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Regulierung


Wie immer seit der Finanzmarktkrise war auch 2013 ein bewegtes Jahr. Mit der Beschlussfassung zur Einführung von Basel III in den USA und in der Europäischen Union (Single Rule Book: CRR und CRD IV) ist zukünftig weltweit der risikosensitive Ansatz mit erhöhtem Kernkapital-, Liquiditäts- und Leverage-Ratio von dem Bankensektor zu erfüllen. Zudem wurde der erste Schritt zur Einführung einer Bankenunion für die Länder der Eurozone mit Schaffung einer einheitlichen Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB getan (Single Supervisory Mechanism, SSM); nach Bilanzprüfung und Stresstest übernimmt die EZB am 4. November 2014 die unmittelbare Aufsicht über die rund 130 größten Banken der Eurozone, auf die rund 85 Prozent aller Bank-Assets entfallen. Sie beaufsichtigt und steuert durch 18 nationale Aufseher und somit auch die Aufsicht der 6.000 kleineren Banken. Für eventuell notwendige Restrukturierungen und die Abwicklung von Banken wurden mit dem "Single Resolution Mechanism(SRM)" ebenso die Weichen gestellt. Fast unbemerkt hat sich in diesem Zuge die "Solvabilitätsverordnung", mit der Anfang 2007 in Deutschland Basel II eingeführt wurde, mit Ablauf des Jahres 2013 verabschiedet. In diesem Kontext wurde das Kreditwesengesetz (KWG) mit Wirkung vom 1. Januar 2014 komplett überarbeitet und stellt nun die deutsche Fassung des "Single Rule Book" dar. Die Rahmenbedingungen für die Finanzindustrie ändern sich weltweit derzeit so schnell, dass Forschung und Lehre kaum noch hinterherkommen. Dabei ist doch die Forschung zu den Wirkungszusammenhängen so wichtig, damit politisch und regulatorisch nicht die falschen Impulse gesetzt und Folgeeffekte angemessen berücksichtigt werden.
Romeike 17750 Downloads 01.01.2014
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Es gibt viele Argumente für die Geschäftsleitung, bzgl. der anerkannten, einschlägigen Methoden und Werkzeuge aus Recht, Technik und Wirtschaft auf dem aktuellen Stand zu sein und Risiko-, Chancen- und Compliancemanagement als strategisches Instrument für eine erfolgreiche Unternehmensführung (Good Governance) und treffsichere Planungen einzusetzen. Für das Unternehmen selbst bedeutet es Liquiditäts- und Existenzsicherung, die Möglichkeit der Nutzung von Chancen bei gleichzeitiger Haftungsreduzierung, Erzielung eines erheblichen Wertbeitrags, ebenso Reputationsgewinn und Wettbewerbsvorteile. Für die Geschäftsleitung ist es ein Werkzeug für erfolgreiche Unternehmens- und Risikosteuerung bei gleichzeitiger Reduzierung der persönlichen zivil- und strafrechtlichen Haftungsrisiken sowie für optimierte Planung. Für den Kunden bedeutet es eine Reduzierung des Lieferantenausfallrisikos (Verkaufsargument).

[Quelle: Scherer, Josef: Good Governance und ganzheitliches strategisches und operatives Management: Die Anreicherung des "unternehmerischen Bauchgefühls" mit Risiko-, Chancen- und Compliancemanagement, in: Corporate Compliance Zeitschrift (CCZ), AUsgabe 6/2012, S. 201-211]
Scherer 6146 Downloads 04.07.2013
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The new Basel III rules for liquidity and funding will have an impact on several areas of the banking business. As a consequence, it is useful to identify the key areas within a bank where Basel III has the biggest impact and to define the necessary strategies, processes, and new products to tackle the individual business challenges. While this allows the consideration of specific topics, a well-structured and consistent approach requires a general and overarching view, which encompasses and integrates all individual areas.
The paper gives an overview of the strategies that banks all over the world are currently discussing; focusing on funds transfer pricing (FTP), the active steering of LCR and NSFR, deposit analysis and according strategies, as well as assets and investment products. Finally a structured approach for the strategic analysis and implementation of business changes is briefly outlined.

