A Practical Guide to Business Success from Two CEOs Who Have Seen It All

Business in Cartoons


Frank Romeike [RiskNET]
Rezension

Cartoons haben heute eine ähnliche Funktion wie im Mittelalter die Hofnarren. Für sie galt die Narrenfreiheit, die es ihnen ermöglichte, den Herrschenden den Spiegel vorzuhalten und ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Auch ein guter Cartoon hält der Gesellschaft oder einer einzelnen Person einen Spiegel vor und kann viele Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in eine prägnante und witzige Bilderzählung überführen. In diesem Sinne hält auch das Buch von Paul R. Niven und Tor Inge Vasshus Unternehmenslenkern einen Spiegel vor. Cartoons und ergänzende Kurzgeschichten erzählen wahre Begebenheiten aus dem Unternehmensalltag.

Gleich zu Beginn zeigen die Autoren auf, dass es eine Menge Arbeit, eine Menge Fähigkeiten und eine Menge Durchhaltevermögen erfordert, um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen. Es ist wie ein endloser Marathonlauf, bei dem sich die Piste, das Gelände und die Wetterbedingungen ständig ändern. Es gibt Höhen und Tiefen, Hindernisse und viele Wettbewerber, nach denen man Ausschau halten muss. Alles, was wir tun können, um im Rennen zu bleiben, ist, vorbereitet zu sein – bestmöglich vorbereitet zu sein. Und genau hier kommt der Wissensaustausch ins Spiel.

Zum Einstieg wird der Leser mit einem Zitat von dem US-amerikanischen Autor und Unternehmer Seth Godin begrüßt: "Gute Ratschläge sind unbezahlbar. Nicht das, was Sie hören wollen, sondern das, was Sie hören müssen. Nicht imaginär, sondern praktisch. Nicht basierend auf Angst, sondern auf Möglichkeiten. Nicht, damit Sie sich besser fühlen, sondern um Sie besser zu machen. Suchen Sie es heraus und umarmen Sie die wahren Freunde, die sich genug sorgen, um zu riskieren, es zu teilen. Ich bin mir nicht sicher, was mehr Mut erfordert – es zu geben oder es zu bekommen. ("Good advice is priceless. Not what you want to hear, but what you need to hear. Not imaginary, but practical. Not based on fear, but on possibility. Not designed to make you fiel better, designed to make you better. Seek it out and embrace the true friends that care enough to risk sharing it. I'm not sure what takes more guts - giving it or getting it.”)

Die Autoren sind davon überzeugt, dass wichtige Lektionen oft am besten durch Humor veranschaulicht werden. So wird dem Leser auf rund 200 Seiten immer wieder der Spiegel vorgehalten, um nachzudenken und vor allem zu Lernen.
So lernen wir bei der Lektüre etwas über strategische Planung und die Bedeutung eines "Mission Statements" und wir lernen einiges über Zahlen-Friedhöfe (KPI graveyards) und die Relevanz der Performancemessung. Außerdem lernen wir vieles über Führung und Vertrauens- und Unternehmenskultur und Risikomanagement.

Im Buch wird deutlich, dass die Autoren glühende Verfechter der strategischen Planung sind. Aber die Realitäten der sich ständig verändernden Umfelds haben sie dazu gezwungen, die Rolle der mittel- bis langfristigen strategischen Planung für den Unternehmenserfolg neu zu bewerten. So lernen wir, dass Menschen erbärmliche Vorhersager der Zukunft sind. Diese traurige Realität kann sowohl empirisch betrachtet werden – eine von vielen Studien über Expertenvorhersagen ergab, dass über 80 Prozent falsch lagen – oder indem man einfach populäre kulturelle Trends untersucht: JK Rowlings Originalmanuskript für Harry Potter wurde Berichten zufolge von mehr als einem Dutzend Verlagen abgelehnt. Diese dramatische Unfähigkeit, die Zukunft vorherzusagen, stellt ein Dilemma für Strategieplaner dar, denn im Grunde genommen geht es bei der Strategie darum, Vorhersagen über die Zukunft zu treffen, über Ereignisse, die nicht vorhersehbar sind, so das Autoren-Duo.

Anstatt also zu versuchen, die Zukunft mit Gewissheit vorherzusagen, empfehlen die Autoren, dass sich Unternehmen mit den wichtigsten Treibern beschäftigen sollten, die potenziell der größten Volatilität unterworfen sind. So sollten sich Unternehmen u.a. mit den folgenden Themen beschäftigen: Kundenpräferenzen, Mitarbeiterkompetenzen (in Bezug auf die Strategie), kulturelle Veränderungen, globale und lokale Ökonomie, Technologie, Wettbewerbsbedingungen (insbesondere die neuen und ggf. disruptiven Wettbewerber), Globalisierung, Regulierung, Demografie, Supply-Chain. Das ist exakt das, was auch ein wirksamen Risikofrüherkennungssystem leisten sollte.

In einem nächsten Schritt sollten Unternehmen Hypothesen darüber aufstellen, was in der unmittelbaren Zukunft wahrscheinlich passieren wird. Was kaufen Ihre Kunden? Was machen Ihre Konkurrenten heute, das Sie behindert? Sind Sie in irgendeiner Weise überrascht von dem, was sich um Sie herum abspielt? Warum oder warum nicht? Die Beantwortung dieser Fragen ermöglicht es Unternehmen, sich mit den Realitäten Ihrer aktuellen Situation auseinanderzusetzen und liefert Ihnen die nötige Munition, um in Zukunft strategischere Entscheidungen zu treffen. Hierfür liefert die Werkzeugkiste des Risikomanagements und auch des strategischen Managements eine ganze Reihe an Methodenunterstützung, u.a. die klassische Szenarioanalyse.

Das rund 200 Seiten dicke Buch bietet in einer leicht verständlichen Sprache viele Ideen zur Erhöhung der Robustheit eines Unternehmens. Im Sinne des einführenden Zitats von Seth Godin sind es gute Ratschläge, die zudem noch aus der Praxis kommen und für eine praktische Umsetzung geeignet sind.

[ Bildquelle: Corporater AS ]

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