News

Frühwarnsystem

Rezessionswahrscheinlichkeit = 35 Prozent

Redaktion RiskNET14.03.2019, 18:50

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten in einen Abschwung gerät, liegt bei 35,3 Prozent. Das haben neue Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Der von dem Institut erhobene Konjunkturindikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, hat sich im März im Vergleich zu seinem Stand von 34 Prozent vom Februar leicht erhöht.

Damit zeigt das nach dem Ampelsystem arbeitende Frühwarnsystem laut dem Institut weiter "gelb-rot", was eine Situation erhöhter konjunktureller Unsicherheit mit einer Rezessionswahrscheinlichkeit von über 30 Prozent signalisiere. Das Rezessionsrisiko beruht nach Analyse des IMK maßgeblich auf einem andauernden Rückgang der Industrieproduktion, zuletzt rückläufigen Auftragseingängen im produzierenden Gewerbe sowie einer fortgesetzten Verschlechterung bei Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Index.

Leicht positive Signale kommen laut den Forschern hingegen von den Finanzmärkten. Das gelte unter anderem für die Börsenkurse und die Zinsforderungen für Unternehmensanleihen. Deshalb sei der "Finanzmarktstress", den das IMK mit einem zusätzlichen Indikator misst, zwischen Februar und März von 27,9 auf 20,7 Prozent gesunken.

"Klar ist, dass der längste wirtschaftliche Aufschwung im vereinigten Deutschland angesichts von Brexit, Trump und schwächerer Konjunktur in China erheblichen außenwirtschaftlichen Gegenwind bekommt", konstatierte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Gustav Horn. "Es ist aber keineswegs ausgemacht, dass der Aufschwung damit ans Ende kommt." Die aktuelle Datenlage deute nicht akut auf eine Rezession hin. Die Binnennachfrage, die sich auf wachsende Beschäftigung, spürbar steigende Löhne und stärkere öffentliche Investitionen stütze, sei "nach wie vor intakt".

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Interview Munich Re

Cybercrime, Cyberwar bis Cyber-Terrorismus

Redaktion RiskNET25.02.2019, 13:11

Cyber-Attacken nehmen zu, werden raffinierter und kosten Unternehmen inzwischen Milliarden. Die Bandbreite an Risiken ist groß und erstreckt sich von Cybercrime über Cyberwar bis zum...

Kolumne

Risikoanalyse

Italiens Banken und Target-2

Markus Krall [goetzpartners]15.02.2019, 17:40

Das systemische Risiko heißt so, weil seine Auswirkungen die Stabilität des gesamten Finanz- und Wirtschaftssystems betreffen können. In der Vergangenheit war es in aller Regel so, dass systemische...

Kolumne

Chancen & Risiken

Gold und Populismus

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.13.02.2019, 13:20

Der Populismus greift immer mehr um sich. Rechts- und linkslastige Parteien und Strömungen werden stärker. Es gibt immer mehr Länder mit populistischen Regierungen.

Da müsste es doch mit dem Teufel...

Kolumne

Staatsschulden

Verlieren die USA ihr "Triple A"?

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.06.02.2019, 15:08

Es gibt viel Ärger und Irrationalitäten in der Finanzpolitik der USA unter Präsident Trump. Manches ist nicht schön und schwer verständlich. Andererseits wurde, wenn ich es recht sehe, auf diesem...

Kolumne

Methoden zur Simulation von Komplexität

Neugier und das Denken in Szenarien

Andreas Fornefett [EPOTECH AG]05.02.2019, 08:34

Seit der Veröffentlichung einer Studie der Technischen Universität Hamburg in Kooperation mit dem Kompetenzportal RiskNET [vgl. Meyer/Romeike/Spitzner 2012] im Jahr 2012 hat sich nicht allzu viel...