[Robert Fiedler/Michael Mahlknecht (2013): Basel III: Solving the Liquidity Business Challenge, Cass-Capco Institute Paper Series on Risk, The Capco Institute Journal of Financial Transformation, Journal#37, 04.2013]
Fiedler 6855 Downloads 20.05.2013
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Die Regulierungsinitiativen, die als Reaktion auf die Finanzkrise in den letzten Monaten gestartet, diskutiert, torpediert, verändert, verzögert, zerredet, verworfen, wieder aufgenommen und inzwischen (zumindest teilweise) auch schon umgesetzt wurden, sind inzwischen so vielfältig wie unüberschaubar. Ob diese umfangreichen (und teilweise widersprüchlichen) Vorhaben tatsächlich dazu beitragen, die tiefgreifenden Verwerfungen innerhalb des Finanzsektors nachhaltig zu bereinigen, darf indes bezweifelt werden. Bekanntlich gilt nach wie vor: "regulation means preventing the last crisis" und somit sei die Frage erlaubt, ob Effektivität und Effizienz von Regulierungsansätzen, die als Reaktion auf die Lehman-Pleite primär zur Verhinderung künftiger Bankenkrisen geplant wurden, auch vor dem Hintergrund einer Staatsschuldenkrise noch gewährleistet werden können.
Romeike 19084 Downloads 01.01.2013
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Wenn heute von beeindruckenden Entwicklungen in Asien gesprochen wird, ist meist von China die Rede. Der "kleine" Nachbar Indien steht häufig in dessen Schatten, dabei ist er gemessen an der Bevölkerungszahl die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und schon aus diesem Grunde attraktiv für deutsche Unternehmen. Jedoch ist ein Engagement in Indien nicht risikolos, bestehen doch in wirtschaftlicher, politischer rechtlicher und kultureller Hinsicht deutliche Unterschiede zu Europa. Speziell Compliance-Risiken sind ohne ein Verständnis von Indien schwer zu greifen, dürfen aber im Falle eines Engagement nicht vernachlässigt werden.

[Quelle: Risk, Compliance & Audit 05/2012]

Autoren: Heike M. Schenk ist Masterstudentin im Studiengang "Internationales Management Asien" an der HTWG in Konstanz.
Dr. Andrea-Victoria Noelle ist Fellow der „stiftung neue verantwortung“ und leitet das Projekt "Global Economic Ethics". Zuvor hat sie für die Beiersdorf AG im Bereich Unternehmensstrategie und M&A gearbeitet.
Noelle 3125 Downloads 26.10.2012
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Zweifellos muss man lange in den Geschichtsbüchern blättern, um eine Phase zu finden, die für die Finanzindustrie ähnlich turbulent war wie die letzten Jahre. Subprimekrise, Staatsschuldenkrise, Eurokrise,... In Zeiten des dramatischen Umbruchs, in denen der Ausnahme- zum Normalzustand geworden ist, wächst in den Banken naturgemäß das Bedürfnis nach Orientierung, nach einer fundierten Analyse der vergangenen Ereignisse und daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für die "neue Realität", in der sich die Branche nun zurechtfinden muss.
Romeike 20314 Downloads 01.01.2012
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The European Union’s Solvency II regulatory framework, which is currently under development, specifies procedures and parameters for determining solvency capital requirements (SCR) for insurance companies. The proposed standard SCR calculations involve two steps. First, the risks of all individual business units, expressed in terms of Value-at-Risk (VaR), are measured and then, in a second step, aggregated to the company’s overall SCR, using a so-called Standard Formula provided by the regulator. The Standard Formula has two inputs: the individual VaRs of the risk components and their correlations. The appropriate calibration of these input parameters has been the purpose of various Quantitative Impact Studies that have been conducted during recent years.

In this paper, we demonstrate that the derivation of the calibration parameters for the equity risk module with about 25%, on average, the most significant risk component of insurance companies’ total SCR is seriously flawed and gives rise to spurious and highly erratic parameters. As a consequence, an implementation of the Standard Formula with the currently proposed calibration settings is likely to produce inaccurate, erratic and biased capital requirements for equity-risk and, thus, to defeat the purpose of the EU’s Solvency II Directive.

