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Zukunftsorientierte Steuerung

Resiliente Unternehmen dank eines strategischen Chancen- und Risikomanagements

Jan Spitzner22.01.2019, 07:59

Der Begriff "Resilienz" taucht heute immer wieder auf. Das Wort stammt vom lateinischen resilire ab, was mit zurückspringen oder abprallen ins Deutsche übersetzt wird. Als Bedeutung findet man im Duden "psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen" (siehe www.duden.de/rechtschreibung/Resilienz), sie fokussiert auf den Begriff in der Psychologie. Eine Übertragung auf ökonomische Belange findet sich beispielsweise im Gabler Wirtschaftslexikon: "Unternehmerische Resilienz ist die Eigenschaft eines Unternehmens, externe Schocks oder Verwerfungen der sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen auszuhalten und sich an die neuen Bedingungen anzupassen."

Was heißt das nun für das Risikomanagement? Hier sind nachfolgende Überlegungen hilfreich:
Externe Schocks oder Verwerfungen sind im weiteren Sinne negative Einflüsse oder eingetretene Risiken. Wenn ein Unternehmen dies aushalten kann, zeichnet es sich durch eine hinreichende Risikotragfähigkeit aus. Es ist damit resistent gegenüber den eingetretenen Risiken.

Gleichzeitig ist das Unternehmen gezwungen, mit den Risiken umzugehen, sie entsprechend zu managen und die eigenen Funktionen kurzfristig wieder herzustellen. In diesem Zusammenhang spricht man von Selbstregulation und einer Steuerung der eingetretenen Risiken.

Sich den neuen Bedingungen anzupassen heißt für ein Unternehmen, die den veränderten Umweltbedingungen innewohnenden Chancen aktiv zu nutzen. Es zeichnet sich damit durch eine gewisse Innovationsfähigkeit aus, die dem langfristigen ökonomischen Überleben des Unternehmens dient.

So betrachtet verbirgt sich hinter dem Begriff Resilienz insbesondere auch ein aktives und sehr umfassendes Risiko- und gleichzeitig Chancenmanagement. Potenzielle, teilweise noch unbekannte Verwerfungen müssen frühzeitig entdeckt werden. Es gilt, Risiken und deren Ursachen zu identifizieren und durch präventive Maßnahmen zu eliminieren beziehungsweise deren Wirkung zu reduzieren. Trotz des – durchaus verständlichen – Fokus auf negative Konsequenzen derartiger Verwerfungen und externer Schocks sollten dabei die Chancen solcher Verwerfungen nie aus dem Auge verloren werden.

Das Risikomanagement verfügt bereits über einen umfangreichen Methodenbaukasten, ein Unternehmen oder eine Organisation resilient aufzustellen. Hier kommen insbesondere die Methoden des strategischen Risikomanagements zum Tragen. Speziell Simulationen leisten hier einen wertvollen Beitrag. Im Rahmen einer Was-wäre-wenn-Analyse lassen sich ausgehend von veränderten Rahmenbedingungen Konsequenzen auf das Unternehmen abschätzen. Simulationen helfen dabei nicht nur bei der Identifikation von Chancen und Risiken, sie sind vielmehr auch ein Instrumentarium, geeignete Risikostrategien zu bewerten und entsprechend zu optimieren.

Und, auch das sollte nicht vergessen werden, bieten Simulationen die Möglichkeit, Mitarbeiter der eigenen Organisation im Rahmen ihrer Aus- und Weiterbildung auf Störereignisse vorzubereiten. Einfach dadurch, dass sie derartige Ereignisse bereits einmal erleben und die Konsequenzen ihres Handels spielerisch erfahren.

Insgesamt bietet sich hier für den Risikomanager ein interessantes Tätigkeitsfeld. Zusammen mit anderen zukunftsorientierten Bereichen im Unternehmen – sei es Strategie, Unternehmensentwicklung, aber auch Forschung und Entwicklung – kann das Unternehmen fit gegenüber externen Verwerfungen beziehungsweise sich veränderten Umweltbedingungen gemacht werden. Damit wird eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, als Unternehmen oder Organisation dauerhaft den eigenen Fortbestand zu sichern und in einem dynamischen Umfeld (wirtschaftlich) erfolgreich zu sein.

Autor:

Dr. Jan Spitzner ist geschäftsführender Gesellschafter der Spitzner Consulting GmbH mit Sitz in München.

Forum "Zukunftsorientierte Steuerung – Resilienz mit Simulationen verbessern"

Das Forum ist Teil einer jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe im Kontext der zukunftsorientierten Steuerung von Unternehmen und Organisationen. Im Fokus stehen innovative betriebswirtschaftliche Methoden, die es Unternehmen ermöglichen Herausforderungen einer unsicheren Zukunft erfolgreich zu meistern. Es wird vom Institut für Controlling und Simulation an der TU Hamburg zusammen mit Spitzner Consulting, München, und der Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg, durchgeführt. Vertreter aus Praxis, Wissenschaft und Militär sind zu einem intensiven und intersektoralen Austausch über Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen von zukunftsorientierten Steuerungsinstrumenten eingeladen. Im Fokus des Forums 2019 steht die resiliente Organisation: Wie kann angemessen auf Störungen reagiert werden, um die ursprünglichen Funktionen eines Systems wieder herzustellen? Neben Vorträgen, in denen die Referenten über ihre persönlichen Erfahrungen berichten, bietet das Forum auch die Möglichkeit, Simulationsmethoden im Kontext Resilienz anhand von Fallbeispielen live zu erleben.

Das Forum findet am 7. März 2019 in Hamburg statt.

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