatzansprüche wegen des TV-Interviews, in dem Breuer am 4. Februar 2002 die Kreditwürdigkeit des Deutsche-Bank-Kunden Kirch angezweifelt hatte. Der Medienmagnat war wenig später pleite und forderte Regress von Breuer und der Bank.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Prozessbetrugs gegen das Geldinstitut und fünf seiner Manager. Neben Breuer wird auch gegen dessen Nachfolger Josef Ackermann, zwei weitere Ex-Vorstände und gegen Jürgen Fitschen, einen der beiden heutigen Chefs, ermittelt. Die Staatsanwaltschaft bereite eine Anklage vor, wolle aber den fünf Beschuldigten noch die Möglichkeit geben, dazu persönlich auszusagen und habe ihnen konkrete Vernehmungstermine im Januar 2014 angeboten, schreibt die Süddeutsche Zeitung weiter.

Nach Einschätzung von Verfahrensbeteiligten würden einige der Beschuldigten durch die Aktenlage entlastet, darunter Fitschen. Sie hätten, anders als Breuer, damals nichts von "Barolo" gewusst, so die Süddeutsche. Die Dokumente waren von der Staatsanwaltschaft bei Durchsuchungen sichergestellt worden.

 

[Bildquelle: © Calado - Fotolia.com]

Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion /03.01.2014 10:09
+++ Deutsche Bank legt weitere Klage in den USA bei +++

Die Deutsche Bank hat in den USA einen weiteren Rechtsstreit beigelegt. Deutschlands größte Bank einigte sich mit unzufriedenen Aktionären, die ihr die Schuld am Kursrutsch ihrer Aktien vorgeworfen hatten, auf einen Vergleich, wie das Handelsblatt auf seiner Webseite berichtet. Dies haben die Anwälte des Geldhauses laut der Zeitung am Donnerstag dem Bezirksgericht im New Yorker Stadtteil Manhattan mitgeteilt.

Ob und wie viel die Bank dafür bezahlt hat, wurde nicht bekannt. Die Deutsche Bank und die Kläger wollten sich gegenüber der Zeitung nicht äußern. Ein Sprecher der Bank lehnte am Freitagmorgen einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Die Anteilseigner - unter ihnen eine Pensionskasse und zwei Investmentfonds - hatten der Deutschen Bank die Schuld an einem Kursrutsch ihrer Aktie vorgeworfen. Sie war von Mai 2007 bis Januar 2009 - während der Finanzkrise - um 87 Prozent gefallen. Die Aktionäre warfen der Bank vor, ihre Gewinne bewusst auf Kosten der Anteilseigner maximiert und Risiken verschwiegen zu haben, vor allem im Zusammenhang mit hochkomplexen, verbrieften Immobilienkrediten.

Kurz vor Weihnachten hatte die Deutsche Bank den größten Hypothekenstreit in den USA beigelegt und sich zur Zahlung von nun 1,4 Milliarden Euro an die Immobilienbehörde FHFA bereit erklärt. Hintergrund des Streits war der Verkauf fragwürdiger Hypothekenpapiere an die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die der Deutschen und anderen Banken vorwerfen, sie nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt zu haben. Im Fall der Deutschen Bank ging es um Geschäfte zwischen den Jahren 2005 und 2007.
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