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Potenzieller Handelskrieg der USA

Strafzölle: Die neue Trump-Mauer

Redaktion RiskNET23.03.2018, 10:56

Das ifo Institut hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier und die EU-Kommission ermuntert, sich schützend vor die Welthandelsorganisation WTO zu stellen und sich nicht in einen Handelskrieg der USA gegen andere Länder hineinziehen zu lassen. "Mehr als 85 Prozent des Außenhandels der EU finden nicht mit den USA, sondern mit anderen WTO-Ländern statt. Die langfristigen Kosten der Schwächung der WTO könnten die kurzfristigen Vorteile der vorläufigen Verhinderung eines Handelskrieges mit den USA aufwiegen. Die EU sollte dieses Spiel nicht mitmachen", sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. "Die WTO bleibt geschwächt zurück. Mit dem Abschluss einer bilateralen Vereinbarung lässt die EU zu, dass Präsident Trump einen Keil zwischen die anderen WTO-Mitglieder treibt. Kleine und ärmere Länder bleiben allein zurück und haben kaum Aussicht auf Erfolg, die rechtswidrigen Zölle der USA zu bekämpfen. Das WTO-feindliche Vorgehen der USA bleibt ungeahndet."

Felbermayr ergänzt:  "Ein Teil der Abmachung zwischen EU und USA scheint ein verschärftes gemeinsames Vorgehen gegen China zu sein. Statt eines Handelskrieges mit Amerika droht Europa nun ein Handelskonflikt mit China. Das deutsche Handelsvolumen mit China lag aber 2017 um 20 Milliarden Euro über jenem mit den USA. Davon abgesehen ist die US-Ausnahme für die europäische Stahl- und Aluminium-Industrie natürlich ein Erfolg. Ebenso ist positiv, dass eine unmittelbar drohende Eskalation abgewendet scheint."

Die Angst vor einem weltweiten Handelskrieg wegen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle setzt alle Börsen in Europa unter Druck. Lediglich Anleihen können sich als vermeintlich sicherer Hafen behaupten. Nach den US-Börsen am Vorabend waren am Morgen vor allem die asiatischen Märkte eingebrochen. Denn China hat wiederum bereits gezielte Gegenmaßnahmen auf die Zölle des US-Präsidenten angekündigt.

Die Zölle auf Stahl- und Aluminium-Produkte treten bereits am Freitag in Kraft. China will nun vor allem landwirtschaftliche Produkte aus den USA mit Zöllen belegen. Der US-Präsident plant nun bereits Einfuhrsteuern auf etwa 10 Prozent des Importvolumens aus China. "Steigende Leitzinsen und Ängste um den Welthandel, für die Börsen eine gefährliche Mischung", sagt ein Marktteilnehmer. Besonders der DAX als "Export-Index" sei negativ betroffen. Dass gegenüber der Europäischen Union zahlreiche Ausnahmen gelten, verhindert nach Ansicht von Marktteilnehmern nur, dass der Maximalschaden eintritt.

Ein möglicher Handelskrieg beträfe direkt das Volumen des Welthandels. Zu den Hauptverlierern zählen daher Aktien aller Warentransporteure. Bei den Container-Aktien fallen Hapag-Lloyd um 4,6 Prozent, für Lufthansa im DAX geht es 3 Prozent nach unten, Air France verlieren fast 4 Prozent.

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