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Makroökonomische Stresstests

Euroraum-Banken widerstandsfähiger als 2016

Redaktion RiskNET03.11.2018, 21:22

Die 33 wichtigsten Banken des Euroraums haben ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schocks in den vergangenen zwei Jahren nach Aussage der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöht. Wie die EZB nach Veröffentlichung der Ergebnisse des aktuellen Stresstests mitteilte, verfügen die Institute im Durchschnitt über höhere Kapitalpuffer, obwohl es im Test wegen des gegenüber dem Stresstest 2016 strengeren adversen Szenario zu einem stärkeren Rückgang der Kernkapitalquote (CET1) kam.

Laut EZB ermittelte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA für die 33 von der EZB direkt beaufsichtigten Großbanken im adversen Szenario eine CET1-Quote von 9,9 Prozent. 2016 hatte sie bei 8,8 Prozent gelegen. Im adversen Szenario verringert sich die durchschnittliche CET1-Quote um 3,8 (2016: 3,3) Prozentpunkte. Startpunkt war die Ende 2017 ermittelte CET1-Quote von 13,7 (12,2) Prozent.

"Das Ergebnis bestätigt, dass die teilnehmenden Banken in Bezug auf makroökonomische Schocks widerstandsfähiger sind als vor zwei Jahren", zitiert die EZB in einer Mitteilung Daniele Nouy, Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der EZB. Auch dank der EZB-Aufsicht hätten Banken deutlich mehr Kapital aufgebaut und gleichzeitig ihre Bestände an notleidenden Krediten reduziert. Zudem hätten sie ihre internen Kontrollen und ihre Risk Governance verbessert.

Nach Angaben der EBA verringerte sich die CET1-Quote der getesteten acht deutschen Banken im adversen Szenario um 577 Basispunkte auf 10,23 Prozent. Die Banken anderer Länder verbuchten geringere Verluste, hatten im Ergebnis aber trotzdem überwiegend niedrigere CET1-Quoten. Der starke Rückgang der deutschen Quoten beruht maßgeblich darauf, dass für den Test für Deutschland ein stärkerer Rückgang der Wirtschaftsleistung als in anderen Ländern unterstellt wurde.

LandCET1-QuoteVerringerung im adv. Szenario*
DE10,23% -572 Bp
FR9,71%-404 Bp
IT9,57%-367 Bp
ES 9,41%-281 Bp
EI 13,10%-539 Bp
GB8,87%-549 Bp

Quelle der Daten: EBA

* Verringerung im adversen Szenario gegen tatsächliche Quote 2017

Aus Deutschland waren Bayerische Landesbank, Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen, NordLB und NRW Bank an dem Test beteiligt.

Der Stresstest basierte auf einem schärferen makroökonomischen Szenario als der vorige Test 2016. So wurde für 2018 für die gesamte EU ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,7 Prozent unterstellt, 2016 waren es 1,8 Prozent gewesen. Allerdings wurden für die verschiedenen Länder auch verschiedene Szenarien angesetzt: Für Deutschland zum Beispiel für Jahre 2018 bis 2020 BIP-Rückgänge von 4,5 und zwei Mal 3,3 Prozent.

Insgesamt hat die EBA den Stresstest für 48 europäische Banken selbst geleitet, wobei die Ergebnisse von drei griechischen Banken schon im Sommer veröffentlicht wurden. Die EBA-Methodik wurde aber auch bei jenen Tests angewendet, die beispielsweise in Verantwortung der EZB stattfanden. Die EZB hat einen Teil der 118 von ihr direkt beaufsichtigten Banken getestet - abzüglich jener 33, die in die EBA-Zuständigkeit fielen.

Barclays Bank hat rote Laterne im EBA-Stresstest

Die britische Bank Barclays hat im Banken-Stresstest, dessen Ergebnisse die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) am Freitag veröffentlichte, unerwartet die rote Laterne. Sie kommt dem, was Investoren und Regulierer als das absolute Minimum an Kapitalausstattung betrachten, um einen hypothetischen wirtschaftlichen Crash zu überstehen, gefährlich nahe.

Die Eigenkapitalquote von Barclays bei Vollumsetzung von Basel 3 würde sich unter sehr schlechten Bedingungen bis 2020 auf 6,37 Prozent abschwächen. Ausgangspunkt war die berichtete harte Kernkapitalquote 2017, die Barclays mit 13,28 Prozent auswies. Das "adverse Szenario" umfasst eine Arbeitslosigkeit im zweistelligen Prozentbereich und herbe Verluste bei Aktien und Anleihen.

Nicht viel besser sah es bei der Lloyds Banking Group aus. Sie schnitt ebenfalls mit 6,78 Prozent überraschend schlecht ab.

In dem Banken-Stresstest wurde geprüft, wie kapitalstark und damit wetterfest die Banken bei einer Krise sind. Zwar können Banken bei dem Test nicht durchfallen, allerdings fordert die Aufsicht eine Mindestkapitalbasis von 5,5 Prozent.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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