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Rezension

Techniken der Geldwäsche und ihre Bekämpfung

Lars Altenkirch, 126 Seiten, Bankakademie-Verlag, Frankfurt 2006.09.10.2006, 08:00

Schwarzes Geld wird weiß: Geldwäsche bezeichnet den Vorgang der Einschleusung illegaler Erlöse aus verschiedenen Straftaten (etwa aus dem Drogenhandel) in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf, mit dem Ziel, die wahre Herkunft zu verschleiern. Experten der Weltbank schätzen, dass weltweit zwischen 1.000 und 1.500 Milliarden Euro jedes Jahr gewaschen werden.

Über einen langen Zeitraum ist der Themenbereich der Geldwäsche in Deutschland nur von Juristen, Kriminalisten sowie Bankspezialisten diskutiert worden. Durch die Ereignisse des 11. September 2001 sind jedoch nicht nur die Aktionen von terroristischen Vereinigungen verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt worden; auch die Finanzierung terroristischer Organisationen und der damit verbundene Problembereich der Geldwäsche werden in jüngster Zeit in der breiten Öffentlichkeit verstärkt diskutiert. Lars Altenkirch analysiert daher in sehr anschaulicher Weise die Techniken der Geldwäsche. Dabei beschränkt sich der Autor nicht nur auf eine Darstellung der Geldwäscheverfahren, sondern zeigt auch die momentanen Regelungen zur Bekämpfung der Geldwäsche, deren Lücken sowie Ansatzpunkte zur Verbesserung gesetzlicher Bestimmungen auf.

Altenkirch widmet sich in seinem Buch ausführlich sowohl den einzelnen beteiligten Gruppen (Organisierte Kriminalität, Terrororganisationen, Untergrundbanken), den beteiligten Banken, Scheinfirmen und Frontgesellschaften sowie den von der Geldwäsche betroffenen Staaten, den Offshore-Zentren sowie den Non-Profit-Organisationen. Ausführlich widmet sich der Autor den Auswirkungen der Geldwäsche auf die Volkswirtschaft. Ein abschreckendes Beispiel für die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Geldwäsche sowie der damit korrespondierenden Stärkung der Organisierten Kriminalität (OK) ist Sizilien. Nach Recherchen des Autors führen 50.000 € Subventionen, die in Norditalien drei Arbeitsplätze schaffen würden, in Sizilien zur Schaffung eines Arbeitsplatzes. Der Rest des Geldes verschwindet in den dunklen Kassen der Mafia.

Sehr ausführlich widmet sich der Autor den unterschiedlichen Modellen der Geldwäsche. Klassisch erfolgt das Einschleusen in drei Phasen:
Phase 1 "Placement" (Platzierung): In dieser Phase werden Vermögenswerte aus Vortaten des § 261 StGB (hierbei handelt es sich überwiegend um Bargeld) zum einen durch Einzahlung bei Banken in Buchgeld umgewandelt, als zum anderen auch zum Erwerb von kurzfristig liquidierbaren Vermögensgegenständen verwendet.

Phase 2 "Layering" (Splitting und Streuung): Ziel dieser Phase ist die Streuung der im Rahmen der Phase 1 platzierten Gelder zur Verwischung von Spuren. In der Praxis werden hierzu oft komplexe länderübergreifende Finanztransaktionen u.a. unter Einbeziehung von Offshore-Banken und Scheingesellschaften durchgeführt.

Phase 3 "Integration" (Integration): Die Phase der Integration beschreibt die Einführung der Vermögenswerte bzw. Gegenstände die (ggf.) bereits die Phasen 1 und 2 durchlaufen haben, in den regulären Wirtschaftskreislauf. Dies kann über den Erwerb von Vermögensgegenständen (Immobilien oder Edelmetalle), Kauf von Unternehmensbeteiligungen usw. erfolgen.

Sehr detailliert und kenntnisreich widmet sich der Autor aber vor allem den unterschiedlichen Wegen zur Bekämpfung der OK sowie der Geldwäsche. Altenkirch verdeutlicht in diesem Kontext vor allem, dass eine Bekämpfung der OK und Geldwäsche ohne eine Kooperation der Offshore-Zentren nicht möglich sein wird. Solange diese dazu nicht bereit sind, wird das Layering in den meisten Fällen gelingen und somit eine Bekämpfung der Geldwäsche in der Phase der Integration deutlich erschweren.

Das Buch ist uneingeschränkt allen zu empfehlen, die sich intensiver – und dies möglichst schnell und effizient – mit dem Themenkomplex Geldwäsche beschäftigen möchten.

Rezension von Frank Romeike


Details zur Publikation

Autor: Lars Altenkirch
Seitenanzahl: 126
Verlag: Bankakademie-Verlag
Erscheinungsort: Frankfurt
Erscheinungsdatum: 2006

RiskNET Rating:

sehr gut Gesamtbewertung

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