Glossar & Definitionen

Basel II

Definition:

Der Terminus Basel II bezeichnet die Gesamtheit der Eigenkapitalvorschriften, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht in den letzten Jahren vorgeschlagen wurden. Die ursprüngliche Fassung der Rahmenvereinbarung wurde im Juni 2004 veröffentlicht. Die Regeln müssen gemäß den EU-Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG seit dem 1. Januar 2007 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union für alle Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (= Institute) angewendet werden.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hatte bereits im Januar 2001 einen Vorschlag zur Änderung der internationalen Eigenkapitalregelung vorgestellt. Allgemein ist der Entwurf unter der Bezeichnung Basel II bekannt. Ab dem Jahr 2007 sollten die Bestimmungen in mehr als 100 Ländern in nationales Recht umgesetzt werden, um eine größere Sicherheit des Weltfinanzsystems zu erreichen.

Dazu sollen Risiken bei der Kreditvergabe besser erfasst und die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter gestaltet werden. Je höher also das Risiko des Kreditnehmers, desto mehr Eigenkapital muss das Kreditinstitut zukünftig vorhalten, und umgekehrt, wobei durch den Kreditnehmer gestellte Sicherheiten eine erhöhte Bedeutung erlangen.

Neben diesen weitreichenden Konsequenzen für die Mindestkapitalanforderungen werden insbesondere auch höhere Anforderungen an das Risikomanagement und die Offenlegungsvorschriften gestellt. Banken mit niedrigen Risiken (Kreditrisiken / operationelle Risiken) werden zukünftig auch eine niedrigere EK-Unterlegung vorhalten müssen (und vice versa).

Die Verordnung über die angemessene Eigenmittelausstattung von Instituten, Institutsgruppen und Finanzholding-Gruppen (Solvabilitätsverordnung, SolvV) vom 14.12.2006 wurde am 20.12.2006 im Bundesgesetzblatt (Jahrgang 2006 Teil I Nr. 61, S. 2926 ff.) veröffentlicht und trat am 1. Januar 2007 in Kraft.

Sie konkretisiert die Anforderungen der §§ 10 ff. des Kreditwesengesetzes über die Mindesteigenkapitalbestimmungen. Die SolvV löste den bisherigen Grundsatz I über das Mindesteigenkapital der Institute grundsätzlich ab. In Form der Capital Requirements Directive wurden die Basel II-Regelungen in eine gemeinsame Richtlinie der EU übernommen, welche die Grundlage der SolvV bildet.

Basel II besteht aus drei sich gegenseitig ergänzenden Säulen:

  • Mindesteigenkapitalanforderungen (Säule 1): Ziel der ersten Säule ist nun die genauere und angemessenere Berücksichtigung der Risiken einer Bank bei der Bemessung ihrer Eigenkapitalausstattung. Dazu werden vor allem Kreditausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken mit Eigenmitteln unterlegt.
  • Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess (Säule 2): Die Säule 2 stellt zwei Anforderungen an Banken. Erstens müssen sie über ein Verfahren verfügen, mit dem sie beurteilen können, ob ihre Eigenkapitalaustattung im Verhältnis zu ihrem Risikoprofil angemessen ist. Des Weiteren müssen sie über eine Strategie für den Erhalt ihres Eigenkapitalniveaus verfügen. Diese Strategie wird als Internal Capital Adequacy Assessment Process kurz ICAAP bzw. Internes Kapitaladäquanzverfahren bezeichnet. Zweitens stellt die Säule 2 an die Aufsicht die Anforderung, alle Banken einem Evaluierungsprozess zu unterziehen. Auf Basis dieses Prozesses sind gegebenenfalls Aufsichtsmaßnahmen erforderlich.
  • Erweiterte Offenlegung (Säule 3): Ziel der dritten Säule ist die Stärkung der Marktdisziplin durch vermehrte Offenlegung von Informationen im Rahmen der externen Rechnungslegung der Banken (beispielsweise im Jahresabschluss, in Quartalsberichten oder in Lageberichten). Die Disziplinierung folgt z. B. aus zu befürchtenden Kursreaktionen der eigenen Aktie. So sind die möglichen Reaktionen aus der Offenlegung Anreiz für die Banken, auf eine vernünftige Eigen- und Risikokapitalstruktur zu achten.

 


zurück

RiskNET Intensiv-Seminare

Die Intensiv-Seminare der RiskAcademy® konzentrieren sich auf Methoden und Instrumente für evolutionäre und revolutionäre Wege im Risikomanagement. Die Seminare sind modular aufgebaut und bauen inhaltlich aufeinander auf (Basis, Fortgeschrittene, Vertiefung).

Seminare & Konferenzen

Neben unseren Intensiv-Seminaren und Webinaren, die im Rahmen der RiskAcademy angeboten werden, stellen wir Ihnen hier themen- und branchennahe Veranstaltungen vor.

IDW PS 340 n.F. zum Risikofrüherkennungssystem

Werden die Anforderungen des IDW PS 340 n.F. bereits heute vom Unternehmen erfüllt?

  • 100 % erfüllt:
    4%
  • ca. 80 % erfüllt:
    12,7%
  • ca. 40 % erfüllt:
    15,1%
  • ca. 20 % erfüllt:
    40%
  • Nicht relevant bzw. kenne IDW PS 340 nicht:
    28,2%
alle Umfragen ansehen »

abgegebene Stimmen: 1296

Neues aus der RiskNET Mediathek

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Rückblick und Impressionen RiskNET Summit 2020

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Interview mit Prof. Dr. Jürgen Döllner, Hasso-Plattner-Institut (HPI), Universität Potsdam

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Interview mit Prof. Dr. Günther Schmid, vormals Bundesnachrichtendienst

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Dialog zwischen Harald Philipp, Mountainbike Abenteurer und Frank Romeike, Gründer des Kompetenzportals RiskNET

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Interview mit Dr. Markus Krall, Vorstand Degussa und Fachbuchautor

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Interview mit Dr. Ulrich Eberl, Industriephysiker, Zukunftsforscher und Wissenschaftsjournalist zum Thema "Artificial Intelligence"

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Interview mit Tamara Lunger über die Gratwanderung auf den höchsten Bergen der Welt

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) an Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.Vimeo Videos immer laden

Interview mit Dr. Jochen Felsenheimer zur volkswirtschaftlichen Risikolandkarte und zu Risiken von Zombieunternehmen

Risk Academy

Die Intensiv-Seminare der RiskAcademy® konzentrieren sich auf Methoden und Instrumente für evolutionäre und revolutionäre Wege im Risikomanagement.

Seminare ansehen
Newsletter

Der Newsletter RiskNEWS informiert über Entwicklungen im Risikomanagement, aktuelle Buchveröffentlichungen sowie Kongresse und Veranstaltungen.

jetzt anmelden
Lösungsanbieter

Sie suchen eine Softwarelösung oder einen Dienstleister rund um die Themen Risikomanagement, GRC, IKS oder ISMS?

Partner finden