News

Fachkräfteengpass nimmt trotz Konjunkturschwäche zu

Risikofaktor Fachkräftemangel

Redaktion RiskNET13.03.2019, 15:09

Trotz der eingetrübten Konjunkturlage fehlen der deutschen Wirtschaft nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) immer mehr Fachkräfte. 49 Prozent der mehr als 23.000 an der Umfrage beteiligten Unternehmen könnten offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräften fänden, heißt es in dem "Arbeitsmarktreport 2019" der Kammerorganisation. Dies war eine Zunahme um ein Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr - trotz eingetrübter Geschäftserwartungen.

"Diese Schwierigkeiten stabilisieren sich auf hohem Niveau", erklärte der DIHK. Die Organisation schätzt nach Angaben ihres stellvertretenden Hauptgeschäftsführers Achim Dercks, "dass weiterhin 1,6 Millionen Stellen längerfristig unbesetzt sind in den Unternehmen". Damit verbunden seien entsprechende Wachstumsengpässe.

"Die Fachkräfteengpässe legen nochmals leicht zu", konstatierte Dercks. Sie seien damit "weiterhin das größte Risiko" für die Betriebe in Deutschland. "Neu ist die Entkopplung vom Konjunkturverlauf." Laut der Studie ist diese zunehmende Entkopplung von Konjunkturverlauf und Personalnachfrage ein Zeichen der angespannten Fachkräftesituation in den Unternehmen. "Die Unternehmen versuchen weiter, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten", sagte Dercks. Als Reaktion forderte er unter anderem eine Stärkung der dualen Ausbildung und eine erleichterte Zuwanderung.

Besonders stark betroffen vom Fachkräftemangel ist nach der Erhebung mit 61 Prozent die Bauwirtschaft. Dercks warnte vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen, sollten beispielsweise Ausbau und Instandsetzung der Verkehrsinfrastruktur nicht wie erforderlich gelingen. Auch der Infrastrukturausbau für die Digitalisierung könne sich erheblich verzögern. Eine Erleichterung könnte möglicherweise vom Brexit ausgehen, da in der Bauwirtschaft viele EU-Bürger in Großbritannien tätig seien. "Es kann durchaus interessant sein für deutsche Unternehmen", konstatierte Dercks.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Risikoanalyse, Digitalisierung & Risikokultur

Nicht-finanzielle Risiken spielen eine zunehmend größere Rolle

Redaktion RiskNET20.05.2019, 07:45

Interview mit Dr. Ralf Hannemann, Direktor und Bereichsleiter Bankenaufsicht im Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, über regulatorische Anforderungen im Risikomanagement, den...

News

Wirksames Risikomanagement

Das Damoklesschwert des Scheiterns als Regulativ

Redaktion RiskNET16.05.2019, 14:39

Welche Rolle spielt das Risikomanagement in Zeiten der Informationsüberflutung und Digitalisierung? Dieser Frage gingen Experten bei einer Podiumsdiskussion beim Kongress Länderrisiken nach. Dass...

Kolumne

Risikoanalyse

Ölpreis auf USD 100 je Barrel?

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.08.05.2019, 10:31

Zu all den Risiken, die die Märkte derzeit belasten, ist ein neues dazugekommen: Der Ölpreis. Er ist, von den meisten unbemerkt, seit Ende letzten Jahres um fast 40 % (!) gestiegen. Die Verschärfung...

Studie

Supply Chain Risk Management

Mangelnde Transparenz über Risiken in der Lieferkette

Redaktion RiskNET07.05.2019, 14:30

Die Risiken in den globalen Märkten und Lieferantennetzwerken nehmen zu. Doch die wenigsten Unternehmen verfügen über systematische Maßnahmenpläne für den Fall plötzlicher Unterbrechungen in ihrer...

News

Finanzmarkt-Regulierung

Spagat zwischen Komplexität und Sicherheit

Redaktion RiskNET07.05.2019, 11:22

Das Bundesfinanzministerium sieht noch Schwachpunkte des nach der Finanzkrise geschaffenen Banken-Abwicklungsregimes und will die Europäische Kommission dazu drängen, diese in ihrer neuen Amtszeit...