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IWF fordert Maßnahmen gegen hohe Immobilienpreise

Die nächste Blase?

Redaktion RiskNET14.05.2018, 17:11

Deutschland sollte nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) frühzeitig Maßnahmen gegen einen weiteren rapiden Anstieg der Wohnimmobilienpreise ergreifen. In der Abschlusserklärung zu Artikel-IV-Konsultationen schreibt der IWF: "Der rapide Anstieg der Immobilienpreise in einigen Städten spricht zusammen mit Datenlücken und einem unvollständigen makroprudenziellen Werkzeugkasten dafür, dass eine frühzeitige Implementierung von Aufsichtsmaßnahmen in Erwägung gezogen werden sollte."

Die Deutsche Bundesbank, die dem hierfür zuständigen Ausschuss für Finanzstabilität (AfS) angehört, hat sich bisher nicht besonders alarmiert über die Lage im Immobiliensektor geäußert. Sie begründete das damit, dass es zwar teilweise hohe Preisanstiege, aber keinen spürbaren Anstieg der Verschuldung gebe.

Der IWF ist weniger entspannt, und er nennt dafür zwei Gründe:

  1. Um sich ein umfassendes Bild von der tatsächlichen Marktentwicklung machen zu können, bräuchten die Behörden detailliertere Daten. Mangelt es an solchen Daten, besteht die Gefahr, dass beunruhigende Entwicklungen "unter dem Radar" bleiben und die Behörden zu spät reagieren.
  2. Die Instrumente, mit denen die Behörden auf einen aus ihrer Sicht zu starken Anstieg der Immobilien reagieren könnten, sind nicht wirksam genug. Die Einführung von Anforderungen zu Beleihungsauslauf (Loan-to-Value) und Tilgungen sind laut IWF zu begrüßen, aber diese sollten um einkommensbasierte Anforderungen ergänzt werden, um die Finanzstabilität zu sichern.

Die Bundesbank hatte derartige einkommensbasierte Maßnahmen vorgeschlagen. Diese waren jedoch im Rahmen des Gesetzgebungsprozess unter den Tisch gefallen. 

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