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Die neue Risikolandkarte

Vernetzung von Maschinen erhöht Anfälligkeit für Cyberrisiken

Redaktion RiskNET10.09.2018, 09:43

Die Digitalisierung bietet zweifellos enorme Möglichkeiten für Menschen und Unternehmen. Unternehmen können dadurch eine Steigerung der Produktivität, der Effizienz und der Qualität erzielen sowie Risiken reduzieren. Die Kundenzufriedenheit kann durch digitale Services und Produkte verbessert werden.

Vor allem wegen der immer stärkeren Vernetzung von Maschinen und Geräten entstehen aber auch sehr komplexe Risiken, wie der Diebstahl von Daten, Störungen der Interaktion von vernetzten Maschinen bis zum Ausfall ganzer Produktionslinien und Lieferketten. Die volkswirtschaftlichen Kosten von großflächigen Cyberangriffen sind schon heute größer als Schäden, die von Naturkatastrophen verursacht werden. Sind kleine und mittlere Unternehmen betroffen, können sie schnell in ihrer Existenz bedroht werden.

Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands von Munich Re, weist in diesem Kontext auf die veränderte Risikolandkarte hin: "Cyberrisiken gehören zu den größten Gefahren der vernetzten Wirtschaft. Munich Re investiert sehr gezielt in Wissen und den Aufbau von Netzwerken, um Services und Versicherungsprodukte stetig zu verbessern. Gemeinsam mit Technologiepartnern wollen wir auch in Zukunft Lösungen für diese Risiken immer weiterentwickeln."

Erpressungssoftware und Schadsoftware führen zu hohen Schäden

Die größten wirtschaftlichen Schäden entstanden bisher durch Erpressungssoftware und Schadsoftware, allen voran WannaCry und NotPetya, die durch die zunehmende Vernetzung der Wirtschaft vermehrt zu Betriebsunterbrechungen und Datenverlust führten. Dieser Trend wird sich fortsetzen, da immer mehr Maschinen und Endgeräte verbunden sind.

"Die volkswirtschaftlichen Kosten von großflächigen Cyberangriffen sind schon heute größer als Schäden, die von Naturkatastrophen verursacht werden. Sind kleine und mittlere Unternehmen betroffen, können sie schnell in ihrer Existenz bedroht werden", sagte Torsten Jeworrek anlässlich des jährlichen Treffens der Rückversicherer in Monte Carlo.

Die Nachfrage nach Prävention und Versicherung steigt, da Unternehmen ihre Gefährdung erkennen und Schutz vor den finanziellen Folgen durch Cyberrisiken suchen. Lag das Marktvolumen für Cyberversicherungen 2017 noch bei 3,5 bis 4 Mrd. US-Dollar, so gehen Schätzungen davon aus, dass es bis zum Jahr 2020 auf 8 bis 9 Mrd. US-Dollar ansteigt. Doch Versicherung ist nur ein Aspekt. Mindestens ebenso wichtig ist Prävention durch technische Maßnahmen, sowie im Schadenfall eine schnelle Reaktion und Schadenbegrenzung.

Der Blick in die Vergangenheit ist bei Cyberrisiken nicht ausreichend

Vor diesem Hintergrund bietet Munich Re Rückversicherungskunden sowie Versicherungsnehmern Lösungen an, die deutlich mehr beinhalten, als nur Schäden zu bezahlen. Das zielt besonders auf kleinere und mittlere Unternehmen. Das Angebot reicht von vielfältigen Services bei der technischen Analyse und Maßnahmen zur Schadenverhütung über eine permanente Prüfung des Sicherheitsstandards der technischen Anlage und konkrete Versicherungsprodukte bis zu forensischen Untersuchungen im Schadenfall und der Wiederherstellung von Daten. Unternehmen können so ihren Betrieb schneller wieder aufnehmen.

Zudem unterstützt Munich Re Erstversicherer mit einem Pool von Experten bei Produktdesign, Underwriting und Schadenmanagement. So kann die Zeit bis zur Markteinführung neuer Versicherungsprodukte verkürzt und Investitionen können verringert werden. Ein weit verzweigtes Netzwerk mit hochspezialisierten Technologieunternehmen, vor allem aus den Bereichen Software, Hardware und IT-Sicherheit, ist dabei nötig, um schnell sich ändernde Technologiestandards umzusetzen. Damit wird gewährleistet, dass die Einschätzung von Risiken und die Entwicklung von Lösungen immer auf dem technisch neuesten Stand sind. Das ist umso wichtiger, als bei Cyberrisiken die Daten aus der Vergangenheit, wie sie etwa bei Naturgefahren genutzt werden, wenig aussagekräftig für potenzielle Ereignisse in der Zukunft sind. Durch die rasante Weiterentwicklung der Technologie sowie die immer stärkere Vernetzung ändert sich das Risiko fortlaufend. Und dieses Änderungsrisiko vergrößert sich darüber hinaus durch rechtliche und politische Veränderungen.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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