News

EU-Einlagensicherung

Erst Risikoabbau – dann Einlagensicherung

Redaktion RiskNET15.04.2018, 19:13

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hält bei der umstrittenen EU-Einlagensicherung nach Angaben eines Sprechers am bisherigen Kurs der Regierung fest, dass es zunächst zu einem ausreichenden Risikoabbau in den Bankbilanzen kommen muss. Finanzministeriums-Sprecher Johannes Blankenheim betonte bei einer Pressekonferenz in Berlin, "dass es da ein vereinbartes Verfahren gibt", und betonte: "Und dabei bleibt es auch."

Die Position dazu sei schon von der Bundesregierung Mitte März bei Treffen von Eurogruppe und EU-Finanzministern in Brüssel vorgetragen worden. "Es geht darum, dass erst die Risiken in und für die Banken ausreichend reduziert werden müssen, und erst dann kann es eine politische Diskussion zu einer etwaigen Vergemeinschaftung der Einlagensicherung geben", sagte Blankenheim.

Das Handelsblatt hatte berichtet, Scholz habe in Gesprächen mit europäischen Partnern zu verstehen gegeben, dass er eine schnelle Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung skeptisch und die Einlagensicherung eher als mittelfristiges Projekt sehe. Südeuropäische Finanzminister und die EU-Kommission hätten gehofft, dass mit dem SPD-Finanzminister eine EU-Einlagensicherung sehr viel schneller kommen könnte. Seine nun vorgetragenen Argumente setzen aber die Linie des früheren Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) fort.

Die Unions-Fraktion ist bei dem Vorhaben bereits stark auf die Bremse getreten. Erst am Donnerstag forderte ihr stellvertretender Vorsitzender Ralph Brinkhaus (CDU) ebenfalls, erst Risikoreduzierungen in den Bankbilanzen vorzunehmen, bevor über eine gemeinsame Einlagensicherung gesprochen werde. "Das ist für uns ganz, ganz weit weg, dass wir da irgendwelche signifikanten Änderungen unterstützen", sagte er zu Journalisten.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Wechselkursrisiko

"Friedhofsruhe" an den Devisenmärkten?

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.10.04.2019, 12:11

In letzter Zeit habe ich mich häufiger gefragt, ob der Devisenmarkt noch richtig tickt. In der Vergangenheit waren die Wechselkurse stets eine Art Seismograf für die Stimmung und die Erwartungen der...

News

Ausstellung über Emil J. Gumbel

Statistiker der Extreme

Redaktion RiskNET02.04.2019, 07:54

Geboren in München 1891 in ein wohlhabendes liberal-jüdisches Elternhaus, verlebte Gumbel eine für das aufgeschlossene Münchner Lehel typische Kindheit. Nach seiner Schulzeit in St. Anna und am...

Interview

Kybernetik des Menschen lesen

Profiling und die sichtbaren Verhaltensweisen

Redaktion RiskNET27.03.2019, 11:22

Sabrina Rizzo ist ausgewiesene Expertin für "Business und Private Profiling". Das heißt, sie kann Menschen lesen. Eine verkrampfte Hand, ein kleines Zucken im Gesicht oder das Hochziehen...

Interview

Interview Munich Re

Cybercrime, Cyberwar bis Cyber-Terrorismus

Redaktion RiskNET25.02.2019, 13:11

Cyber-Attacken nehmen zu, werden raffinierter und kosten Unternehmen inzwischen Milliarden. Die Bandbreite an Risiken ist groß und erstreckt sich von Cybercrime über Cyberwar bis zum...

Kolumne

Risikoanalyse

Italiens Banken und Target-2

Markus Krall [goetzpartners]15.02.2019, 17:40

Das systemische Risiko heißt so, weil seine Auswirkungen die Stabilität des gesamten Finanz- und Wirtschaftssystems betreffen können. In der Vergangenheit war es in aller Regel so, dass systemische...