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World Economic Outlook

Politische Risiken dominieren globale Risikolandkarte

Redaktion RiskNET16.07.2018, 19:48

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sorgt sich angesichts wachsender politischer Risiken in wichtigen Regionen der Welt über das globale Wachstum. Die Experten rechnen zwar weiter mit einer Wachstumsrate von 3,9 Prozent in diesem und im nächsten Jahr, urteilen zugleich jedoch, dass die Risiken für eine Abschwächung zugenommen haben, sogar auf kurze Sicht. "Die globale Expansion ist immer noch stark, aber weniger gleichmäßig, fragiler und bedroht", heißt es im Update zum World Economic Outlook.

Das Wachstum in den Industriestaaten bleibe allgemein stark, habe sich aber in vielen von ihnen verlangsamt, darunter in den Ländern des Euroraums, in Japan und in Großbritannien. Im Gegensatz dazu wachse die Wirtschaft in den USA weiterhin stärker als das Potenzial und die Schaffung von Arbeitsplätzen sei nach wie vor robust, was zum großen Teil auf die jüngsten Steuersenkungen und die gestiegenen Staatsausgaben zurückzuführen sei.

"Doch selbst in den USA wird sich das Wachstum in den nächsten Jahren voraussichtlich verlangsamen, da die lange zyklische Erholung ihren Lauf nimmt und die Auswirkungen vorübergehender fiskalischer Impulse nachlassen", urteilt der IWF. Für die Industrieländer rechnet der IWF für 2018 mit einem Wachstum von 2,4 Prozent - 0,1 Prozentpunkte unter der Prognose vom April. Für das Jahr 2019 gehen die Experten unverändert von einem Wachstum von 2,2 Prozent aus.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer als Gruppe erwartet der IWF weiterhin Wachstumsraten von 4,9 Prozent für 2018 und 5,1 Prozent für 2019. Innerhalb dieser Gruppe gebe es jedoch große Unterschiede. China dürfte hingegen entlang der bisherigen Prognosen wachsen, nämlich 6,6 Prozent in diesem Jahr und 6,4 Prozent im nächsten Jahr.

Handelskonflikt ist größtes Risiko

Die Politik der Federal Reserve bleibe weiter von zentraler Bedeutung für die globale finanzielle Entwicklung, hält der IWF fest. Angesichts der starken US-Beschäftigung und der anziehenden Inflation sei die Fed auf Kurs, die Zinsen in den nächsten zwei Jahren weiter anzuheben, ihre Geldpolitik im Vergleich zu anderen Industrieländern zu straffen und den US-Dollar zu stärken.

Die größte kurzfristige Bedrohung für das globale Wachstum sei jedoch das Risiko einer weiteren Eskalation der derzeitigen Handelskonflikte - mit negativen Auswirkungen auf das Vertrauen, die Vermögenspreise und die Investitionen. Das IWF-Modell deutet darauf, dass die Weltproduktion bis 2020 um etwa 0,5 Prozent unter den derzeitigen Prognosen liegen könnte, wenn sich die aktuellen handelspolitischen Bedrohungen realisieren und das Vertrauen der Unternehmen dadurch sinkt.

Andere Risiken hätten seit dem vorherigen Update im April an Bedeutung gewonnen. Die politische Unsicherheit in Europa sei gestiegen, wo die Europäische Union vor grundlegenden politischen Herausforderungen stehe hinsichtlich der Migrationspolitik, der Steuerpolitik, der Rechtsstaatlichkeit und der institutionellen Architektur des Euroraums. Die Bedingungen des Brexit blieben trotz monatelanger Verhandlungen ungeklärt. 

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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