News

Lebensversicherer unter intensivierter Aufsicht

Stressszenario Niedrigzinsumfeld

Redaktion RiskNET27.06.2018, 12:20

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) führt bei 34 Lebensversicherern eine "intensivierte Aufsicht" durch, um eventuellen Problemen aus dem Niedrigzinsumfeld zu begegnen. Das geht aus einem nicht öffentlichen Bericht des Bundesfinanzministeriums an den Bundestags-Finanzausschuss hervor.

Wichtiges Element der Aufsicht ist die intensivierte Aufsicht, der derzeit 34 Lebensversicherer unterliegen", heißt es darin. "Unternehmen, bei denen sich aus der jährlichen Prognoserechnung ergibt, dass sie mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten haben könnten, müssen der BaFin halbjährig einen Sachstandsbericht zur wirtschaftlichen Entwicklung über einen mittel- und langfristigen Zeithorizont vorlegen."

Finanzministeriumssprecher Daniel Fehling bestätigte, derzeit unterlägen 34 Lebensversicherer einer intensivierten Aufsicht. "Alle Lebensversicherer erfüllen die aufsichtlichen Solvabilitätsanforderungen", betonte er aber. Die Bafin habe ihre Aufsicht im Niedrigzinsumfeld intensiviert - dabei gehe es insbesondere darum, vorausschauend mögliche künftige Schwierigkeiten zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden. "Eine intensivierte Aufsicht über Unternehmen heißt daher nicht, dass finanzielle Schwierigkeiten bestünden", hob Fehling hervor.

Die Bild-Zeitung hatte unter Berufung auf den Bericht des Finanzministeriums geschrieben, laut dem Ministerium drohten 34 von 87 deutschen Lebensversicherern "mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten".

In dem Bericht mit dem Titel "Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes" mahnt das Finanzministerium unter anderem Kostensenkungen der Branche an. "Die Lebensversicherer müssen weitere Anstrengungen unternehmen, um Kosten zu senken", heißt es darin. "Insbesondere die Vertriebskosten sind ggf. noch zu hoch und können Fehlanreize setzen." Trotz erster Erfolge bei der Senkung der Abschluss- und Vertriebskosten seien weitere Anstrengungen der Lebensversicherer erforderlich, die Kosten zu senken. Mit einem gesetzlichen Provisionsdeckel sollten zudem mögliche Fehlanreize durch zu hohe Vergütungen begrenzt werden.

[ Source of images: Adobe Stock ]


Kommentare zu diesem Beitrag

related news

Interview

Artificial intelligence

The biggest risk is reducing people to figures

RiskNET [Editor-in-chief]08.02.2019, 17:08

Artificial intelligence, or AI, is the subject of constant discussion by politicians, business people and academics. In their different disciplines, the latter studies AI, the future of human life in...

Study

Global Insolvency Outlook 2019

Closed monitoring of the political and policy-related risks

RiskNET [Editor-in-chief]25.01.2019, 14:27

In 2018, global insolvencies confirmed their upward trend which started in 2017 after seven consecutive years of sizable declines. Indeed, the Global Insolvency Index of Euler Hermes which covers 43...

Study

The Global Risks Report 2019

Growing number of complex and interconnected risks

RiskNET [Editor-in-chief]22.01.2019, 09:44

The world's ability to foster collective action in the face of urgent major crises has reached crisis levels, with worsening international relations hindering action across a growing array of...

Interview

Economics and Neuroscience

Emotionality and risk

RiskNET [Editor-in-chief]04.12.2018, 17:46

Almost every business decision is based on weighing up opportunities and risks. However, our brains tend to organise sensory impressions and information as simply and clearly as possible. We try to...

News

The Canadian Property Market

A holistic approach to real estate risk management

Volker Liermann | Nikolas Viets | Stefan Grossmann07.08.2018, 06:55

Unprecedented low interest rates, booming asset prices and the ever increasing challenge to remain profitable have led financial institutions in many parts of the world, and in Canada in particular,...