News

Technologischer Wandel

Schneller ist besser

Redaktion RiskNET17.11.2017, 20:06

Der Vorstandschef der Deutschen Bank sieht die europäischen Kreditinstitute im Wettbewerb hinter den Konkurrenten aus China und den USA. "Im Vergleich zu anderen Märkten sind die europäischen Banken bei der Profitabilität und der Fähigkeit zu großen Investitionen nicht so wettbewerbsfähig wie etwa die US-Banken", sagte John Cryan auf den European Banking Congress in Frankfurt. Insbesondere Deutschland mit seiner fragmentierten Bankenlandschaft hänge zurück. "Also müssen wird super-effizient sein", um mit dem Niedrigzinsumfeld und den schwachen Margen zurechtzukommen.

Die USA und China hätten große Banken, die massiv investieren, ihre Reichweite vergrößern und schwierigen Phasen besser widerstehen könnten. Ein Lösungsansatz wäre für Cryan eine stärkere Konsolidierung. "Europa wäre gut damit gedient, über eine Handvoll Institute zu verfügen, die auf der globalen Bühne konkurrenzfähig wären und so investieren könnten wie die chinesischen und die US-Banken." In Europa gebe es zu viele Banken, insbesondere in Deutschland.

Größenvorteile seien in jeder Branche wichtig, sekundierte Commerzbank-Chef Martin Zielke auf derselben Veranstaltung. Er hob den technologischen Wandel als wichtgiste Herausforderung hervor. Und hier komme es nicht nur auf die Größe an, sondern vor allem auf Geschwindigkeit. "Die Managementteams der Banken müssen verstehen, dass Geschwindigkeit wichtig ist, um Produkte und Dienstleistungen anzubieten, mit denen die Banken den Kunden ebenso dienen wie die Googles und Amazons dieser Welt." Die Antwort auf den technologischen Wandel sei "nicht immer 'größer ist besser', sondern 'schneller ist besser'".

Cryan fügte hinzu, dass für die Zukunft der Branche nicht nur der Vergleich mit anderen Banken entscheidend sei, sondern "die Frage ist, wie wir uns im Wettbewerb schlagen mit Unternehmen, die keine Banken sind". Er verwies auf Technologieunternehmen, die etwas als Zahlungsanbieter aufträten, aber nicht in dem Maße reguliert würden wie Banken.

[ Bildquelle: © Konstantin Yuganov - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Smarte Maschinen: Diener oder Dämonen?

Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert ...

Redaktion RiskNET10.12.2018, 20:23

Ulrich Eberl, Zukunftsforscher und Buchautor, reiste in seiner Keynote "Smarte Maschinen – neue Sicherheitsanforderungen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz" auf dem RiskNET Summit...

Studie

Klima-Risiko-Index

Risiken zukünftiger klimabedingter Schäden

Redaktion RiskNET05.12.2018, 07:53

Mit mehr als 11.500 Todesopfern und über 375 Milliarden US-Dollar (in Kaufkraftparitäten) Schäden geht das Jahr 2017 als das bisher verheerendste Extremwetterjahr weltweit in die jüngere Geschichte...

Kolumne

Neue Slogans oder ein Gebot der Stunde?

Robuste Energiesysteme und resiliente Menschen

Herbert Saurugg19.11.2018, 17:07

In den vergangenen Jahrzehnten hat die technische Vernetzung rasant zugenommen. Ermöglicht wurde diese durch eine zunehmend leistungsfähigere Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Kaum ein...

Kolumne

Reputations-Risikomanagement

Die größten Risiken für Marken

Wolfgang Schiller [Redaktion RiskNET]07.11.2018, 07:51

Marken als Vertrauenssysteme gewinnen und binden am effizientesten Kunden als die einzigen Wertschöpfungstreiber an das Unternehmen. Sie bieten eine attraktive Plattform für die Produkte des...

News

RiskNET Summit 2018: Nachlese Tag 2

Stresstests, Handel und Attacken

Redaktion RiskNET25.10.2018, 17:05

Es gibt eine Konstante im Risikomanagement und das ist die Geopolitik. Die Überschrift könnte lauten: Die Welt befindet sich in unsicheren Zeiten – auf allen Kontinenten, um an das Thema Reisen...