News

Frühwarnindikator

Konjunkturampel steht wieder auf grün

Redaktion RiskNET15.05.2018, 12:09

Das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten in konjunkturelle Turbulenzen gerät, ist nach einem deutlichen Anstieg im April zuletzt wieder etwas zurückgegangen. Das signalisiert der nach dem Ampelsystem arbeitende Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), der nach Angaben des Instituts von "gelb" wieder auf "grün" gesprungen ist und damit keine Rezessionsgefahr mehr signalisiert.

Für den Zeitraum von Mai bis Ende Juli weise das Frühwarninstrument, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündele, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 27,3 Prozent aus. Bei einer Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent springt die IMK-Ampel auf grün. Im April hatte das Rezessionsrisiko bei 32,4 Prozent gelegen.

Der Trend für die kommenden Monate sei allerdings noch nicht sicher einzuschätzen, warnte der wissenschaftliche IMK-Direktor Gustav. "Die gute Nachricht ist: Die Befürchtung, dass die deutsche Konjunktur in einen raschen Abschwung geraten könnte, hat sich nicht bestätigt", sagte Horn. "Wir sehen in den Daten sogar einige Indizien dafür, dass das Rezessionsrisiko in den kommenden Monaten weiter langsam sinkt." Die deutsche Wirtschaft profitiere nach wie vor davon, dass gute Arbeitsmarktdaten und steigende Löhne die Binnennachfrage antrieben. Deshalb sei der Aufschwung "weitaus unempfindlicher" gegen weltwirtschaftliche Verwerfungen als noch vor zehn Jahren.

"Die schlechte Nachricht hat einen Namen: Donald Trump", betonte er aber auch. Geopolitische Unsicherheiten und auch die weiter schwebende Entscheidung über US-Importzölle trübten die Stimmung in der Wirtschaft weiterhin ein. Halte dieser Prozess an, würden die Sorgen um die Konjunktur wieder zunehmen.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...

Kolumne

CFO Survey Frühjahr 2018

Fachkräftemangel und Protektionismus dominieren Risikolandkarte

Redaktion RiskNET11.05.2018, 14:32

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen sowie...

Studie

Länderrisken im Überblick

Risikoweltkarte 2018

Redaktion RiskNET03.05.2018, 11:06

Das Feilschen um die von den USA angedrohten Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union sind nur eine Ursache für die zunehmende Volatilität von Länderrisiken. Für Günther Schmid,...

Kolumne

Frühwarnindikator

Der Konjunktureinbruch ist stärker als gedacht

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.03.05.2018, 08:10

Gavyn Davies ist ein bunter Vogel unter den internationalen Ökonomen. Er war viele Jahre Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Dann wurde er Chairman des britischen Rundfunksenders BBC. Schließlich...