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IWF-Tagung

Die sich verdunkelnde Risikolandkarte

Redaktion RiskNET13.10.2018, 18:15

Die Mitglieder des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben bei der Jahrestagung des Fonds auf Bali ein weiter starkes Wachstum, aber zunehmende Risiken für die Weltwirtschaft festgestellt.

"Das Wachstum dürfte auf nahe Sicht stetig bleiben und danach moderat", erklärte das oberste Lenkungsgremium des IWF, der Internationale Währungs- und Finanzausschuss (IMFC), nach seiner Sitzung. Allerdings verlaufe die Erholung "zunehmend ungleichmäßig", und einige der zuvor bereits identifizierten Risiken seien bereits aufgekommen. "Insgesamt befinden sich die Risiken zunehmend auf der Abwärtsseite", erklärten die IWF-Mitglieder und verwiesen auf erhöhte Handelsspannungen und geopolitische Bedenken.

"Der Konsens ist, dass das Wachstum stark und positiv ist, aber es erreicht ein Plateau", konstatierte IWF-Chefin Christine Lagarde bei einer Pressekonferenz. Es liege aber immer noch über dem Schnitt. Es sei nicht inkonsistent, dass ein Plateauwachstum und Abwärtsrisiken, von denen einige bereits am Horizont erschienen, miteinander einher gingen, betonte sie. Lagarde forderte ein Ende der Handelskonflikte. "Deeskaliert und redet bitte miteinander, das ist ganz klar die Botschaft vom IWF", erklärte sie. "Lasst uns zusammenarbeiten so sehr wie wir können - wir sind stärker gemeinsam."

G20 wollen "produktiven Dialog" im Handelskonflikt

In diesem Kontext haben sich die Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) bei ihrem Treffen auf Bali hoffnungsvoll gezeigt, die von den USA ausgelösten Handelskonflikte zu lösen. Einen Durchbruch erreichten sie bei ihrem Treffen im Rahmen der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf der indonesischen Insel zwar nicht. Die G20 wollten aber "die Kanäle für produktiven Dialog offen" halten, wie Argentiniens Finanzminister Nicolas Dujovne am Veranstaltungsort Nusa Dua für den Vorsitz versicherte.

Am Ende werde es aber den Mitgliedstaaten obliegen, ihre Konflikte zu beenden. "Die G20 kann eine Rolle spielen, indem sie die Grundlage für Diskussionen bereitstellt, aber die Differenzen, die immer noch bestehen, sollten von den Mitgliedern gelöst werden, die direkt in die Spannungen involviert sind", sagte er. Der argentinische Vorsitz plant für November einen G20-Gipfel in Buenos Aires. Dann wollen sich auch US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping treffen, um einen Ausweg aus dem Handelskonflikt beider Länder zu suchen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) benannte in Bali eine Zuspitzung der Konflikte als mögliches Risiko für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, zeigte sich aber zuversichtlich, dass eine Eskalation zwischen den USA und der Europäischen Union (EU) vermieden werden kann. "Es gibt sehr vertrauensvolle, vernünftige Gespräche zwischen der EU und den USA", sagte er. "Von denen darf man erwarten, dass es zu Ergebnissen kommt, die keine Handelseskalation erwarten lassen." Wie der US-chinesische Konflikt ausgehe, könne allerdings niemand voraussagen. Scholz wertete aber Aussagen als beruhigend, dass niemand eine Eskalation wolle.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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