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Türkei-Krise

Instrumente gegen Crash selbst in der Hand

Redaktion RiskNET06.09.2018, 13:02

Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge hat die Türkei alle Hebel in der Hand, um einen wirtschaftlichen Totalabsturz zu verhindern. In einer neuen Analyse empfehlen die Berliner Ökonomen dem Land drei Schritte, die Regierung und Notenbank gehen müssen. Präsident Recep Tayyip Erdogan soll demnach von einer ausgabengetriebenen zu einer Sparpolitik umschwenken, um das Haushaltsdefizit zu senken.

Am wichtigsten ist aus Sicht des DIW aber die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Zentralbank. "Dann könnte das Vertrauen der internationalen Investoren zurückkehren", sagte DIW-Volkswirt Malte Rieth. Erdogan hatte mit seiner öffentlichen Kritik die Unabhängigkeit der Zentralbanker in Frage gestellt, indem er sie zu niedrigen Zinsen gedrängt hatte.

Eine unabhängige Zentralbank müsste als dritten Schritt dann beherzt die Zinsen erhöhen, um den Investoren einen Anreiz zu geben, wieder Geld in türkische Staatspapiere und Unternehmen zu stecken. Wegen der höheren Nachfrage nach der Lira würde sich deren Kurs erholen, so die Analyse der Forscher.

Sie haben auch berechnet, was passieren würde, wenn Erdogan seinen Kurs in der Finanzpolitik nicht ändert. "Die jetzige Krise hat das Potential, so schlimm wie die Krise der Türkei im Jahr 2001 zu werden", heißt es zu Beginn des Aufsatzes. Die Staatspleite konnte seinerzeit nur durch einen Notkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) vermieden werden. Die Wirtschaftsleistung war um über 10 Prozent eingebrochen.

Durch den Dreiklang an Gegenmaßnahmen wertet die Lira in den Simulationen schon im ersten Jahr um 7 Prozent auf und die Inflation geht um 5 Prozentpunkte zurück. Zunächst würde das Wachstum dadurch zwar belastet, könnte aber schon im zweiten Jahr wieder anziehen.

Die Türkei leidet unter einer schweren Währungskrise. Gegenüber dem Euro büßte die Lira in diesem Jahr fast die Hälfte ein. Heute steht der Euro bei beinahe 8 Lira. Die Inflation erreichte im August knapp 18 Prozent. Ankara lehnt es bisher ab, sich an den IWF zu wenden, hat aber die Zusage von Investitionen aus dem Emirat Katar.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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