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"Basel 4" senkt Eigenkapitalquote um 2,8 Prozentpunkte

Regulierung als Sisyphusarbeit

Redaktion RiskNET24.05.2018, 06:24

Die Vollendung der Eigenkapitalrichtlinie Basel 3 - von ihren Kritikern als Basel 4 bezeichnet - wirft die deutschen Banken nach Aussage des Verbands öffentlicher Banken (VÖB) beim Aufbau neuen Eigenkapitals um zwei Jahre zurück. VÖB-Präsident Johannes-Jörg Riegler, Chef der BayernLB, sagte während der Jahrespressekonferenz in Frankfurt, infolge "Basel 4" dürften die risikogewichteten Aktiva um 23 Prozent steigen, wodurch die Ausstattung mit hartem Eigenkapital um 2,8 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent zurückgehe - auf das Niveau von 2015. "Das ist deutlich mehr als die vom Baseler Ausschuss avisierten 10 Prozent", so Riegler.

Die Umsetzung der Regulierungsmaßnahmen werde damit zur Sisyphusarbeit. "Basel 4 rollt den Stein des Kapitalaufbaus erneut um zwei Jahre zurück, und wir rollen ihn erneut bergaufwärts." Riegler bezog sich bei seinen Aussagen auf eine neue Studie des VÖB, die auf Angaben von Dekabank, DZ Bank, BayernLB, Helaba, LBB, LBBW, NordLB und Apo Bank beruht. Die dabei ermittelte Entwicklung der risikogewichteten Aktiva wurde als Parameter für eine Musterbank genutzt, die 16 große deutsche Institute umfasst.

Riegler forderte, bei der Umsetzung von "Basel 4" die Nachteile für europäische Institute möglichst gering zu halten. Sie litten besonders unter den neuen Maßnahmen, da sie ihre Kredite im Unterschied zu US-Banken auf der Bilanz behielten.

Zugleich forderte der VÖB-Chef, "Basel 4" weltweit im Gleichschritt umzusetzen, damit deutsche und europäische Institute nicht über Gebühr belastet würden. "Wenn Basel 4 mit vorauseilendem Gehorsam und schablonenhaft umgesetzt wird, dann geht den europäischen Banken bald der Motor aus", warnte Riegler. In New York, Shanghai und Singapur würden dagegen "die Sektkorken knallen". 

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