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Ukraine-Krise trübt Exportaussichten

Das geopolitische Sorgenjahr

Redaktion RiskNET15.08.2014, 07:55

Unter dem Eindruck der Krise in der Ukraine und anderer weltpolitischer Konflikte haben sich die Exportaussichten für die deutschen Unternehmen weiter eingetrübt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) senkte seine Prognose für die Exporte im laufenden Jahr abermals. Die Außenhandelsexperten der Kammerorganisation rechnen nur noch mit einem Plus von "bestenfalls 3,5 Prozent" für die deutschen Ausfuhren in diesem Jahr. Zu Beginn des Jahres hatten sie noch 4,5 Prozent erwartet, diese Prognose aber bereits im Mai auf 4,0 Prozent gesenkt.

"Das Jahr 2014 entpuppt sich als geopolitisches Sorgenjahr", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier, der den neuesten "AHK-Weltkonjunkturbericht" vorstellte. Die neue Prognose bedeutet nach seinen Angaben, dass die deutschen Exporteure rund elf Milliarden Euro weniger umsetzen als angenommen. "Für sich gesehen sind dadurch rund 100.000 Arbeitsplätze bei Unternehmen in Deutschland gefährdet", sagte Treier.

Die Weltkonjunktur tritt laut dem Bericht derzeit auf der Stelle. Von der Krise in Osteuropa und den weiteren Konflikten rund um den Globus erwarten die Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) zum Teil spürbare Dämpfer, und das beeinträchtige auch den deutschen Außenhandel. Der Bericht basiert auf den Rückmeldungen von Kammern in 90 Ländern.

Die EU-Sanktionen gegen Russland wie auch die russischen Gegenmaßnahmen zögen den deutschen Export weiter in Mitleidenschaft, sagte Treier laut einer Mitteilung. "Zu den direkten Beeinträchtigungen kommen die Bremsspuren in der Konjunktur anderer europäischer Staaten, die dann auch weniger deutsche Produkte abnehmen." Zudem entwickelten sich viele Schwellenländer ungünstiger als im letzten Jahr absehbar. Weitere Konflikte - vor allem im Nahen Osten - forcieren die Unsicherheit im internationalen Handel laut DIHK noch zusätzlich.

Der globale Aufschwung sei "vertagt", meinte Treier. "Mit einem Wachstum von nur 3,2 Prozent für 2014 kommt die Weltwirtschaft nun zum dritten Mal in Folge kaum vom Fleck". Eine Erholung werde wohl erst 2015 greifbar. Dann soll die Weltwirtschaft nach den Schätzungen der Auslandshandelskammern um 3,8 Prozent anziehen.

Die deutsche Exportwirtschaft wird nach der Erwartung der Kammern davon profitieren, die für 2015 ein deutsches Exportwachstum von 5 Prozent erwarten. Allerdings setze diese Prognose "eine allmähliche Entspannung der schwierigen Situation mit Russland voraus".

[ Bildquelle: © Oleg_Zabielin - Fotolia.com ]


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