[Mittnik, S., "Solvency II Calibrations: Where Curiosity Meets Spuriosity", Center for Quantitative Risk Analysis (CEQURA), Working Paper Number 04, 2011]
Mittnik 7313 Downloads 21.09.2011
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Dem Risikomanagement kommt in der Bankensteuerung heute mehr den je eine zentrale Rolle zu – denn relevante ­Risiken finden sich nicht mehr nur im traditionellen Kreditgeschäft, sondern in allen Unternehmensbereichen. Diese für die Stabilität der Banken grundlegende Bedeutung wird bei der Steuerung der Institute allerdings bislang zu wenig berücksichtigt.
Erfolgreiches Bankmanagement ist – wie die Finanzmarktkrise weltweit gezeigt hat – vor allem anderen eins: das Ergeb­nis eines leistungsfähigen Risikomanagements. Selbst starke ­Global Player können binnen weniger Jahre an einem schwachen Risiko­management zugrunde gehen. Weltweit agieren­de Top-Banken, die in der Finanzkrise nur mit massiven Rettungs­aktionen ­ihrer Heimatländer vor der Insolvenz geschützt werden ­konnten, sind der Beleg dafür. Das Geschäftsmodell einer Bank besteht im Grunde darin, Risiken zu übernehmen, zu transformieren und professionell zu managen. So verbirgt sich hinter der Kredit­marge das Entgelt für die Übernahme des Adressenausfall­risikos, des Liquiditätsrisikos und der Fristentransformation. ­Das Adressenausfallrisiko wird wiederum bestimmt von der Bonität der Einzeladresse, der Branche, dem Länderrisiko und dem Stand im Konjunkturzyklus. Hinzu kommen Korrelationen, die zu so genannten Klumpenrisiken führen können. Hinter den Sicher­heiten, die zu einer Absenkung der Marge führen können, stecken Bewertungsrisiken. Ohne ein leistungsfähiges Risikomanagement ist also heute eine markt- und umfeldgerechte Preisbestimmung für Kredite gar nicht mehr möglich. Eine Bank, die noch glaubt, mit einer Einheitsmarge operieren zu können, verliert das gute Geschäft und muss sich um die Akquisition des schlechten nicht kümmern – es kommt von selbst.
[Quelle: Jahrbuch 2010 von Frankfurt Main Finance]
Hartmann 4805 Downloads 02.02.2011
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"Arbitrage CDOs" have recorded an explosive growth during the years before the outbreak of the financial crisis. In the present paper we discuss potential sources of such arbitrage opportunities, in particular arbitrage gains due to mispricing. For this purpose we examine the risk profiles of Collateralized Debt Obligations (CDOs) in some detail. The analyses reveal significant differences in the risk profile between CDO tranches and corporate bonds, in particular concerning the considerably increased sensitivity to systematic risks. This has farreaching consequences for risk management, pricing and regulatory capital requirements. A simple analytical valuation model based on the CAPM and the single-factor Merton model is used in order to keep the model framework simple. Then, the conditional expected loss curve (EL profile) is studied in some detail. In the next step, the asset correlation associated with a CDO tranche is estimated treating the structured instrument as a single-name credit instrument (i.e., a loan equivalent). While tractable, the loan-equivalent approach requires appropriate parameterization to achieve a reasonable approximation of the tranche´s risk profile. We consider the tranche as a "virtual" borrower or bond for which a single-factor model holds. Then, the correlation parameter is calculated via a non-linear optimization. This "bond representation" allows to approximate the risk profile (expressed by the EL profile) using a single-factor model and to express the dependence on the systematic risk factor via the corresponding asset correlation. It turns out that the resulting asset correlation is many times higher than that of straight bonds. Then, the Merton type valuation model for the corresponding bond representations is applied for valuation of the CDO tranches. Using a sample CDO portfolio, some opportunities for "CDO arbitrage" are described where it is assumed that investors are guided solely by the tranches’ rating and ignore the increased systematic risk for pricing. In the next section we discuss how tranches with high systematic risk can be generated and how CDO arrangers can exploit this to their advantage. It comes as no surprise that precisely these types of structures featured in many of the CDOs issued prior to the outbreak of the financial crisis.
[Source: Discussion Paper No 13, Series 2: Banking and Financial Studies, 2009, Deutsche Bundesbank, Frankfurt/Main]
Hamerle 5099 Downloads 16.09.2010
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Spätestens 2007/2008 ist offensichtlich geworden, dass Risikokonzentrationen in den Finanzinstituten noch nicht ausreichend berücksichtigt werden. Expliziten Handlungsbedarf signalisiert auch die Bankenaufsicht, zuletzt durch den MaRisk-Entwurf vom 9. Juli 2010. Die Integration von Risikokonzentrationen in die Prozesse des Risikomanagements- und -controllings ist wohl ein wesentlicher Meilenstein für den Ausbruch aus dem Denken in einzelnen Risikoarten-Silos. Auf diesem Weg sind jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Dies wird nachfolgend am Beispiel der Bewertung von Risikokonzentrationen gezeigt.
[Quelle: Brzozowska, Aneta/Stübner, Peter: Bewertung von Risikokonzentrationen – mehr als nur neue Kennzahlen, in: RISIKO MANAGER, Ausgabe 17/2010, S. 1, 8-16.]
MQuick 8061 Downloads 15.09.2010
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