Studie

Compliance on Board Index

Compliance oft nicht gelebt

Redaktion RiskNET09.01.2018, 13:09

Compliance-Verstöße sind die Realität, obwohl Regelverstöße rigoros publik werden und die Unternehmen entsprechend Schaden nehmen. Insofern ist die tatsächlich praktizierte Compliance in Unternehmen gleichfalls ein erster Schritt und Indikator für gute Corporate Governance. Genau hier setzt der Compliance on Board Index (CoBI) vom Institut für Compliance und Corporate Governance (ICC) der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) an. Für die Erstfassung der Studie CoBI 2017 wurden als Grundlage unter anderem die Geschäftsberichte der DAX 30-Unternehmen herangezogen. Das Niveau ist insgesamt optimierungsfähig. Ausgangspunkt des vom Institut für Compliance und Corporate Governance (ICC) der RFH entwickelten CoBI ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz, bei dem die Selbstdarstellung der Unternehmen zum Thema Compliance systematisch ausgewertet und Optimierungspotenzial aufgezeigt werden.

Zielsetzung des Index war unter anderem, die Compliance-Implementierung und Aktivitäten in Unternehmen anhand der jeweiligen Unternehmensdarstellung zu untersuchen und ein Benchmarking zur Ausschöpfung von Compliance-Potentialen zu ermöglichen. Der Compliance on Board Index verfolgt das Ziel, Unternehmen ein Benchmarking an die Hand zu geben, das die Ausschöpfung von Compliance-Potenzialen fokussiert ermöglicht. Der Fokus der Auswertungen lag zunächst auf den DAX 30-Unternehmen, da bei diesen Unternehmen durch ihre Kapitalmarktorientierung eine erhöhte Transparenz geboten ist. Insgesamt zeigt sich bei der Mehrzahl der Unternehmen – selbst bei den Spitzenreitern der DAX 30-Unternehmen – lediglich ein mittleres Compliance-Niveau. Das mittlere Gesamt-Scoring (in Prozent) zeigt mit einem Wert von 42 Prozent noch deutliches Verbesserungspotenzial. Einige wenige Unternehmen haben zumindest bezüglich der Compliance-Berichtserstattung deutlichen Nachholbedarf (20 Prozent), der Spitzenreiter kommt auf knapp 62 Prozent. Defizite zeigen sich insbesondere bei der Darstellung der Ressourcen und Personalausstattung, was wiederum Rückschlüsse auf die Ernsthaftigkeit der jeweiligen Umsetzungsbereitschaft ermöglicht.

Weitere Informationen unter: www.rfh-koeln.de

 

 

[ Bildquelle: © frank peters - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Vom weißen Elefanten in digitalen Zeiten

Oh Wunder: Datenlecks und Intransparenz

Frank Romeike | Andreas Eicher [RiskNET]29.03.2018, 17:37

Der "elephant in the room." Diese Metapher aus dem angelsächsischen Sprachraum umschreibt ein Problem, um das (so gut wie) jeder weiß,  aber es wird von keinem angesprochen. Mit einem...

Interview

Spieltheoretische Ansätze in der Praxis

Mit Wargaming Risiken minimieren

Redaktion RiskNET15.03.2018, 08:00

Unsere Welt ist im Umbruch – sei es durch Kriege und Terror, die steigende Zahl an Umweltkatastrophen oder aufgrund von Cybergefahren und wirtschaftlichen Verwerfungen. Damit wird die Risikolandkarte...

Interview

Risiko Nr. 1 für Unternehmen

Das stille Sterben der Marken

Redaktion RiskNET22.02.2018, 12:59

Mit Schrecken liest man heute über das zunehmende "Markensterben" in vielen Branchen. Einst glanzvolle Marken verschwinden in der Bedeutungslosigkeit oder noch schlimmer ganz vom Markt....

News

Im Interview: Thorsten Kodalle

Vom Wargaming und der Resilienz

Redaktion RiskNET12.02.2018, 08:00

Oberstleutnant i. G. Thorsten Kodalle, Dozent für Sicherheitspolitik an der Führungsakademie der Bundeswehr, stellt die Frage, ob die Welt heute noch kontrollierbar sei? Seiner Meinung nach nein....

News

Im Interview: Herbert Saurugg

Energieversorgung und die Risiken

Redaktion RiskNET10.02.2018, 08:00

Der Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen, Herbert Saurugg, erwartet in den kommenden Jahren einen europaweiten Strom- und Infrastrukturausfall. Das Risiko...