News

Externe Risikofaktoren

EU-Kommission warnt vor Risiken

Redaktion RiskNET03.05.2018, 11:28

Die EU-Kommission rechnet damit, dass sich der Wirtschaftsaufschwung in der Eurozone trotz neuer Risiken in diesem und im nächsten Jahr fortsetzt. "Der private Konsum ist nach wie vor stark. Gleichzeitig haben Exporte und Investitionen zugenommen. Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück und befindet sich derzeit in etwa auf Vorkrisenniveau", erklärte die Behörde in ihrer aktuellen Frühjahrsprognose. "Die Wirtschaft ist aber in höherem Maße externen Risikofaktoren ausgesetzt, die sich verstärkt haben und sich auch stärker negativ auswirken."

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraum wird der EU-Kommission zufolge 2018 und 2019 um 2,3 (Herbstprognose 2,3) und 2,0 (2,1) Prozent steigen. Die moderate Abschwächung im nächsten Jahr erklärt die Kommission damit, dass in einigen Ländern und Branchen Engpässe stärker zutage treten dürften, da die geldpolitischen Maßnahmen an die jeweiligen Umstände angepasst würden und weil sich der Welthandel etwas langsamer entwickeln werde.

Die Inflation im Euroraum sieht die Kommission wie schon im Herbst bei 1,5 und 1,6 Prozent. Der Preisauftrieb habe sich im ersten Quartal dieses Jahres abgeschwächt, dürfte aber aufgrund des jüngsten Anstiegs der Ölpreise in den kommenden Quartalen leicht zunehmen, hieß es. Durch die zu beobachtende Arbeitskräfteknappheit und das schnellere Lohnwachstum in vielen Mitgliedstaaten nehme auch der zugrunde liegende Preisdruck zu.

Für Deutschland, Frankreich und Italien wurden die Wachstumsprognosen bestätigt. Demnach wird das deutsche BIP um 2,3 und 2,1 Prozent wachsen, das französische BIP um 2,0 und 1,8 Prozent und das italienische BIP um 1,5 und 1,2 Prozent.

Hohe Downside-Risiken

"Insgesamt ist die Prognose vermehrt mit Downside-Risiken behaftet", erklärte die Kommission. "Die in den vergangenen Monaten auf den Auslandsmärkten verzeichnete Finanzmarktvolatilität dürfte in Zukunft zu einem dauerhafteren Phänomen werden, das zur Unsicherheit beitragen wird."

Als weitere Risikofaktoren sieht die Kommission die prozyklischen Konjunkturmaßnahmen in den USA, die zwar das kurzfristige Wachstum ankurbeln dürften, aber auch das Risiko einer Überhitzung sowie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Zinssätze in den USA schneller steigen als derzeit angenommen.

Darüber hinaus stelle eine Eskalation des Handelsprotektionismus eindeutig eine Gefahr für die Perspektiven der Weltwirtschaft dar. All diese Risiken seien miteinander verknüpft und das Euro-Währungsgebiet sei durch seine Offenheit besonders anfällig, wenn diese Risiken eintreten sollten.
 

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Garantenpflicht

Haftung eines Risikomanagers

Redaktion RiskNET16.07.2018, 19:30

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil vom 17.07.2009 (Az 5 StR 394/08) einen Leiter einer Rechtsabteilung und Revision wegen Beihilfe zum Betrug durch Unterlassen zu einer Geldstrafe von...

Studie

Qualitative Evaluationsstudie

Risikomodellierung, Predictive Analytics und Big Data

Frank Romeike | Stefan Trummer19.06.2018, 08:07

Das Banken- und Versicherungsumfeld ist seit vielen Jahren im Umbruch. Dazu haben in nicht unerheblichem Maße die Aufsichtsbehörden und Standardsetter beigetragen. Wurden bis Mitte der 2000er...

Interview

Mundus vult decipi

Was tun mit Fake News?

Redaktion RiskNET06.06.2018, 14:24

Wahrheit oder Lüge? Wer kann das in unseren digitalen Zeiten noch beantworten? Umso wichtiger sind klare Parameter und ein methodisch sauberes Vorgehen, um Fake News zu enttarnen. Dafür plädiert...

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...