News

Fakten geben Entwarnung

Freitag, der 13. – ein Unglückstag?

Redaktion RiskNET12.04.2018, 22:59

Freitag, der 13. gilt im Volksglauben gemeinhin als Unglückstag. Die Paraskavedekatriaphobie (abgeleitet aus dem Griechischen: Paraskave = Freitag; Dekatria = 13; Phobie = Angst) greift im April 2018 wieder um sich. Diese Phobie kann so weit führen, dass davon betroffene Personen beispielsweise geplante Reisen oder Termine absagen oder sich an einem Freitag, dem 13. erst gar nicht vor die Haustür trauen und lieber im Bett bleiben.

Doch passieren an dem besagten Freitag, den 13. wirklich mehr Unglücke oder Schadenereignisse? Seit mittlerweile 11 Jahren wertet die Zurich Gruppe Deutschland die eigene Schaden-Statistik speziell unter diesem Aspekt aus, um dem Aberglauben mit Fakten auf die Schliche zu kommen. Der Blick auf die Schadenzahlen aus der Sach- und Unfallversicherung sollte alle Abergläubischen beruhigen können: Auch wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag fällt, besteht in der statistischen Langzeitbetrachtung kein Anlass zu besonderer Sorge.

Langzeitbetrachtung gibt Entwarnung

"Im langjährigen Mittel liegt die Zahl der an einem Freitag, den 13. gemeldeten Fälle auf ähnlichem Niveau wie an allen anderen Tagen (-0,7 Prozent). Bei der Zurich Gruppe Deutschland wurden am letzten "Unglückstag", Freitag, den 13. Oktober 2017, sogar 19,8 Prozent weniger Schäden als an allen anderen ausgewerteten Freitagen des Jahres gemeldet", erklärt Michael Pecheim, Leiter Controlling & Performance Management bei Zurich.

Doch auch wenn Freitag, der 13. statistisch nicht als ausgesprochen schadenträchtiger Tag gilt - als Garant für einen sorgenfreien Tag kann er im Umkehrschluss ebenfalls nicht gelten. So sank am Freitag, den 13. Januar 2012 das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio. Und am Freitag, den 13. Januar 2017 sorgte Sturmtief "Egon" in Europa für ein untypisches Schadenhoch. In der statistischen Langzeitbetrachtung können diese tragischen Ereignisse jedoch nur als Ausreißer gewertet werden. Einen Beleg für die Allgemeingültigkeit des Aberglaubens können sie nicht darstellen.

Einfluss durch die wilde 13?

Auch die Zahl 13 an sich hat keinen negativen Einfluss auf die Schadenhäufigkeit an einem Datum. Durchschnittlich gingen an dem 13.  eines Monats (ohne Freitage) im Schnitt etwa ähnlich viele Schäden wie an allen anderen Tagen ein. Paraskavedekatriaphobiker könnten also aufatmen. Es sei denn, sie sehen das Unglück gerade darin, dass der manchmal gut gepflegte Aberglaube faktisch nicht hinreichend zu begründen ist.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Mundus vult decipi

Was tun mit Fake News?

Redaktion RiskNET06.06.2018, 14:24

Wahrheit oder Lüge? Wer kann das in unseren digitalen Zeiten noch beantworten? Umso wichtiger sind klare Parameter und ein methodisch sauberes Vorgehen, um Fake News zu enttarnen. Dafür plädiert...

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...

Kolumne

CFO Survey Frühjahr 2018

Fachkräftemangel und Protektionismus dominieren Risikolandkarte

Redaktion RiskNET11.05.2018, 14:32

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen sowie...

Studie

Länderrisken im Überblick

Risikoweltkarte 2018

Redaktion RiskNET03.05.2018, 11:06

Das Feilschen um die von den USA angedrohten Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union sind nur eine Ursache für die zunehmende Volatilität von Länderrisiken. Für Günther Schmid,...