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Collateralized Loan Obligations

CLO-Community ist wild auf neue Kredite

Redaktion RiskNET14.03.2019, 19:13

Der Zyklus bei der Kreditvergabe an hoch verschuldete Unternehmen bzw. an solche mit schlechter Kredithistorie (Leveraged Loans) in Europa steht nach Einschätzung von Standard & Poor's (S&P) vor der Wende. "In den vergangenen Jahren haben wir immer gesagt, die Wende kommt in zwei Jahren, inzwischen würde ich sagen, dass sie nicht mehr so weit weg ist", sagte S&P-Analyst Chris Porter bei einem Seminar in Frankfurt. Porter ist bei der Ratingagentur für die Bewertung von Leveraged Loans und Verbriefungen (Collateralized Loan Obligations - CLO) zuständig.

Für eine bevorstehende Wende an diesem Markt sprechen aus Sicht von S&P mehrere Fakten. Zum einem liegen die Volumina Anfang 2019 unter jenen von Anfang 2018, angekündigte Deals kommen vermehrt nicht zustande, außerdem nimmt der Anteil an grenzüberschreitenden Deals zu. Von Bedeutung sind Leveraged Loans nicht nur für die kreditnehmenden Unternehmen, sondern auch für den Verbriefungsmarkt.

Schließlich ist es nach Aussage von Analyst David Gillmor wohl auch einfach Zeit für eine Wende: "Die Wende im Zyklus steht nicht kurzfristig bevor, und ich sehe auch keinen offenkundigen Auslöser, aber andererseits ist das jetzt der längste Zyklus seit Ende des Krieges - das Ende muss nah sein", sagte er.

Banken bündeln unterschiedliche Kredite, zerlegen sie in Tranchen, die sie schließlich verbriefen und an Investoren verkaufen. Die Nachfrage nach solchen CLO bei Investoren ist angesichts des Niedrigzinsumfelds groß. "Die CLO-Community ist wild auf neue Kredite", sagte Porter. 2018 wurde mehr als die Hälfte der Leveraged Loans in CLO überführt.

Aber auch am CLO-Markt mehren sich die Anzeichen für eine Wende. Nach Aussage von Analystin Rebecca Mun sieht man das an der sich verschlechternden Qualität der unterliegenden Kredite und dem zunehmenden Abstand zu den Renditen als erstrangig eingestufter Papiere. Mun rechnet damit, dass das CLO-Volumen 2019 sinken und die Ausfallrate von als spekulativ eingestuften Papieren auf 2,6 (2018: 1,7) Prozent steigen wird.

[ Bildquelle: Adobe Stock ]


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