News

ifo Geschäftsklima

Chancen überwiegen Risiken

Redaktion RiskNET25.10.2017, 22:27

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf einen neuen Rekordwert von 116,7 Punkten, nach 115,3 (durch Saisonbereinigung korrigiert) im September. Die Unternehmen blicken sehr optimistisch auf die kommenden Monate. Auch die sehr gute aktuelle Geschäftslage korrigierten sie nach oben. Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe stieg der Index auf ein neues Rekordhoch. Die Industriefirmen waren merklich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Zusätzlich erreichten die Erwartungen für die nächsten Monate ein neues Jahreshoch. Treiber dieser Entwicklung waren die Hersteller von Investitionsgütern und darunter vor allem die Maschinenbauer. Die Kapazitätsauslastung stieg in der Industrie um 0,4 Prozentpunkte auf 87,1. Sie liegt damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 83,7.

Im Großhandel hat das Geschäftsklima nachgegeben, allerdings auf hohem Niveau. Die Großhändler waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch die Erwartungen fielen etwas weniger optimistisch aus. Im Einzelhandel machte der Geschäftsklimaindex einen großen Sprung nach oben. Die aktuelle Geschäftslage wurde deutlich besser eingeschätzt. Zudem blicken die Einzelhändler wieder optimistisch auf die kommenden Monate. Sie wollen zudem vermehrt die Preise erhöhen.

Das Bauhauptgewerbe setzt seine Rekordjagd fort. Dies war vor allem auf erneut optimistischere Erwartungen der Baufirmen zurückzuführen. Die sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage wurden hingegen etwas zurückgenommen.

ifo Geschäftsklima

Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2005 normiert.

ifo Konjunkturuhr

Die ifo Konjunkturuhr zeigt in einem Vier-Quadrantenschema den zyklischen Zusammenhang von Geschäftslage und Geschäftserwartungen. In diesem Diagramm durcheilt die Konjunktur – visualisiert als Lage-Erwartungs-Graph – die Quadranten mit den Bezeichnungen Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession, sofern der Erwartungsindikator dem Geschäftslageindikator hinlänglich vorauseilt. Sind die Urteile der befragten Unternehmen zur Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen per Saldo im Minus, so ist der Lage-Erwartungs-Graph im "Rezessionsquadranten". Gelangt der Erwartungsindikator ins Plus (bei sich verbessernder, aber per Saldo noch schlechter Geschäftslage), so ist der Graph im "Aufschwungsquadranten". Sind Geschäftslage und Geschäftserwartungen beide per Saldo im Plus, so ist der Graph im "Boomquadranten". Dreht der Erwartungsindikator ins Minus (bei sich verschlechternder, aber per Saldo noch guter Geschäftslage), so befindet sich der Graph im "Abschwungsquadranten".

[ Bildquelle: © kebox - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Risikoanalyse

Italiens Banken und Target-2

Markus Krall [goetzpartners]15.02.2019, 17:40

Das systemische Risiko heißt so, weil seine Auswirkungen die Stabilität des gesamten Finanz- und Wirtschaftssystems betreffen können. In der Vergangenheit war es in aller Regel so, dass systemische...

Kolumne

Chancen & Risiken

Gold und Populismus

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.13.02.2019, 13:20

Der Populismus greift immer mehr um sich. Rechts- und linkslastige Parteien und Strömungen werden stärker. Es gibt immer mehr Länder mit populistischen Regierungen.

Da müsste es doch mit dem Teufel...

Kolumne

Staatsschulden

Verlieren die USA ihr "Triple A"?

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.06.02.2019, 15:08

Es gibt viel Ärger und Irrationalitäten in der Finanzpolitik der USA unter Präsident Trump. Manches ist nicht schön und schwer verständlich. Andererseits wurde, wenn ich es recht sehe, auf diesem...

Kolumne

Methoden zur Simulation von Komplexität

Neugier und das Denken in Szenarien

Andreas Fornefett [EPOTECH AG]05.02.2019, 08:34

Seit der Veröffentlichung einer Studie der Technischen Universität Hamburg in Kooperation mit dem Kompetenzportal RiskNET [vgl. Meyer/Romeike/Spitzner 2012] im Jahr 2012 hat sich nicht allzu viel...

Interview

Artifizielle Intelligenz

Das größte Risiko ist die Reduzierung des Menschen auf Zahlen

Redaktion RiskNET29.01.2019, 10:40

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist ein Dauerthema in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Letztere beschäftigt sich in unterschiedlichen Disziplinen mit KI, dem zukünftigen Leben von Menschen im...